Bar­zah­lung von Hand­wer­k­erleis­tun­gen

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat mehr­fach ent­schie­den, dass die begehr­te Steu­er­ermä­ßi­gung bei Bar­zah­lung (aus­nahms­los) nicht in Betracht kommt. Denn die Bar­zah­lung von Hand­wer­ker­rech­nun­gen ohne Ein­bin­dung eines Kre­dit­in­sti­tuts und damit ohne bank­mä­ßi­ge Doku­men­ta­ti­on des Zah­lungs­vor­gangs erfüllt die for­mel­len Vor­aus­set­zun­gen der Steu­er­ermä­ßi­gung nach § 35a Abs. 2 Satz 5 EStG nicht [1].

Bar­zah­lung von Hand­wer­k­erleis­tun­gen

Dies gilt auch bei einem Bezirks­schorn­stein­fe­ger­meis­ter, der auf Bar­zah­lung besteht, und bei dem – ale einer „Qua­si-Behör­de“ – Schwarz­ar­beit nicht zu befürch­ten ist. Denn der Gesetz­ge­ber darf grund­sätz­lich gene­ra­li­sie­ren­de, typi­sie­ren­de und pau­scha­lie­ren­de Rege­lun­gen tref­fen, ohne wegen der damit unver­meid­lich ver­bun­de­nen Här­ten gegen den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz zu ver­sto­ßen [2].

Der Gesetz­ge­ber des § 35a EStG durf­te zum einen davon aus­ge­hen, dass ange­sichts der wei­ten Ver­brei­tung des bar­geld­lo­sen Zah­lungs­ver­kehrs von den Steu­er­pflich­ti­gen die Abzugs­vor­aus­set­zung „bank­mä­ßi­ge Doku­men­ta­ti­on der Zah­lung“ typi­scher­wei­se erfüllt wer­den kann. Dem Son­der­fall, dass sich ein Leis­tungs­er­brin­ger, wie im Streit­fall mög­li­cher­wei­se gesche­hen, trotz vor­han­de­ner Bank­ver­bin­dung ohne ratio­nal nach­voll­zieh­ba­ren Grund der bar­geld­lo­sen Zah­lung ver­wei­gert, muss­te der Gesetz­ge­ber nicht Rech­nung tra­gen [3].

Wenn der Gesetz­ge­ber mit der Steu­er­ermä­ßi­gung des § 35a EStG den Zweck ver­folgt, einen Anreiz für Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se im Pri­vat­haus­halt zu schaf­fen und die Schwarz­ar­beit in die­sem Bereich zu bekämp­fen [4], so sind die in § 35a Abs. 2 Satz 5 EStG ver­lang­ten „for­mel­len Vor­aus­set­zun­gen“ eine fol­ge­rich­ti­ge Aus­ge­stal­tung die­ser gesetz­ge­be­ri­schen Ziel­set­zung. Denn die Vor­schrift ent­spricht –typi­sie­rend– dem Erfah­rungs­satz, dass Bar­zah­lun­gen regel­mä­ßig wesent­li­ches Kenn­zei­chen der Schwarz­ar­beit im Pri­vat­haus­halt sind. Eine Unter­schei­dung nach für Schwarz­ar­beit anfäl­li­ge­ren oder weni­ger anfäl­li­gen Berufs­grup­pen ist anhand des­sen nicht gebo­ten.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 30. Juli 2013 – VI B 31/​13

  1. BFH, Urtei­le vom 20.11.2008 – VI R 14/​08, BFHE 223, 430, BStBl II 2009, 307; – VI R 22/​08, BFH/​NV 2009, 736; vom 05.03.2009 – VI R 43/​08, BFH/​NV 2009, 1113[]
  2. vgl. BVerfG, Beschluss vom 16.03.2005 – 2 BvL 7/​00, BVerfGE 112, 268, BGBl – I 2005, 1622, m.w.N.[]
  3. vgl. BFH, Beschluss vom 08.05.2012 – III B 2/​11, BFH/​NV 2012, 1305[]
  4. vgl. z.B. BT-Drs. 15/​91, 19[]