Urteils­grün­de – und die Beweis­wür­di­gung

Aus § 267 StPO, der den Inhalt der Urteils­grün­de fest­legt, ergibt sich zwar nicht, dass das Gericht ver­pflich­tet ist, eine Beweis­wür­di­gung im Urteil vor­zu­neh­men, in der die Ein­las­sung des Ange­klag­ten mit­ge­teilt und die­se Ein­las­sung unter Bewer­tung der sons­ti­gen Beweis­mit­tel gewür­digt wird.

Urteils­grün­de – und die Beweis­wür­di­gung

Doch ist unter sach­lich­recht­li­chem Blick­win­kel regel­mä­ßig eine Wie­der­ga­be der Ein­las­sung des Ange­klag­ten erfor­der­lich, damit das Revi­si­ons­ge­richt nach­prü­fen kann, ob sich der Tatrich­ter unter Berück­sich­ti­gung der erho­be­nen Bewei­se eine trag­fä­hi­ge Grund­la­ge für sei­ne Über­zeu­gungs­bil­dung ver­schafft und das mate­ri­el­le Recht rich­tig ange­wen­det hat 1.

Es bedarf somit einer geschlos­se­nen und zusam­men­hän­gen­den Wie­der­ga­be wenigs­tens der wesent­li­chen Grund­zü­ge der Ein­las­sung des Ange­klag­ten, um die Beweis­wür­di­gung des Tatrich­ters auf sach­lich­recht­li­che Feh­ler hin über­prü­fen zu kön­nen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. Dezem­ber 2014 – 2 StR 403/​14

  1. vgl. zuletzt BGH NStZ-RR 2013, 134, 135 m.w.N. im Fal­le eines Frei­spruchs; sie­he BGH NStZ-RR 1999, 45 zu einem Ver­ur­tei­lungs­fall; dazu auch: auch OLG Hamm Stra­FO 2003, 133; OLG Köln Stra­FO 2003, 313[]