Der Betriebs­rat und die Ver­set­zung eines Post­be­am­ten

Der Betriebs­rat eines still­ge­leg­ten Betrie­bes der Deut­schen Post AG ist nicht berech­tigt ist, bei der Ver­set­zung von Beam­ten die­ses Betrie­bes zu ande­ren Betrie­ben des Unter­neh­mens mit­zu­be­stim­men.

Der Betriebs­rat und die Ver­set­zung eines Post­be­am­ten

Nach den Rege­lun­gen des Post­per­so­nal­rechts­ge­set­zes unter­lie­gen die Beam­ten in den Post­nach­fol­ge­un­ter­neh­men den Bestim­mun­gen des Betriebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes. Abwei­chend davon ste­hen dem Betriebs­rat in Per­so­nal­an­ge­le­gen­hei­ten der Beam­ten wie zum Bei­spiel Ver­set­zun­gen die Betei­li­gungs­rech­te nach dem Bun­des­per­so­nal­ver­tre­tungs­ge­setz zu.

Im vor­lie­gend vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­de­nen Fall ging es um die Schlie­ßung der Ser­vice Nie­der­las­sung Immo­bi­li­en der Deut­schen Post AG. Die dort beschäf­tig­ten Beam­ten wur­den zu ande­ren Betrie­ben des Unter­neh­mens ver­setzt. Der Betriebs­rat des still­ge­leg­ten Betrie­bes mach­te für jetzt noch 13 Beam­te im Wege des Rest­man­da­tes ein Mit­be­stim­mungs­recht bei Ver­set­zung gel­tend (§ 29 Abs. 1 Satz 1 Post­Pers­RG i.V.m. § 76 Abs. 1 Nr. 4 BPers­VG). Das Bestehen eines sol­chen Rechts hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Saar­lands mit der Begrün­dung ver­neint, die Mit­be­stim­mung bei Ver­set­zun­gen im abge­ben­den Betrieb kom­me nach ihrem Sinn und Zweck im Fal­le einer Betriebs­still­le­gung nicht mehr zum Tra­gen 1.

Die­ser Argu­men­ta­ti­on ist auch das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt gefolgt: Die Mit­be­stim­mung bei Ver­set­zun­gen im abge­ben­den Betrieb dient vor­ran­gig den Inter­es­sen der Beleg­schaft. Die­se soll vor Arbeits­ver­dich­tung, die mit der Ver­set­zung ver­bun­den sein kön­nen, und vor sach­wid­ri­ger Aus­wahl der zu ver­set­zen­den Beschäf­tig­ten geschützt wer­den. Die­se kol­lek­ti­ven Inter­es­sen ent­fal­len bei einer Betriebs­still­le­gung, weil damit zugleich die Betriebs­ge­mein­schaft ihre Exis­tenz ver­liert und alle Beschäf­tig­ten ver­setzt wer­den müs­sen. Die Indi­vi­dual­in­ter­es­sen des von der Ver­set­zung jeweils betrof­fe­nen Beam­ten, ins­be­son­de­re sein Recht auf amts­an­ge­mes­se­ne Wei­ter­be­schäf­ti­gung, wer­den durch die Mit­be­stim­mung beim Sozi­al­plan wahr­ge­nom­men. Letz­te­re fiel hier in die Zustän­dig­keit des im Unter­neh­men gebil­de­ten Gesamt­be­triebs­rats, wie bereits ander­wei­tig gericht­lich geklärt war. Dage­gen wür­de die Zustim­mungs­ver­wei­ge­rung des Betriebs­rats in einem etwai­gen Mit­be­stim­mungs­ver­fah­ren bei Ver­set­zung zu kei­nem kon­struk­ti­ven Ergeb­nis füh­ren, weil eine Wei­ter­be­schäf­ti­gung im alten Betrieb wegen des­sen Still­le­gung aus­schei­det.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 25. Janu­ar 2012 – 6 P 25.10

  1. OVG Saar­land, Beschluss vom 27.10.2010 – 4 A 146/​10[]