Vor­läu­fi­ge Ein­stel­lung der Zwangs­voll­stre­ckung in der Rechts­be­schwer­de­instanz

Eine Ein­stel­lung der Zwangs­voll­stre­ckung durch das Rechts­be­schwer­de­ge­richt kommt auch in einer Fami­li­en­streit­sa­che nicht in Betracht, wenn der Schuld­ner es ver­säumt hat, vor dem Beschwer­de­ge­richt einen Antrag auf Ein­stel­lung oder Be-schrän­kung der Zwangs­voll­stre­ckung nach § 120 Abs. 2 Satz 2 FamFG zu stel­len [1].

Vor­läu­fi­ge Ein­stel­lung der Zwangs­voll­stre­ckung in der Rechts­be­schwer­de­instanz

Der Ein­stel­lungs­an­trag ist gemäß §§ 120 Abs. 1 FamFG, 719 Abs. 2 ZPO zuläs­sig, aber unbe­grün­det.

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs, wie sie zum Revi­si­ons- und Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren ergan­gen ist, kommt eine Ein­stel­lung der Zwangs­voll­stre­ckung durch das Revi­si­ons­ge­richt nicht in Betracht, wenn der Schuld­ner es ver­säumt hat, im Beru­fungs­rechts­zug einen Voll­stre­ckungs­schutz­an­trag gemäß § 712 ZPO zu stel­len, obwohl ihm ein sol­cher Antrag mög­lich und zumut­bar gewe­sen wäre [1]. Zumut­bar ist ein sol­cher Antrag unab­hän­gig davon, ob die Par­tei damit rech­net, dass das Beru­fungs­ge­richt die Revi­si­on zulas­sen wer­de.

Die­se Grund­sät­ze sind in Bezug auf Ehe- und Fami­li­en­streit­sa­chen auch im Rah­men des seit dem 1. Sep­tem­ber 2009 gel­ten­den Ver­fah­rens­rechts unver­än­dert anzu­wen­den. Dem Antrags­geg­ner stand in der Beschwer­de­instanz ein Antrag auf Ein­stel­lung oder Beschrän­kung der Zwangs­voll­stre­ckung nach § 120 Abs. 2 Satz 2 FamFG offen, der mit der Glaub­haft­ma­chung zu ver­bin­den war, dass die Voll­stre­ckung ihm einen nicht zu erset­zen­den Nach­teil brin­gen wür­de. Ein sol­cher Antrag ent­spricht einem Antrag nach § 712 ZPO auf­grund der vor­he­ri­gen Rechts­la­ge. Da dem Antrags­geg­ner zumut­bar war, den Antrag auf Voll­stre­ckungs­schutz zu stel­len und er hier­von kei­nen Gebrauch gemacht hat, schei­det eine Ein­stel­lung der Zwangs­voll­stre­ckung durch das Rechts­be­schwer­de­ge­richt aus.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Juni 2013 – XII ZB 19/​13

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 06.04.2011 – XII ZR 111/​10, FamRZ 2011, 884; vom 24.11.2010 – XII ZR 31/​10, NJW-RR 2011, 705; vom 04.06.2008 – XII ZR 55/​08, NJW-RR 2008, 1038; vom 06.06.2006 – XII ZR 80/​06, NJW-RR 2006, 1088; und vom 04.09.2002 – XII ZR 173/​02, NJW-RR 2002, 1650[][]