Dau­er­ob­ser­va­ti­on statt nach­träg­li­cher Siche­rungs­ver­wah­rung

Die Dau­er­ob­ser­va­ti­on einer Per­son ist dann von § 28 SPolG gedeckt, wenn die Gefah­ren­pro­gno­se der Poli­zei sich auf die von der Per­son in der Ver­gan­gen­heit began­ge­nen Straf­ta­ten und auf zahl­rei­che Gut­ach­ten stützt.

Dau­er­ob­ser­va­ti­on statt nach­träg­li­cher Siche­rungs­ver­wah­rung

So das Ver­wal­tungs­ge­richt des Saar­lan­des in dem hier vor­lie­gen­den Fall des Wal­ter H., der durch sei­ne ein­ge­reich­te Kla­ge fest­ge­stellt haben woll­te, dass die Obser­va­ti­on sei­ner Per­son durch die Poli­zei in der Zeit vom 12.05.2010 bis 02.09.2011 rechts­wid­rig war. Die poli­zei­li­che Dau­er­über­wa­chung war ange­ord­net wor­den, nach­dem der Bun­des­ge­richts­hof die nach­träg­li­che Siche­rungs­ver­wah­rung des Klä­gers unter Hin­weis auf die Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­ho­fes für Men­schen­rech­te auf­ge­ho­ben hat­te. Der Klä­ger ist der Ansicht, im Saar­län­di­schen Poli­zei­ge­setz (SPolG) gebe es kei­ne Rechts­grund­la­ge für die Dau­er­ob­ser­va­ti­on.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts des Saar­lan­des lag mit § 28 SPolG eine ver­fas­sungs­ge­mä­ße Rechts­grund­la­ge für die sei­ner­zeit erfolg­te Obser­va­ti­on vor. Die dama­li­ge Gefah­ren­pro­gno­se der Poli­zei, die sich auf die von dem Klä­ger in der Ver­gan­gen­heit began­ge­nen Straf­ta­ten und auf zahl­rei­che Gut­ach­ten – zuletzt aus dem Jahr 2007 – gestützt hat, ist nicht zu bean­stan­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt des Saar­lan­des, Urteil vom 28. Novem­ber 2012 – 6 K 745/​10