Kin­der­geld und der nicht gezahl­te Kin­des­un­ter­halt

Nach § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a, Satz 2 EStG ist ein Kind, das noch nicht das 25. Lebens­jahr voll­endet hat und für einen Beruf aus­ge­bil­det wird, nur zu berück­sich­ti­gen, wenn sei­ne Ein­künf­te und Bezü­ge, die zur Bestrei­tung des Unter­halts oder der Berufs­aus­bil­dung bestimmt oder geeig­net sind, den Jah­res­grenz­be­trag von 7.680 € nicht über­stei­gen.

Kin­der­geld und der nicht gezahl­te Kin­des­un­ter­halt

Ein etwai­ger Unter­halts­an­spruch des Kin­des gegen­über dem Kinds­va­ter nach § 1615l BGB hat auf die Höhe die­ser Ein­künf­te und Bezü­ge kei­nen Ein­fluss. Wegen des auch für Bezü­ge gel­ten­den Zufluss­prin­zips sind Unter­halts­leis­tun­gen nur dann zu berück­sich­ti­gen, wenn sie dem Unter­halts­be­rech­tig­ten tat­säch­lich zuge­flos­sen sind, sofern die­ser nicht auf die Gel­tend­ma­chung sei­nes Anspruchs ver­zich­tet hat [1]. Die Fra­ge, ob der Kinds­va­ter gegen­über dem Kind über­haupt unter­halts­ver­pflich­tet war, ist nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 30. August 2012 – III R 43/​10

  1. sie­he, BFH, Urteil vom 22.12.2011 – III R 8/​08, BFHE 236, 155, BStBl II 2012, 340[]