Betreu­ungs­ver­fah­ren – und die Anhö­rung im Beschwer­de­ver­fah­ren

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist eine erneu­te Anhö­rung im Beschwer­de­ver­fah­ren immer dann erfor­der­lich, wenn von ihr neue Erkennt­nis­se im Sin­ne des § 68 Abs. 3 Satz 2 FamFG zu erwar­ten sind.

Betreu­ungs­ver­fah­ren – und die Anhö­rung im Beschwer­de­ver­fah­ren

Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn der Betrof­fe­ne an sei­nem in der amts­ge­richt­li­chen Anhö­rung erklär­ten Ein­ver­ständ­nis mit einer Betreu­ung im Beschwer­de­ver­fah­ren nicht mehr fest­hält 1.

Gemes­sen hier­an hät­te in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall das Beschwer­de­ge­richt den Betrof­fe­nen selbst anhö­ren müs­sen. Wäh­rend er noch bei sei­ner Anhö­rung im amts­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren mit der Ein­rich­tung einer Kon­troll­be­treu­ung ein­ver­stan­den war, hat er in sei­nen Beschwer­den das Gegen­teil geäu­ßert. Auf­grund des­sen hät­te das Land­ge­richt durch eine per­sön­li­che Anhö­rung zum einen die Hin­ter­grün­de des Sin­nes­wan­dels bei dem laut Sach­ver­stän­di­gem sug­ges­ti­blen Betrof­fe­nen auf­klä­ren und sich zum ande­ren selbst gege­be­nen­falls nach Ein­ho­lung einer ergän­zen­den sach­ver­stän­di­gen Stel­lung­nah­me einen Ein­druck davon ver­schaf­fen müs­sen, ob der Betrof­fe­ne tat­säch­lich nicht in der Lage ist, einen frei­en Wil­len zu bil­den 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Dezem­ber 2015 – XII ZB 381/​15

  1. BGH, Beschluss vom 24.06.2015 – XII ZB 98/​15, Fam­RZ 2015, 1603, Rn. 6, mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 07.08.2013 – XII ZB 188/​13, Fam­RZ 2013, 1800, Rn. 10; und vom 16.05.2012 – XII ZB 454/​11, Fam­RZ 2012, 1207, Rn. 22[]