Beru­fungs­rück­nah­me und der Streit­hel­fer

Nimmt der Klä­ger sei­ne Beru­fung gegen ein die Kla­ge abwei­sen­des Urteil zu-rück, kommt eine Fort­set­zung des Beru­fungs­ver­fah­rens durch einen Streit-hel­fer, der selbst kein Rechts­mit­tel ein­ge­legt hat, auch dann nicht in Betracht, wenn die­ser Streit­hel­fer gemäß § 69 ZPO als Streit­ge­nos­se der Haupt­par­tei gilt 1.

Beru­fungs­rück­nah­me und der Streit­hel­fer

Die Streit­hel­fe­rin ist zwar ent­spre­chend § 69 ZPO als Streit­ge­nos­sin der Haupt­par­tei anzu­se­hen 2 und wäre des­halb grund­sätz­lich berech­tigt, auch gegen den Wil­len der Klä­ge­rin­nen ein Beru­fungs­ver­fah­ren durch­zu­füh­ren. Vor­aus­set­zung dafür wäre aber gewe­sen, dass sie die­ses Rechts­mit­tel selbst frist­ge­recht ein­ge­legt hät­te; dies war indes­sen nicht der Fall. Ein als Streit­ge­nos­se anzu­se­hen­der Streit­hel­fer, der nicht selbst Beru­fung ein­ge­legt hat, erlangt nur eine vom Rechts­mit­tel­klä­ger abhän­gi­ge Stel­lung. Die Rück­nah­me des Rechts­mit­tels durch den Rechts­mit­tel­klä­ger hat dann zur Fol­ge, dass der Rechts­streit been­det ist 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Dezem­ber 2010 – Xa ZR 110/​08

  1. Bestä­ti­gung von BGH, Beschluss vom 28.09.1998 – II ZB 16/​98, NJW-RR 1999, 285, 286[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 16.10.2007 – X ZR 226/​02, GRUR 2008, 60 Rn. 44 – Sam­mel­hef­ter II[]
  3. BGH, Beschluss vom 28.09.1998 – II ZB 16/​98, NJW-RR 1999, 285, 286; eben­so für den Fall der Kla­ge­rück­nah­me: BGH, Beschluss vom 22.12.1964 – Ia ZR 237/​63, GRUR 1965, 297, 298 – Neben­in­ter­ven­ti­on[]