Straf­zu­mes­sung – und die aus­län­der­recht­li­chen Fol­gen

Aus­län­der­recht­li­che Fol­gen einer Ver­ur­tei­lung sind nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs grund­sätz­lich kei­ne bestim­men­den Straf­zu­mes­sungs­grün­de.

Straf­zu­mes­sung – und die aus­län­der­recht­li­chen Fol­gen

Das war bereits zur frü­he­ren aus­län­der­recht­li­chen Rechts­la­ge – auch für die damals vor­ge­se­he­ne zwin­gen­de Aus­wei­sung – aner­kannt und gilt nun­mehr vor dem Hin­ter­grund der seit dem 17.03.2016 gel­ten­den Rege­lung des § 53 Abs. 1 und 2 Auf­en­thG, nach der bei einer Aus­wei­sungs­ent­schei­dung gene­rell eine Abwä­gung zwi­schen Aus­wei­sungs­in­ter­es­se (§ 54 Auf­en­thG) und Blei­bein­ter­es­se (§ 55 Auf­en­thG) vor­zu­neh­men ist, umso mehr.

Eine ande­re straf­zu­mes­sungs­recht­li­che Bewer­tung kann gerecht­fer­tigt sein, wenn im Ein­zel­fall zusätz­li­che Umstän­de hin­zu­tre­ten, wel­che die Been­di­gung des Auf­ent­halts im Inland als beson­de­re Här­te erschei­nen las­sen 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 23. August 2018 – 3 StR 149/​18

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Urtei­le vom 05.12 2001 – 2 StR 273/​01, NStZ 2002, 196; vom 26.10.2017 – 4 StR 259/​17, BGHR StGB § 46 Abs. 2 Aus­län­der 8; Beschlüs­se vom 31.08.2007 – 2 StR 304/​07 3; vom 13.10.2011 – 1 StR 407/​11, NStZ 2012, 147; vom 11.09.1996 – 3 StR 351/​96, NStZ 1997, 77; vom 12.01.2016 – 5 StR 502/​15[]