Auf­rech­nun­gen – und ihre Insol­venz­an­fech­tung

Hin­sicht­lich der in den letz­ten drei Mona­ten vor dem Eröff­nungs­an­trag vor­ge­nom­me­nen Ver­rech­nun­gen sind im Hin­blick auf § 96 Abs. 1 Nr. 3 InsO die Tat­be­stän­de der beson­de­ren Insol­venz­an­fech­tung (§§ 130, 131 InsO) und der Vor­satz­an­fech­tung (§ 133 Abs. 1 InsO) zu prü­fen. Ergibt sich der Anspruch zur Auf- oder Ver­rech­nung nicht aus dem zuerst zwi­schen den Par­tei­en geschlos­se­nen Rechts­ge­schäft, ist die Auf­rech­nungs­la­ge inkon­gru­ent erlangt 1.

Auf­rech­nun­gen – und ihre Insol­venz­an­fech­tung

Nach gefes­tig­ter Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs benach­tei­ligt die Auf­rech­nung die übri­gen Insol­venz­gläu­bi­ger schon des­halb, weil die For­de­rung der Mas­se im Umfang der Auf­rech­nung zur Befrie­di­gung der For­de­rung eines ein­zel­nen Insol­venz­gläu­bi­gers ver­braucht wird 2. Bereits die Her­stel­lung der Auf­rech­nungs­la­ge ist gläu­bi­ger­be­nach­tei­li­gend 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 12. März 2015 – IX ZR 5/​13

  1. vgl. BGH, Urteil vom 09.02.2006 – IX ZR 121/​03, NZI 2006, 345 Rn. 14[]
  2. BGH, Urteil vom 05.04.2001 – IX ZR 216/​98, BGHZ 147, 233, 238[]
  3. BGH, Urteil vom 11.12 2008 – IX ZR 195/​07, BGHZ 179, 137 Rn. 12[]