Kei­ne höhe­ren Hartz-IV-Leis­tun­gen für die Ver­gan­gen­heit

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt dämpft die Erwar­tun­gen, die nach sei­nem Hartz-IV-Urteil auf­ge­kom­men sind: Auf­grund die­ses Urteils wird es zumin­dest für die Ver­gan­gen­heit kei­ne höhe­ren ALG-II-Leis­tun­gen geben.

Kei­ne höhe­ren Hartz-IV-Leis­tun­gen für die Ver­gan­gen­heit

In einer jetzt vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­schie­de­nen Ver­fas­sungs­be­schwer­de sehen die Beschwer­de­füh­rer die Höhe der Regel­leis­tun­gen nach dem sog. „Hartz IV-Gesetz“ für den Zeit­raum von Janu­ar bis Juni 2005 als zu nied­rig an und haben nach Erschöp­fung des Rechts­wegs Ver­fas­sungs­be­schwer­de ein­ge­legt.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die Ver­fas­sungs­be­schwer­de jedoch nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men. Durch das Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 9. Febru­ar 2010 [1] sind die für die­sen Fall rele­van­ten ver­fas­sungs­recht­li­chen Fra­gen für die Bemes­sung der Regel­leis­tun­gen geklärt. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die mit­tel­bar ange­grif­fe­nen Vor­schrif­ten des § 20 Abs. 2 und 3 SGB II a.F. für ver­fas­sungs­wid­rig erklärt. Da die ver­fas­sungs­wid­ri­gen Rege­lun­gen bis zu einer Neu­re­ge­lung durch den Gesetz­ge­ber zum 31. Dezem­ber 2010 wei­ter­hin anwend­bar sind, steht gleich­zei­tig fest, dass die Beschwer­de­füh­rer kei­ne höhe­ren Regel­leis­tun­gen für den streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum bean­spru­chen kön­nen.

Höhe­re Leis­tun­gen für den streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum erge­ben sich auch nicht auf­grund der in dem genann­ten Urteil geschaf­fe­nen Här­te­fall­re­ge­lung, denn die­se gilt nicht rück­wir­kend für Zeit­räu­me, die vor der Ver­kün­dung die­ses Urteils lie­gen. Von einer rück­wir­ken­den Über­gangs­re­ge­lung hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt eben­so abge­se­hen wie von einer Ver­pflich­tung des Gesetz­ge­bers, auch für zurück­lie­gen­de Leis­tungs­zeit­räu­me eine Öff­nungs­klau­sel zu schaf­fen.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 24. März 2010 – 1 BvR 395/​09

  1. 1 BvL 1/​09 u.a.[]