Nach­weis eines nied­ri­ge­ren gemei­nen Werts

Legt der Steu­er­pflich­ti­ge zum Nach­weis eines nied­ri­ge­ren gemei­nen Werts das Gut­ach­ten eines Sach­ver­stän­di­gen für Grund­stücks­be­wer­tung vor und gelangt der Gut­ach­ter nach einer Wert­ermitt­lung sowohl im Sach­wert- als auch im Ertrags­wert­ver­fah­ren mit zutref­fen­der Begrün­dung dazu, dass das Grund­stück aus­schließ­lich im Ertrags­wert­ver­fah­ren zu bewer­ten ist, han­delt das Finanz­amt rechts­wid­rig, wenn es den Grund­stück­wert ohne wei­te­re Begrün­dung auf den Mit­tel­wert bei­der Wer­te fest­stellt.

Nach­weis eines nied­ri­ge­ren gemei­nen Werts

Fehlt als letz­ter Schritt einer Grund­stücks­be­wer­tung nach der WertV die Anpas­sung an die Markt­ver­hält­nis­se gemäß § 7 Abs. 1 Satz 2 WertV, ist der Nach­weis eines nied­ri­ge­ren gemei­nen Werts (noch) nicht geführt. Die Preis­bil­dung am Grund­stücks­markt rich­tet sich nicht nur nach den Ertrags­er­war­tun­gen der Nach­fra­ger. Beim Nach­weis eines nied­ri­ge­ren gemei­nen Werts gemäß § 146 Abs. 7 BewG i.d.F. vor 2007 war auf die Wert­ver­hält­nis­se vom Bewer­tungs­stich­tag abzu­stel­len.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 3. Dezem­ber 2008 – II R 19/​08