Ver­fall – und die erlang­ten Ver­mö­gens­wer­te

Aus der Tat sind alle Ver­mö­gens­wer­te erlangt, die dem Täter (oder Teil­neh­mer) unmit­tel­bar aus der Ver­wirk­li­chung des Tat­be­stan­des selbst in irgend­ei­ner Pha­se des Tat­ab­laufs zuflie­ßen 1.

Ver­fall – und die erlang­ten Ver­mö­gens­wer­te

Erlangt im Sin­ne von § 73 Abs. 1 Satz 1 und § 73a Satz 1 StGB ist ein Ver­mö­gens­wert nur dann, wenn der Täter oder Teil­neh­mer die fak­ti­sche Ver­fü­gungs­ge­walt über den ent­spre­chen­den Ver­mö­gens­ge­gen­stand erwor­ben hat 2.

Zwar kommt nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ein Erlan­gen im Sin­ne von § 73 Abs. 1 Satz 1, § 73a Satz 1 StGB in Bezug auf meh­re­re (als Mit­tä­ter) an der Tat Betei­lig­te auch dann in Betracht, wenn die­se sich dar­über einig waren, dass ihnen jeweils zumin­dest Mit­ver­fü­gungs­ge­walt über Tat­erlö­se zukom­men soll­te und sie die­se auch tat­säch­lich inne­hat­ten 3. Dies wird zwar grund­sätz­lich auch auf Teil­neh­mer, etwa Gehil­fen, über­tra­gen wer­den kön­nen 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. März 2016 – 1 StR 628/​15

  1. st. Rspr.; etwa BGH, Urtei­le vom 22.10.2002 – 1 StR 169/​02, NStZ-RR 2003, 10, 11; vom 22.10.2005 – 5 StR 119/​05, BGHSt 50, 299, 309; vom 30.05.2008 – 1 StR 166/​07, BGHSt 52, 227, 246 Rn. 92; Beschlüs­se vom 29.06.2010 – 1 StR 245/​09, NStZ 2011, 83, 85 Rn. 37; vom 13.02.2014 – 1 StR 336/​13, wis­tra 2014, 354, 358 Rn. 73; und vom 11.06.2015 – 1 StR 368/​14, ZWH 2015, 303, 304 Rn. 30[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 10.09.2002 – 1 StR 281/​02, NStZ 2003, 198, 199; vom 01.03.2007 – 4 StR 544/​06, BeckRS 2007, 04557 Rn. 8; und vom 12.05.2009 – 4 StR 102/​09, NStZ-RR 2009, 320; sie­he auch Fischer, StGB, 63. Aufl., § 73 Rn. 13 mwN[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 12.05.2009 – 4 StR 102/​09, NStZ-RR 2009, 320 mwN; sie­he auch BGH, Beschluss vom 22.07.2014 – 1 StR 53/​14 Rn. 6[]
  4. vgl. BGH, Beschluss vom 22.07.2014 – 1 StR 53/​14 Rn. 6[]