Nutel­la und die Nähr­wert­an­ga­ben auf dem Eti­kett

Die Vit­amin- und Nähr­wert­an­ga­ben sind auf dem Nutel­la-Glas so gestal­tet, dass sie Ver­brau­cher in die Irre füh­ren kön­nen, ent­schied jetzt das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main nach einer Kla­ge des Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­ban­des (vzbv) gegen die Fer­re­ro Deutsch­land GmbH. Das Unter­neh­men hat­te den Pro­zent­satz der emp­foh­le­nen Tages­men­ge bei Fett und Vit­ami­nen anhand unter­schied­li­cher Grund­men­gen berech­net. Dadurch ent­stand der Ein­druck, der Vit­ami­n­an­teil sei beson­ders hoch.

Nutel­la und die Nähr­wert­an­ga­ben auf dem Eti­kett

Kon­kret war der Pro­zent­satz der emp­foh­le­nen Tages­men­ge von Nähr­stof­fen (zum Bei­spiel Fett und Koh­len­hy­dra­te) anhand einer Por­ti­on von 15 Gramm, der von Vit­ami­nen dage­gen im Bezug auf 100 Gramm errech­net wor­den. Das Ergeb­nis: Die Anga­ben für Vit­ami­ne lagen bei 30 und 78 Pro­zent, bei Koh­len­hy­dra­ten und Fett dage­gen bei 3 und 7 Pro­zent.

Nach Auf­fas­sung des kla­gen­den vzbv konn­ten Ver­brau­cher dar­aus den Schluss zie­hen, Nutel­la ent­hal­te sehr wenig Fett und Koh­len­hy­dra­te, dafür aber vie­le gesun­de Vit­ami­ne. „Tat­säch­lich ist der Vit­ami­n­an­teil in einer Por­ti­on Nutel­la viel gerin­ger als gedacht“, so Vor­stand Gerd Bil­len. Der vzbv bean­stan­de­te die Wer­bung daher als irre­füh­rend.

Die­ser Auf­fas­sung schloss sich nun das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main in zwei­ter Instanz an. Die Rich­ter urteil­ten, Vit­amin- und Nähr­wert­an­ga­ben müss­ten so dar­ge­stellt wer­den, dass sie in der typi­schen Kauf­si­tua­ti­on rich­tig ver­stan­den wer­den. Im Geschäft wür­den Ver­brau­cher sich eher an den Pro­zent­zah­len in der Tabel­le ori­en­tie­ren und über­se­hen, dass die Bezugs­grö­ßen vari­ie­ren.

Ober­lan­des­ge­richt Frankfurt/​Main, Urteil vom 20. Okto­ber 2011 – 6 U 40/​11