Unter­brin­gung in einer Ent­zie­hungs­an­stalt – und die Sym­ptom­tat

Für die Beja­hung eines sym­pto­ma­ti­schen Zusam­men­hangs zwi­schen Tat und Hang im Sin­ne des § 64 StGB ist es aus­rei­chend, dass der Hang – gege­be­nen­falls neben ande­ren Umstän­den – mit dazu bei­getra­gen hat, dass der Täter die Tat began­gen hat. Ein sol­cher Zusam­men­hang ist typi­scher­wei­se gege­ben, wenn die Straf­tat unmit­tel­bar oder – wie hier – mit­tel­bar auch der Beschaf­fung von Dro­gen für den Eigen­kon­sum dient [1].

Unter­brin­gung in einer Ent­zie­hungs­an­stalt – und die Sym­ptom­tat

Zwar muss der für eine Anord­nung nach § 64 StGB erfor­der­li­che sym­pto­ma­ti­sche Zusam­men­hang zwi­schen dem Hang und der bzw. den Anlass­ta­ten sicher fest­ste­hen [2] und es bedarf hier­für bei Taten, die nicht auf die Erlan­gung von Rausch­mit­teln selbst oder von Geld zu deren Beschaf­fung abziel­ten, beson­de­rer, die­se Fest­stel­lung begrün­den­der Umstän­de [3]. Auch hält der Bun­des­ge­richts­hof dar­an fest, dass es an einem sol­chen Zusam­men­hang fehlt, wenn die Taten allein zur Finan­zie­rung des all­ge­mei­nen Lebens­be­darfs [4] oder zur Gewinn­erzie­lung bestimmt waren [5].

Da der Ange­klag­te in dem hier ent­schie­de­nen Fall – abge­se­hen von einer Umschu­lung – seit meh­re­ren Jah­ren arbeits­los ist und zuletzt Sozi­al­leis­tun­gen bezog, kann der Bun­des­ge­richts­hof indes nicht völ­lig aus­schlie­ßen, dass die Taten – jeden­falls ab der Tat II. 2 der Urteils­grün­de – nicht mehr aus­schließ­lich der Finan­zie­rung des Lebens­be­darfs, son­dern auch der sei­nes Dro­gen­kon­sums dien­ten [6].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. März 2016 – 4 StR 586/​15

  1. vgl. BGH 3 StR 38/​08 und 275/​08[]
  2. BGH, Beschluss vom 12.03.2013 – 4 StR 572/​13 4[]
  3. BGH aaO 6 mwN[]
  4. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 28.10.2008 – 5 StR 472/​08, BGHR StGB § 64 Nicht­an­ord­nung 2[]
  5. vgl. BGH, Beschluss vom 10.11.2015 – 1 StR 482/​15 10, 18[]
  6. vgl. BGH, Beschluss vom 27.11.2012 – 5 StR 545/​12 2[]