Beschwer­de die Raten­zah­lungs­an­ord­nung bei der PKH-Bewil­li­gung

Wird im Rah­men der Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe bzw. Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe die Raten­zah­lungs­an­ord­nung mit einer Beschwer­de ange­grif­fen, rich­tet sich der Gegen­stands­wert für die­se Beschwer­de nach dem Inter­es­se des Beschwer­de­füh­rers an der begehr­ten Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe.

Beschwer­de die Raten­zah­lungs­an­ord­nung bei der PKH-Bewil­li­gung

Gemäß § 2 Abs. 2 RVG i.V.m. der amt­li­chen Anmer­kung zu Nr. 3335 des Ver­gü­tungs­ver­zeich­nis­ses ist grund­sätz­lich der Wert der Haupt­sa­che maß­geb­lich 1. Dies gilt auch im Beschwer­de­ver­fah­ren 2.

In den Fäl­len, in denen sich die Beschwer­de nur mit der Fra­ge zu befas­sen hat, ob und wel­che Raten­zah­lun­gen ein Betei­lig­ter nach § 120 Abs. 1, 4 ZPO zu erbrin­gen hat, errech­net sich der Gegen­stands­wert nach § 2 Abs. 2 RVG i.V.m. der amt­li­chen Anmer­kung zu Nr. 3335 des Ver­gü­tungs­ver­zeich­nis­ses, dort 2. Halb­satz, nach bil­li­gem Ermes­sen ent­spre­chend dem Kos­ten­in­ter­es­se 3. Der Gegen­stands­wert errech­net sich also aus dem Betrag, den die Par­tei bei Erfolg des Antrags nicht selbst zah­len müss­te 4.

Bei der Anord­nung von Raten­zah­lun­gen ergibt sich der Gegen­stands­wert aus der Dif­fe­renz der ange­ord­ne­ten zu den vom Beschwer­de­füh­rer begehr­ten Raten­zah­lun­gen, es sei denn, die zu erwar­ten­den Kos­ten sind nied­ri­ger 5. Dabei ist zu beach­ten, dass die Raten höchs­tens 48 Mona­te lang zu erbrin­gen sind, § 115 Abs. 2 ZPO.

Die unter­schied­li­che Bewer­tung im Ver­hält­nis zur Bewil­li­gung der Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe an sich recht­fer­tigt sich im Übri­gen damit, dass in den Fäl­len des § 120 Abs. 1, 4 ZPO auch der Prü­fungs­um­fang gerin­ger ist, da die Erfolgs­aus­sich­ten nicht bewer­tet wer­den müs­sen 6.

  1. BGH, Beschluss vom 15.09.2010 – XII ZB 82/​10, Fam­RZ 2010, 1892 Rn. 5; Gerol­d/­Schmid­t/­Mül­ler-Rabe/­May­er RVG 20. Aufl. Anh VI Rn. 331; Hart­mann Kos­ten­ge­set­ze 38. Aufl. VV Nr. 3335 Rn. 18; Riedel/​Sußbauer Rechts­an­walts­ver­gü­tungs­ge­setz 9. Aufl. VV Teil 3 Abschnitt 3 Rn.208; Mayer/​Kroiß Rechts­an­walts­ver­gü­tungs­ge­setz 5. Aufl. Anhang I Rn. 365[]
  2. BGH, Beschluss vom 15.09.2010 – XII ZB 82/​10, Fam­RZ 2010, 1892 Rn. 7; BGH Beschluss vom 28.04.2011 – IX ZB 145/​09, NJW Spe­zi­al 2011, 349[]
  3. BeckOK/​Sermond RVG [Stand 15.05.2012] RVG 3335 Rn. 37; Musielak/​Fischer ZPO 9. Aufl. § 127 Rn. 28; vgl. OLG Koblenz Jur­Bü­ro 1993, 423, 424[]
  4. Gerol­d/­Schmid­t/­Mül­ler-Rabe/­May­er RVG 20. Aufl. Anh VI Rn. 332[]
  5. vgl. Gerol­d/­Schmid­t/­Mül­ler-Rabe/­May­er RVG 20. Aufl. Anh VI Rn. 333, vgl. auch Hart­mann, Kos­ten­ge­set­ze 38. Aufl. VV Nr. 3335 Rn. 18; Schneider/​Herget Streit­wert­kom­men­tar 12. Aufl. Rn. 4401[]
  6. Gerol­d/­Schmid­t/­Mül­ler-Rabe/­May­er RVG 20. Aufl. Anh VI Rn. 333; vgl. Riedel/​Sußbauer Rechts­an­walts­ver­gü­tungs­ge­setz 9. Aufl. VV Teil 3 Abschnitt 3 Rn. 211; OLG Frank­furt am Main Jur­Bü­ro 1988, 1375, 1376[]