Die Foto­er­laub­nis bei einer Pre­miè­re

Es besteht kei­ne Ver­pflich­tung einem Pres­se­fo­to­gra­fen bei Opern­pre­mie­ren eine Foto­er­laub­nis ertei­len zu müs­sen. Zwar ist die Oper grund­sätz­lich zur Aus­kunfts­er­tei­lung auf kon­kre­te Anfra­gen der Pres­se ver­pflich­tet, aber die Art und Wei­se der Aus­kunfts­er­tei­lung steht in ihrem Ermes­sen.

Die Foto­er­laub­nis bei einer Pre­miè­re

So hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Foto­jour­na­lis­ten ent­schie­den, dem von der Köl­ner Oper zur Pre­miè­re der Insze­nie­rung „Sam­son et Dali­la” im Mai 2009 eine Foto­er­laub­nis ver­wei­gert wor­den ist. Die­se Auf­füh­rung hat­te in der Öffent­lich­keit Auf­se­hen erregt, weil sich zahl­rei­che Sän­ge­rin­nen und Sän­ger ange­sichts grau­sa­mer Gewalt­sze­nen und Mas­sen­ver­ge­wal­ti­gun­gen krank gemel­det hat­ten. Die gewünsch­te Foto­er­laub­nis war unter Hin­weis auf ein all­ge­mei­nes Foto­gra­fier­ver­bot bei Auf­füh­run­gen und mit Rück­sicht auf pri­va­te Rech­te der Dar­stel­ler ver­sagt wor­den. Im Kla­ge­ver­fah­ren soll­te all­ge­mein geklärt wer­den, ob die Oper ver­pflich­tet ist, Foto­jour­na­lis­ten bei Pre­mie­ren­auf­füh­run­gen eige­ne Auf­nah­men zu gestat­ten.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts für das Land Nord­rhein-West­fa­len erge­be sich das gel­tend gemach­te Recht, eige­ne Fotos auf­zu­neh­men, weder aus dem pres­se­recht­li­chen Aus­kunfts­an­spruch noch aus der grund­recht­lich geschütz­ten Pres­se- und Infor­ma­ti­ons­frei­heit. Zwar sei die Oper Köln grund­sätz­lich zur Aus­kunfts­er­tei­lung auf kon­kre­te Anfra­gen der Pres­se ver­pflich­tet. Jedoch ste­he die Art und Wei­se der Aus­kunfts­er­tei­lung in ihrem Ermes­sen. Dabei müs­se sie dem pres­se­recht­lich geschütz­ten Wunsch des Klä­gers, über eine bestimm­te Auf­füh­rung einen Bild­be­richt erstel­len zu wol­len, Rech­nung tra­gen. Dies kön­ne etwa dadurch gesche­hen, dass wesent­li­che Fak­ten zur Insze­nie­rung mit­ge­teilt wür­den und ergän­zend eine Aus­wahl an Bild­auf­nah­men aus der Pro­ben­ar­beit ange­bo­ten wer­de. Mit Blick auf die Pres­se­frei­heit sei aber nicht zu bean­stan­den, Jour­na­lis­ten den­sel­ben Ver­hal­tens­re­geln zu unter­wer­fen, die die Oper im Inter­es­se einer unge­stör­ten Auf­füh­rung und mit Rück­sicht auf berech­tig­te Belan­ge der Dar­stel­ler jedem ande­ren Besu­cher abver­lan­ge.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Urteil vom 13. März 2013 – 5 A 1293/​11