Lohn­zah­lun­gen der Kon­zern­mut­ter

Wie der Bun­des­fi­nanz­hof bereits in sei­nem Urteil vom 28.02.2013 1 ent­schie­den hat, kann aus­nahms­wei­se auch bei der Zuwen­dung eines Drit­ten Arbeits­lohn anzu­neh­men sein, wenn die Zuwen­dung ein Ent­gelt "für" eine Leis­tung bil­det, die der Arbeit­neh­mer im Rah­men des Dienst­ver­hält­nis­ses für sei­nen Arbeit­ge­ber erbringt, erbracht hat oder erbrin­gen soll. Vor­aus­set­zung ist, dass sie sich für den Arbeit­neh­mer als Frucht sei­ner Arbeit für den Arbeit­ge­ber dar­stellt und im Zusam­men­hang mit dem Dienst­ver­hält­nis steht. Dage­gen liegt dann kein Arbeits­lohn vor, wenn die Zuwen­dung wegen ande­rer Rechts­be­zie­hun­gen oder wegen sons­ti­ger, nicht auf dem Dienst­ver­hält­nis beru­hen­der Bezie­hun­gen zwi­schen Arbeit­neh­mer und Arbeit­ge­ber gewährt wird; Ent­spre­chen­des gilt, wenn die Zuwen­dung auf ande­ren Rechts­be­zie­hun­gen zwi­schen Arbeit­neh­mer und Drit­tem grün­det.

Lohn­zah­lun­gen der Kon­zern­mut­ter

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat bereits in sei­nem Urteil in BFHE 240, 345, BSt­Bl II 2013, 642 ent­schie­den, dass die per­sön­li­chen Auf­fas­sun­gen und Ein­schät­zun­gen der an der Zuwen­dung Betei­lig­ten, wonach die Zah­lung nicht im Zusam­men­hang mit dem Arbeits­ver­hält­nis ste­he, son­dern unab­hän­gig davon eine eigen­stän­di­ge Schen­kung dar­stel­le, uner­heb­lich sei­en, weil es inso­weit ent­schei­dend auf die vor­ge­fun­de­nen objek­ti­ven Tat­um­stän­de ankom­me, die vom Finanz­ge­richt als Tat­sa­chen­in­stanz eigen­stän­dig zu wür­di­gen sei­en. Dar­an wird fest­ge­hal­ten.

Dem steht auch nicht die Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs 2 ent­ge­gen – nach der kein Arbeits­lohn vor­liegt, wenn die Zuwen­dun­gen wegen ande­rer Rechts­be­zie­hun­gen oder wegen sons­ti­ger nicht auf dem Dienst­ver­hält­nis beru­hen­der Rechts­be­zie­hun­gen zwi­schen Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer gewährt wur­den, und wonach auch eine nach­träg­lich durch Drit­te geleis­te­te Ver­gü­tung weder den Emp­fän­ger zum Arbeit­neh­mer noch die Ver­gü­tung zu Arbeits­lohn macht – wenn die Wür­di­gung der Tat­um­stän­de gera­de ergibt, dass die Zuwen­dung auf dem Arbeits­ver­hält­nis grün­det.

Des­halb führt auch der Hin­weis auf die Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs vom 15.03.2007 nicht zum Erfolg, die eine Zuwen­dung eines Spon­sors zuguns­ten eines Fuß­ball­sport­ver­eins durch Über­ga­be eines Schecks zur Finan­zie­rung von Ablö­se­sum­men für Spie­lerein­käu­fe im Rah­men des Tat­be­stands des § 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG zum Gegen­stand hat­te 3. Denn bei einer Grün­dung auf dem Arbeits­ver­hält­nis liegt eben kei­ne sol­che frei­ge­bi­ge Zuwen­dung i.S. des § 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG vor.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 7. August 2014 – VI R 57/​12

  1. BFH, Urteil vom 28.02.2013 – VI R 58/​11, BFHE 240, 345, BSt­Bl II 2013, 642, m.w.N.[]
  2. BFH, Urtei­le vom 04.05.2006 – VI R 19/​03, BFHE 213, 381, BSt­Bl II 2006, 832; vom 08.05.2008 – VI R 50/​05, BFHE 221, 157, BSt­Bl II 2008, 868[]
  3. BFH, Urteil vom 15.03.2007 – II R 5/​04, BFHE 215, 540, BSt­Bl II 2007, 472[]