Wei­te­re mili­tä­ri­sche Nut­zung eines Übungs­ge­län­des

Das mili­tä­ri­sche Übungs­ge­län­de "Nord­horn Ran­ge" darf nach einer Ent­schei­dung des Nie­der­säch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richts in Lüne­burg wei­ter­hin mili­tä­risch genutzt wer­den.

Wei­te­re mili­tä­ri­sche Nut­zung eines Übungs­ge­län­des

Bei dem Übungs­platz "Nord­horn Ran­ge" han­delt es sich um einen Luft-Boden-Schieß­platz in der Nähe von Nord­horn, der 2001 von der bri­ti­schen Roy­al Air Force an die Bun­des­wehr über­ge­ben wur­de. Die Nut­zung wur­de nach der Über­ga­be von der Bun­des­wehr im bis­he­ri­gen Rah­men fort­ge­führt. Im März 2008 erho­ben die Land­krei­se Graf­schaft Bent­heim und Ems­land, die Städ­te Nord­horn und Lin­gen, die Samt­ge­mein­de Schüt­torf sowie die Gemein­den Wiet­mar­schen, Ems­bü­ren und Gees­te Kla­ge gegen die wei­te­re Nut­zung von "Nord­horn Ran­ge".

Vor­an­ge­gan­gen waren erfolg­rei­che Kla­ge­ver­fah­ren bran­den­bur­gi­scher Kom­mu­nen und Bür­ger­ver­ei­ni­gun­gen gegen das Übungs­ge­län­de Witt­stock ("Bom­bo­drom") in Bran­den­burg, das seit Ende 2000 auf­grund von Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts1 und des Ver­wal­tungs­ge­richts Pots­dam2 von der Bun­des­wehr nicht mehr genutzt wer­den durf­te.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Osna­brück3 hat­ten die kla­gen­den Kom­mu­nen ihr Abwehr­recht ver­wirkt und dem­entspre­chend war die Kla­ge gegen "Nord­horn Ran­ge" abzu­wei­sen. Auf­grund der lang­jäh­ri­gen Nicht­gel­tend­ma­chung des Abwehr­rechts (von 2001 bis 2008) stell­te sich des­sen Gel­tend­ma­chung als Ver­stoß gegen Treu und Glau­ben dar; die beklag­te Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land hat­te davon aus­ge­hen dür­fen, dass sich die Kom­mu­nen gegen die Nut­zung von "Nord­horn Ran­ge" als Luft-Boden-Übungs­schieß­platz nicht mehr zur Wehr set­zen wür­den.

Das Nie­der­säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat nun­mehr die­ses Urteil bestä­tigt. Die von den Klä­gern gel­tend gemach­ten Beru­fungs­zu­las­sungs­grün­de grei­fen nicht durch. Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat das Kla­ge­recht der Klä­ger zu Recht als ver­wirkt ange­se­hen. Ins­be­son­de­re kön­nen sie sich nicht mit Erfolg dar­auf beru­fen, dass sie zunächst den Abschluss des ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Ver­fah­rens hin­sicht­lich des "Bom­bo­droms" in Bran­den­burg abwar­ten woll­ten. Ihre lang­jäh­ri­ge Untä­tig­keit war jeden­falls geeig­net, auf Sei­ten der Beklag­ten den Ein­druck zu erwe­cken, der Über­gang von "Nord­horn Ran­ge" auf die Bun­des­wehr wer­de zumin­dest mit recht­li­chen Mit­teln nicht ange­grif­fen.

Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 24. Janu­ar 2012 – 7 LA 91/​10

  1. BVerwG, Urteil vom 14.12.2000 – 4 C 13.99 []
  2. VG Pots­dam, Urteil vom 31.07.2007 – 3 K 2498/​03 []
  3. VG Osna­brück, Urteil vom 16.07.2010 – 2 A 58/​08 []