Betrug – und die natür­li­che Hand­lungs­ein­heit

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs liegt eine natür­li­che Hand­lungs­ein­heit und damit eine Tat im mate­ri­ell­recht­li­chen Sinn bei einer Mehr­heit gleich­ar­ti­ger straf­recht­lich erheb­li­cher Ver­hal­tens­wei­sen nur dann vor, wenn die ein­zel­nen Betä­ti­gungs­ak­te durch ein gemein­sa­mes sub­jek­ti­ves Ele­ment ver­bun­den sind und zwi­schen ihnen ein der­art unmit­tel­ba­rer räum­li­cher und zeit­li­cher Zusam­men­hang besteht, dass das gesam­te Han­deln des Täters objek­tiv auch für einen Drit­ten als ein­heit­li­ches zusam­men­ge­hö­ri­ges Tun erscheint 1.

Betrug – und die natür­li­che Hand­lungs­ein­heit

Dage­gen ver­mag allein der Umstand, dass der Täter den Ent­schluss meh­re­rer Taten gleich­zei­tig gefasst hat und ein ein­heit­li­ches Ziel ver­folgt, weder die Annah­me einer natür­li­chen Hand­lungs­ein­heit noch eine Tat­ein­heit zu begrün­den, wenn sich die Aus­füh­rungs­hand­lun­gen nicht über­schnei­den 2.

Der für die Annah­me einer natür­li­chen Hand­lungs­ein­heit erfor­der­li­che Zusam­men­hang der ein­zel­nen Hand­lun­gen ist nicht gege­ben, wenn der Täter suk­zes­siv und inhalt­lich auf frü­he­ren Tat­hand­lun­gen auf­bau­end die Geschä­dig­te durch immer neue Täu­schungs­hand­lun­gen zu jeweils eigen­stän­di­gen Ver­mö­gens­ver­fü­gun­gen i.S.v. § 263 StGB ver­an­lasst hat. Der Umstand, dass sämt­li­che Tat­hand­lun­gen auf den­sel­ben Tatent­schluss zurück­ge­hen, reicht für die Annah­me einer natür­li­chen Hand­lungs­ein­heit nicht aus.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. März 2017 – 1 StR 41/​17

  1. BGH, Urteil vom 25.11.2004 – 4 StR 326/​04, NStZ 2005, 263 und Beschluss vom 24.03.2015 – 4 StR 52/​15, wis­tra 2015, 269, jeweils mwN; vgl. auch Eschel­bach in SSW-StGB, 3. Aufl., § 52 Rn. 57 mwN[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 21.09.2000 – 4 StR 284/​00, BGHSt 46, 146 und Beschluss vom 06.10.2015 – 4 StR 38/​15, wis­tra 2016, 70[]