Ver­wechs­lungs­ge­fahr bei Auto-Zeit­schrif­ten-Titeln

Eine Ver­wechs­lungs­ge­fahr im wei­te­ren Sin­ne kann vor­lie­gen, wenn ein mit einer älte­ren Mar­ke über­ein­stim­men­der Bestand­teil iden­tisch oder ähn­lich in ein zusam­men­ge­setz­tes Zei­chen auf­ge­nom­men wird, in dem er neben einem Unter­neh­mens­kenn­zei­chen oder einem Seri­en­zei­chen eine selbst­stän­dig kenn­zeich­nen­de Stel­lung behält, und wenn wegen der Über­ein­stim­mung die­ses Bestand­teils mit der älte­ren Mar­ke bei den ange­spro­che­nen Ver­kehrs­krei­sen der Ein­druck her­vor­ge­ru­fen wird, dass die so gekenn­zeich­ne­ten Waren oder Dienst­leis­tun­gen aus wirt­schaft­lich mit­ein­an­der ver­bun­de­nen Unter­neh­men stam­men 1.

Ver­wechs­lungs­ge­fahr bei Auto-Zeit­schrif­ten-Titeln

Einem Bestand­teil eines zur Kenn­zeich­nung einer Zeit­schrift ver­wen­de­ten Zei­chens kommt eine sol­che selbst­stän­dig kenn­zeich­nen­de Stel­lung nicht zu, wenn ihm – wie dem Bestand­teil "auto­mo­bil" – von Haus aus jeg­li­che Unter­schei­dungs­kraft und somit auch die Eig­nung fehlt, als ein auf die Her­kunft der so bezeich­ne­ten Zeit­schrif­ten aus einem bestimm­ten Unter­neh­men hin­wei­sen­der Stamm­be­stand­teil einer Zei­chen­se­rie für die Titel einer Rei­he von Auto­mo­bil­zeit­schrif­ten ver­wen­det zu wer­den, und der Zei­chen­be­stand­teil auch nicht auf­grund sei­ner tat­säch­li­chen Ver­wen­dung vom Ver­kehr als ein sol­cher Stamm­be­stand­teil einer bereits exis­tie­ren­den Zei­chen­se­rie ver­stan­den wird.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 2. Dezem­ber 2009 – I ZR 44/​07 ("OFFROAD")

  1. vgl. EuGH, Urteil vom 06.10.2005 – C‑120/​04, Slg. 2005, I‑8551 = GRUR 2005, 1042 Tz. 30 ff. = WRP 2005, 1505 – THOMSON LIFE; BGHZ 167, 322 Tz. 18 – Mal­te­ser­kreuz; BGH, Urteil vom 28.06.2007 – I ZR 132/​04, GRUR 2008, 258 Tz. 33 = WRP 2008, 232 – INTER­CON­NEC­T/T‑In­ter-Con­nect; Beschluss vom 29.05.2008 – I ZB 54/​05, GRUR 2008, 905 Tz. 37 = WRP 2008, 1349 – Pan­to­he­xal[]