Rich­ter­li­che Hin­weis­pflicht bei feh­len­der Erfolgs­aus­sicht

Die rich­ter­li­che Hin­weis­pflicht soll den Betei­lig­ten Schutz und Hil­fe­stel­lung geben, ohne deren Eigen­ver­ant­wor­tung zu besei­ti­gen. Inhalt und Umfang der rich­ter­li­chen Hin­weis­pflicht hän­gen von der Sach- und Rechts­la­ge des ein­zel­nen Fal­les sowie von der Mit­wir­kung und den indi­vi­du­el­len Mög­lich­kei­ten der Betei­lig­ten ab 1. Ist ein Klä­ger rechts­kun­dig ver­tre­ten, bedarf es eines rich­ter­li­chen Hin­wei­ses regel­mä­ßig in sol­chen Fäl­len nicht, in denen der Pro­zess­geg­ner bereits auf die gegen die Erfolgs­aus­sich­ten spre­chen­den Gesichts­punk­te hin­ge­wie­sen hat. Denn bei einer sol­chen Sach­la­ge muss grund­sätz­lich damit gerech­net wer­den, dass das Gericht den Hin­wei­sen des Pro­zess­geg­ners folgt 2.

Rich­ter­li­che Hin­weis­pflicht bei feh­len­der Erfolgs­aus­sicht

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 14. Febru­ar 2012 – X S 1/​12

  1. BFH, Beschluss vom 05.08.2011 – III B 144/​10, BFH/​NV 2011, 1915[]
  2. BFH, Beschluss vom 15.06.2001 – VII B 45/​01, BFH/​NV 2001, 1580[]
  3. BGH, Urteil vom 28.10.2015 – IV ZR 405/​14, VersR 2015, 1545[]