Eigen­an­teil an den Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Schles­wig hat zwei Eil­an­trä­ge abge­lehnt, mit denen sich der Kreis Dith­mar­schen gegen eine für ihn vom Innen­mi­nis­ter erlas­se­ne Sat­zung zur Rege­lung der Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten gewandt hat­te.

Eigen­an­teil an den Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten

Nach­dem der Kreis­tag in Hei­de sich mehr­fach gegen den Erlass einer im Schul­ge­setz zwin­gend vor­ge­se­he­nen Sat­zung zur Rege­lung von Eigen­be­tei­li­gun­gen bei den Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten gewandt hat­te, hat­te der Innen­mi­nis­ter als Kom­mu­nal­auf­sichts­be­hör­de für den Kreis Dith­mar­schen – im Wege der soge­nann­ten Ersatz­vor­nah­me – recht­zei­tig vor Beginn des neu­en Schul­jah­res eine ent­spre­chen­de Sat­zung erlas­sen.

Die­ses Vor­ge­hen hat das Ver­wal­tungs­ge­richt in Schles­wig in zwei Eil­ver­fah­ren nach sum­ma­ri­scher Prü­fung der Sach- und Rechts­la­ge als recht­mä­ßig bestä­tigt. Die Maß­nah­me sei weder for­mell noch inhalt­lich zu bean­stan­den. Der Kreis sei sei­ner gesetz­li­chen Ver­pflich­tung zum frist­ge­rech­ten Erlass einer Sat­zung nicht nach­ge­kom­men. Bei Erlass der Sat­zung anstel­le des Krei­ses habe sich der Innen­mi­nis­ter inhalt­lich am vor­lie­gen­den Sat­zungs­ent­wurf der Kreis­ver­wal­tung in Hei­de ori­en­tiert und damit auch die regio­na­len, sozia­len und sons­ti­gen Beson­der­hei­ten des Krei­ses Dith­mar­schen hin­rei­chend berück­sich­tigt.

Mit der gesetz­li­chen Ver­pflich­tung der Krei­se, eine Eigen­be­tei­li­gung der Eltern bzw. der voll­jäh­ri­gen Schü­le­rin­nen und Schü­ler an den Beför­de­rungs­kos­ten durch Sat­zung zu regeln, sei auch nicht in den Kern­be­reich des ver­fas­sungs­recht­lich ver­bürg­ten kom­mu­na­len Selbst­ver­wal­tungs­rechts ein­ge­grif­fen wor­den. Der vom Innen­mi­nis­ter durch den Erlass der Sat­zung vor­ge­nom­me­ne Ein­griff in das Selbst­ver­wal­tungs­recht erwei­se sich viel­mehr als ver­hält­nis­mä­ßig, ins­be­son­de­re auch des­halb, weil unter rein fis­ka­li­schen Gesichts­punk­ten durch die Kos­ten­be­tei­li­gung der Kreis finan­zi­ell nicht be- son­dern ent­las­tet wer­de.

Schles­wig-Hol­stei­ni­sches Ver­wal­tungs­ge­richt, Beschlüs­se vom 19. August 2011 – 6 B 37/​11 und 6 B 38/​11