Ver­wal­tungs­an­wei­sun­gen in der Finanz­ver­wal­tung – und ihre Über­prü­fung durch die Finanz­ge­rich­te

Gerich­te haben Ver­wal­tungs­an­wei­sun­gen nicht selbst aus­zu­le­gen, son­dern nur dar­auf zu über­prü­fen, ob die Aus­le­gung durch die Behör­de mög­lich ist.

Ver­wal­tungs­an­wei­sun­gen in der Finanz­ver­wal­tung – und ihre Über­prü­fung durch die Finanz­ge­rich­te

Äußert sich eine Ver­wal­tungs­vor­schrift zu einem nach all­ge­mei­nen Grund­sät­zen als Ermes­sens­kri­te­ri­um die­nen­den Punkt über­haupt nicht, kann dies bedeu­ten, dass sie die Berück­sich­ti­gung des zeit­li­chen Ele­ments gene­rell aus­schlie­ßen will. Sie kann aber auch so begrif­fen wer­den, dass sie sich auf die Nicht­re­ge­lung beschränkt und die Lücke mit Hil­fe der all­ge­mei­nen Grund­sät­ze auf­zu­fül­len ist.

Das Finanz­amt hat das BMF, Schrei­ben vor­lie­gend erkenn­bar in der zuletzt genann­ten Wei­se ver­stan­den, da es andern­falls nicht auf das Zeit­ele­ment hät­te abstel­len kön­nen. Die­ses Ver­ständ­nis ist maß­ge­bend. Die Gerich­te haben Ver­wal­tungs­an­wei­sun­gen nicht selbst aus­zu­le­gen, son­dern nur dar­auf zu über­prü­fen, ob die Aus­le­gung durch die Behör­de mög­lich ist 1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 21. Juli 2016 – X R 11/​14

  1. vgl. BFH, Urteil vom 13.01.2011 – V R 43/​09, BFHE 233, 58, BSt­Bl II 2011, 610, unter II. 2.b, m.w.N.[]