Abneh­men per Magen­ope­ra­ti­on

Eine Magen­ope­ra­ti­on im Kampf gegen das Über­ge­wicht ist nach Ansicht des Sozi­al­ge­richts Det­mold zumin­dest für gesetz­lich Kran­ken­ver­si­cher­te nicht der rich­ti­ge Weg: Chir­ur­gi­sche Maß­nah­men bei einem Body-Mass-Index (BMI) von 44 müs­sen nur dann von der Kran­ken­kas­se finan­ziert wer­den, wenn fest­steht, dass alle ande­ren Mit­tel zur Gewichts­re­duk­ti­on ver­sagt haben. Der Ver­si­cher­te ist im Vor­feld ver­pflich­tet, ver­schie­de­ne Diä­ten aus­zu­pro­bie­ren, Bewe­gungs- und Ernäh­rungs­the­ra­pie in Anspruch zu neh­men, ggf. eine Psy­cho­the­ra­pie zu durch­lau­fen oder sta­tio­nä­re Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­men zu absol­vie­ren.

Abneh­men per Magen­ope­ra­ti­on

Eine ope­ra­ti­ve Magen­ver­klei­ne­rung oder ähn­li­che chir­ur­gi­sche Maß­nah­men waren damit nach Ansicht des Sozi­al­ge­richts Det­mold in dem dort ent­schie­de­nen FAll auch bei der 40-jäh­ri­gen Klä­ge­rin nicht medi­zi­nisch not­wen­dig: Es war nicht erkenn­bar, dass die Ver­si­cher­te das Basis­pro­gramm nach den Leit­li­ni­en zur The­ra­pie der Adi­po­si­tas mit einem gewis­sen Maß an Selbst­dis­zi­plin ver­folgt hat. Auch wenn an das Durch­hal­te­ver­mö­gen des Betrof­fe­nen kei­ne über­stei­ger­ten Anfor­de­run­gen gestellt wer­den dür­fen, kann der Ver­si­cher­te nicht davon aus­ge­hen, die ein­zel­nen Schrit­te der kon­ser­va­ti­ven Behand­lung nur „abzu­ha­ken“, um sich auf die­se Wei­se die Vor­aus­set­zun­gen für eine ope­ra­ti­ve Behand­lung der Adi­po­si­tas zu erar­bei­ten. Wenn pro­gnos­tisch nicht erkenn­bar ist, dass es dem Ver­si­cher­ten auf lan­ge Sicht gelingt, sei­ne Lebens- und Ess­ge­wohn­hei­ten umzu­stel­len, wird auch der Erfolg einer magen­ver­klei­nern­den Ope­ra­ti­on unge­wiss sein. In einem sol­chen Fall dür­fen die Kran­ken­kas­sen die Kos­ten für die Behand­lung nicht über­neh­men.

Sozi­al­ge­richt Det­mold, Urteil vom 26. Febru­ar 2009 – S 5 KR 158/​06