Euro­päi­sche Schäd­lings­be­kämp­fung

"Bio­zi­de" gegen Schäd­lin­ge und Mikro­ben sol­len siche­rer und umwelt­freund­li­cher wer­den. Die EU-Gesetz­ge­bung, zu der ges­tern im Euro­päi­schen Par­la­ment in ers­ter Lesung die Abstim­mung statt­fand, besagt zudem, dass neue Bio­zid-Pro­duk­te für den EU-wei­ten Ver­kauf schnel­ler als bis­her zuge­las­sen wer­den sol­len.

Euro­päi­sche Schäd­lings­be­kämp­fung

Das all­ge­mei­ne Ziel die­ses Geset­zes­vor­schlags ist es, die EU-Regeln für eine Band­brei­te von Pro­duk­ten, die von Insek­ten­schutz­mit­teln bis zu Che­mi­ka­li­en für Was­ser­auf­be­rei­tung reicht, neu­en Anfor­de­run­gen anzu­pas­sen. Land­wirt­schaft­li­che Pes­ti­zi­de wer­den durch geson­der­te Rechts­vor­schrif­ten abge­deckt. Zum ers­ten Mal wer­den auch Mate­ria­li­en, die mit Schäd­lings­kämp­fungs­mit­teln behan­delt wur­den, regu­liert.

Die Abge­ord­ne­ten haben eine Rei­he von Ände­rungs­an­trä­gen zu die­sem Geset­zes­ent­wurf ange­nom­men, über die nun der Minis­ter­rat bera­ten muss.

Die neu­en Zulas­sun­gen für Schäd­lings­be­kämp­fungs­mit­tel auf EU-Ebe­ne sol­len zu einer Straf­fung der Antrags­stel­lungs­ver­fah­ren für Unter­neh­men füh­ren. Aller­dings ist das Euro­päi­sche Par­la­ment der Ansicht, dass die­se Her­an­ge­hens­wei­se stu­fen­wei­se ein­ge­führt wer­den soll­te.

Fer­ner sol­len bestimm­te gif­ti­ge Che­mi­ka­li­en ver­bo­ten wer­den, ins­be­son­de­re sol­che, die krebs­er­re­gend sowie schäd­lich für die Frucht­bar­keit sind bzw. Gene oder Hor­mo­ne beein­träch­ti­gen. Fer­ner wer­den Bestim­mun­gen, die dar­auf aus­ge­rich­tet sind, wei­te­re gefähr­li­che Stof­fe stu­fen­wei­se durch weni­ger schäd­li­che Alter­na­tiv­sub­stan­zen zu erset­zen, ver­schärft.

Auf der Agen­da der neu­en Rege­lun­gen steht auch eine zen­tra­li­sier­te, EU-wei­te Zulas­sung von Bio­zid-Pro­duk­ten, die stu­fen­wei­se ein­ge­führt wer­den soll. Dabei soll die Euro­päi­sche Che­mi­ka­li­en­agen­tur beauf­tragt wer­den, die Anträ­ge für neue Bio­zid-Pro­duk­te und sol­che mit nied­ri­gem Risi­ko­po­ten­zi­al ab 2013 und die meis­ten ande­ren Bio­zid-Pro­duk­te ab 2017 zu bewer­ten. Jedoch sol­len Mit­glied­staa­ten wei­ter­hin über Pro­duk­te ent­schei­den, die mög­li­cher­wei­se die größ­ten Gesund­heits­ri­si­ken ber­gen. Außer­dem sol­len die Mit­glied­staa­ten das Recht behal­ten, zusätz­li­che Kon­trol­len über die Ver­wen­dung von auf EU-Ebe­ne zuge­las­se­nen Pro­duk­ten zu ver­hän­gen.

Das Par­la­ment hat zudem ent­schie­den, dass Unter­neh­men dazu ver­pflich­tet wer­den soll, Daten aus Tier­ver­su­chen (im Gegen­zug einer ange­mes­se­nen Ent­schä­di­gung) geteilt wer­den, um dop­pel­te Expe­ri­men­te zu ver­mei­den. Eine ver­gleich­ba­re Bestim­mung besteht der­zeit bereits in den REACH-Regeln für Che­mi­ka­li­en.

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