Bun­des­rech­nungs­hof hat Jour­na­lis­ten Prü­fungs­nie­der­schrift zuzu­sen­den

Auch der Bun­des­rech­nungs­hof unter­liegt dem Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz. Er hat einem Jour­na­lis­ten Ein­sicht in Prü­fungs­nie­der­schrif­ten zu gewäh­ren. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len hat der Kla­ge eines Jour­na­lis­ten auf Über­sen­dung von Prü­fungs­nie­der­schrif­ten des Bun­des­rech­nungs­hofs statt­ge­ge­ben.

Bun­des­rech­nungs­hof hat Jour­na­lis­ten Prü­fungs­nie­der­schrift zuzu­sen­den

Der Bun­des­rech­nungs­hof hat­te ver­schie­de­ne Stif­tun­gen geprüft, die aus dem Haus­halt des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (BMZ) Zuwen­dun­gen für die För­de­rung ent­wick­lungs­wich­ti­ger Vor­ha­ben erhal­ten hat­ten. Der Jour­na­list bean­trag­te beim Bun­des­rech­nungs­hof, ihm Kopien der Prü­fungs­er­geb­nis­se zu über­sen­den. Dabei berief er sich auf das Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz, das grund­sätz­lich gegen­über Behör­den des Bun­des einen Anspruch auf Zugang zu amt­li­chen Infor­ma­tio­nen gewährt. Der Bun­des­rech­nungs­hof lehn­te den Antrag ab, weil er als sog. Vier­te Gewalt kei­ne Behör­de sei.

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts, das die Kla­ge abge­wie­sen hat­te, ent­schied das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, dass dem Klä­ger grund­sätz­lich ein Infor­ma­ti­ons­an­spruch zuste­he. Das Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz des Bun­des fin­de auch auf den Bun­des­rech­nungs­hof Anwen­dung, da die­ser im Rah­men sei­ner Prüf­tä­tig­keit Auf­ga­ben der öffent­li­chen Ver­wal­tung wahr­neh­me. Der Anspruch sei auch im Hin­blick auf die kon­kre­ten Prü­fungs­nie­der­schrif­ten nicht aus­ge­schlos­sen, weil nicht ersicht­lich sei, dass die Her­aus­ga­be die­ser Infor­ma­tio­nen nach­tei­li­ge Aus­wir­kun­gen auf die Prüf­tä­tig­keit des Bun­des­rech­nungs­hofs haben könn­te.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Urteil vom 26. Okto­ber 2011 – 8 A 2593/​10