Die vom Künst­ler gekauf­te Kopie

Hat der Künst­ler dem Erwer­ber des streit­ge­gen­ständ­li­chen Gemäl­des eine Ein­wil­li­gung nach § 23 Satz 1 UrhG in die Ver­öf­fent­li­chung und Ver­wer­tung des umstrit­te­nen Gemäl­des ein­ge­räumt, so ist dies bei einem Kunst­werk, dass wahr­schein­lich nicht von die­sem Künst­ler stammt, son­dern nur eine Kopie ist, als eine Umge­stal­tung sei­nes geschütz­ten Wer­kes im Sin­ne der Vor­schrift anzu­se­hen ist [1]. Die Ein­wil­li­gung stellt sich in der Regel als Ein­räu­mung gegen­ständ­li­cher Nut­zungs­rech­te dar. Sie kann nicht nur aus­drück­lich, son­dern auch kon­klu­dent erfol­gen [2], also auch durch den Ver­kauf des Gemäl­des, das in einer Umge­stal­tung besteht.

Die vom Künst­ler gekauf­te Kopie

Die Ein­wil­li­gung nach § 23 Satz 1 UrhG ist als Ver­fü­gungs­ge­schäft ihrer Natur nach nicht frei wider­ruf­lich. In Bezug auf die Urhe­ber­be­zeich­nung auf dem Gemäl­de kann das Namens­recht nicht wei­ter gehen als das Urheberrecht.

Dabei reicht es aus, dass der Künst­ler Ver­käu­fe in sei­nem Ate­lier durch Mit­ar­bei­ter gedul­det oder auch nur den Anschein einer Ein­wil­li­gung hat auf­kom­men las­sen. Bei der Ein­wil­li­gung nach § 23 Satz 1 UrhG han­delt es sich zwar um ein Ver­fü­gungs­ge­schäft [3] und bei ihm gibt es kei­nen gut­gläu­bi­gen Erwerb. Das schließt aber die Anwen­dung bür­ger­lich-recht­li­cher Rechts­schein­vor­schrif­ten des Ver­tre­tungs­rechts sowie der all­ge­mei­nen Grund­sät­ze des Schut­zes von Treu und Glau­ben nicht aus [4].

Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 5. August 2014 – I ‑20 U 167/​12

  1. vgl. Loe­wen­heim in Schricker/​Loewenheim, UrhG, § 23 Rn. 1, 25[]
  2. Loe­wen­heim, a.a.O. Rn. 26; Lüt­je, a.a.O. Rn. 68[]
  3. Schricker/​Loewenheim, a.a.O., § 31 Rn. 6ff.[]
  4. Ulmer, Urhe­ber- und Verlagsrecht.03. Auf­la­ge, § 83 III; Schricker/​Loewenheim, a.a.O., vor § 28, Rn. 102[]