Der Taschen­ju­rist und die Wie­der­ein­set­zung

Ein Rechts­an­walt kann auf das Anschrif­ten­ver­zeich­niss eines juris­ti­schen Fach­ver­la­ges ver­trau­en, u.U. auch, wenn es bereits zwei Jah­re alt ist.

Der Taschen­ju­rist und die Wie­der­ein­set­zung

So gewähr­te der Bun­des­ge­richts­hof jetzt einem Rechts­an­walt Wie­der­ein­set­zung, der wegen einer falsch über­nom­me­nen Adres­se die Beru­fungs­be­grün­dungs­frist ver­säumt hat­te: Die Klä­ger, ein Rechts­an­walt, hat glaub­haft gemacht, dass die Ver­wen­dung der fal­schen Anschrift nicht auf einem Ver­schul­den sei­ner­seits beruh­te. Der Klä­ger hat­te kei­ne Ver­an­las­sung, die dem "NOMOS Taschen­ju­ris­ten" ent­nom­me­ne Anschrift anhand wei­te­rer Quel­len zu über­prü­fen. Ins­be­son­de­re hat sich nicht aus­ge­wirkt, dass er die Aus­ga­be aus dem Jahr 2008 ver­wen­de­te, weil die Aus­ga­be von 2010 unver­än­dert die offen­bar bereits seit län­ge­rem nicht mehr gül­ti­ge Post­fach­an­schrift ent­hält. Das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main hat die Rich­tig­keit der in dem Werk wie­der­ge­ge­be­nen Anschrift aus­weis­lich des vor­ge­leg­ten Schrei­bens sogar noch am 10. Febru­ar 2010 gegen­über dem Ver­lag bestä­tigt. Dar­auf kommt es aller­dings nicht ent­schei­dend an, weil auch ein redak­tio­nel­ler Feh­ler des Ver­lags nicht den Klä­gern zuge­rech­net wer­den könn­te.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Febru­ar 2011 – V ZB 310/​10