Als im September 2021 El Salvador als erster Staat der Welt als neues gesetzliches Zahlungsmittel anerkannte, ging eine lange Reise für die älteste Kryptowährung zu Ende. Gleichzeitig entschieden sich viele Menschen zu Beginn des Jahres zum Ethereum kaufen und trieben den Ethereum Kurs teilweise in ungeahnte Höhen.
Was viele nicht wissen: hinter einigen Kryptowährungen steckt ein ausgeprägtes Misstrauen gegenüber dem Staat, Überwachung und in Teilen auch dem kapitalistischen System. Deshalb sehen sich auch einige Kryptowährungen wie Dogecoin oder Shiba Inu als „Peoples Money“, also als Geld der Massen. Bei einem solchen Anfang ist es klar, dass man bis heute nicht genau weiß, wer hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto, dem Erfinder des Bitcoins, verbirgt. Das Umfeld, aus dem das virtuelle Geld stammt, ist aber bekannt.
Eine Revolution nur vergleichbar mit dem Buchdruck:
Die zentrale Person der Cypherpunks, einer Gruppe, die sich 1992 gründete, ist Tim May, der vier Jahre zuvor das „Crypto Anarchist Manifesto“ veröffentlichte. Die Gruppe diskutierte schon in den 90er über Themen wie digitales Bargeld, das über vernetzte Computer gehandelt wird, dabei leicht zu verifizieren ist aber nicht gefälscht oder vervielfältigt werden kann. Wichtig war auch, dass beim Zahlungsverkehr keine Informationen über den Nutzer oder die Anwendung hinterlassen werden. Das erinnert stark an die Blockchain der Grundlage für Bitcoin und Co.
Tim May schrieb dazu in seinem Manifest: „So wie die Technologie des Buchdrucks die Macht mittelalterlicher Gilden einschränkte und soziale Machtstrukturen veränderte, so werden kryptologische Methoden das Wesen von Konzernen und von staatlichen Eingriffen in wirtschaftliche Abläufe grundlegend verändern.“.
Die ersten Ideen der Blockchain:
Überwachung des Konsumverhaltens wurde schon in den 1970er-Jahren mit der Einführung des elektronischen Geldes zu einem der zentralen Themen. Immer wieder wurden Stimmen laut, die sich nach digitalen Zahlungsmöglichkeiten die keine Spuren hinterlassen, sehnten. Diese Frage beschäftigte auch den jungen David Chaum, einem Kryptografen an der University of Berkley. 1982 veröffentlichte Chaum in seiner Dissertation „Computer Systems Established, Maintained, and Trusted by Mutually Suspicious Groups“ den ersten Entwurf einer Blockchain.
Daraufhin entwickelte Chaum mehrere kryptografische Protokolle und ein digitales Währungssystem mit dem Namen eCash das auf Blindsignaturen setzte. Mit dieser Software sollten Kunden die Möglichkeit haben Transaktionen zu verschlüsseln und damit Banken, Regierungen oder Dritte daran hindern die Zahlungen zu verfolgen. Im Jahr 1989 gründete Chaum in den Niederlanden dann seine Firma DigiCash, die aus dem Konzept von eCash ein Geschäft machen sollte. Chaum erklärt: „Mein Ziel war es immer, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, indem man Menschen die Angst nimmt, von der Regierung oder anderen ausspioniert zu werden. Als das digitale Zeitalter anbrach, war dieses Ziel in Gefahr und ich beschloss, DigiCash zu gründen.“
Was genau ist die Blockchain?
Als Grundlage dient Kryptowährungen die sog. Blockchain (dt.: „Blockkette“). In dieser werden mehrere Blöcke aus komplexen Datenfolgen aneinandergereiht werden, umso etwaige Manipulationen zu verhindern. Neue Coins werden durch das sog. Mining erschaffen, hier lösen Computer unter dem Aufwand von großer Rechenleistung komplexe Aufgaben und genieren so in einem Netzwerk neue Coins. Dabei haben manche Coins eine maximale Anzahl so ist der Bitcoins auf insgesamt 21 Millionen begrenzt.
Das Ende von Cypherpunk
So schnell wie der Aufstieg der Cypherpunks begann, genauso schnell war der Hype auch wieder vorbei. In den 2000er-Jahren wurde auch eCash von der Dotcom Blase erwischt und ging unter, nicht zuletzt auch weil man einen Deal mit Microsoft ablehnt. Weitere Mitglieder der Cypherpunks verschwanden entweder oder wanden sich neuen Projekten, wie WikiLeaks zu. Allerdings sollte man nie vergessen das die Grundzüge der Kryptowährungen schon in den 80er-Jahren und 90er-Jahren diskutiert wurden.
Bildnachweis:
- Ethereum: Wilfried kPohnke











