Ent­schei­dun­gen der Auf­sichts­be­hör­de im Straf­voll­zug

Die Ent­schei­dung des Nie­der­säch­si­schen Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums, den Straf­voll­zug gegen einen aus Sicher­heits­grün­den in den Straf­voll­zug des Lan­des Nie­der­sach­sen über­stell­ten Straf­ge­fan­ge­nen nicht wei­ter in Nie­der­sach­sen durch­zu­füh­ren, ist eine anfecht­ba­re Maß­nah­me im Sin­ne des § 109 StVoll­zG.

Ent­schei­dun­gen der Auf­sichts­be­hör­de im Straf­voll­zug

Denn auch wenn es sich bei die­ser Ver­le­gung um eine län­der­über­grei­fen­de han­delt, stellt die Ent­schei­dung der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt, die Ver­le­gung vor­zu­neh­men, eine Maß­nah­me zur Rege­lung einer ein­zel­nen Ange­le­gen­heit auf dem Gebiet des Straf­voll­zu­ges i. S. des § 109 StVoll­zG dar. Allein die Ent­schei­dung des auf­neh­men­den Lan­des kann man­gels bis dahin bestehen­den Jus­tiz­voll­zugs­ver­hält­nis­ses Gegen­stand eines Ver­fah­rens nach den §§ 23 ff. EGGVG sein 1.

Ent­schei­dend ist aber, dass sich der Gefan­ge­ne aus­drück­lich gegen die von ihm geschil­der­te Mit­tei­lung des Nie­der­säch­si­schen Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums, dass sein Auf­ent­halt in Nie­der­sach­sen nicht ver­län­gert wer­de, wen­den will. Auch hier­bei han­delt es sich um eine Maß­nah­me i. S. des § 109 StVoll­zG, der zur Fol­ge hat, dass aus­nahms­wei­se nicht die Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt, son­dern das Nie­der­säch­si­sche Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um an dem Ver­fah­ren vor der StVK zu betei­li­gen gewe­sen wäre. Inso­weit han­delt die Auf­sichts­be­hör­de sel­ber als Voll­zugs­be­hör­de mit bin­den­der Wir­kung für die Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt. Ob eine sol­che Maß­nah­me durch das Nie­der­säch­si­sche Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um getrof­fen wor­den ist, was von Sei­ten der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt Cel­le in Abre­de genom­men wor­den ist, ist kei­ne Fra­ge der Zuläs­sig­keit, son­dern der Begründ­etheit des Antrags.

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Beschluss vom 24. Okto­ber 2014 – 1 Ws 439/​14 (StrVollz)

  1. vgl. Bur­hof­f/­Kotz-Schmidt-Clar­ner, Hand­buch für die straf­recht­li­chen Rechts­mit­tel und Rechts­be­hel­fe, Teil B, Rdnr. 494[]