Ein­schu­lung in die "Wunsch­grund­schu­le"

Im Grund­schul­be­reich gebe es nach der Ent­schei­dung des hes­si­schen Gesetz­ge­bers kei­ne Wahl­frei­heit in Bezug auf die Ein­schu­lung. Es besteht kein Anspruch auf Gestat­tung des Besuchs einer ande­ren als der für den Schü­ler vor­ge­se­he­nen Grund­schu­le.

Ein­schu­lung in die "Wunsch­grund­schu­le"

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Gie­ßen in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines ABC-Schüt­zen ent­schie­den, der an einer ande­ren Grund­schu­le, als der für ihn zustän­di­gen, ein­ge­schult wer­den woll­te. Der Jun­ge aus einem Her­bor­ner Orts­teil mach­te mit sei­nem Eil­an­trag gel­tend, dass wich­ti­ge Grün­de sei­ner Ein­schu­lung an dem laut Schul­be­zirks­sat­zung des Lahn-Dill-Krei­ses eigent­lich für ihn vor­ge­se­he­nen Stand­ort Mer­ken­bach ent­ge­gen­stün­den. Er führ­te u.a. an, dass bereits sei­ne Schwes­ter den Stand­ort Hör­bach der Neu­en Frie­dens­schu­le besu­che und er über drei Jah­re bereits in einer Kin­der­ta­ges­stät­te in Hör­bach gewe­sen sei.

In sei­ner Begrün­dung hat ich das Ver­wal­tungs­ge­richt Gie­ßen aus­führ­li­chen und in allen Ein­zel­hei­ten mit den Lebens­um­stän­den des zukünf­ti­gen Schü­lers und sei­ner Eltern befasst und aus­ge­führt, dass es im Grund­schul­be­reich nach der Ent­schei­dung des hes­si­schen Gesetz­ge­bers kei­ne Wahl­frei­heit gebe. Dies habe sei­ne guten Grün­de. Zu beach­ten sei­en bei der Fra­ge der Gestat­tung des Besuchs einer ande­ren als der durch Sat­zung vor­ge­schrie­be­nen Grund­schu­le auch schul­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Gesichts­punk­te. Inso­weit fal­le hier zu Las­ten des Antrag­stel­lers ins Gewicht, dass in Mer­ken­bach eine eige­ne Klas­se 1 für die Schul­an­fän­ger im kom­men­den Schul­jahr (2014/​15) nur gebil­det wer­den kön­ne, wenn auch der Antrag­stel­ler hier zur Schu­le gehe. Wer­de ihm der Besuch einer ande­ren Grund­schu­le gestat­tet, sin­ke die Schü­ler­zahl in Mer­ken­bach, so dass dann nach den der­zeit vor­lie­gen­den Zah­len dort für die Jahr­gangs­stu­fen 1 und 2 nur eine "Kom­bik­las­se" gebil­det wer­den kön­ne, was für alle ande­ren Schü­ler Nach­tei­le brin­ge. Dem gegen­über hät­ten sei­ne per­sön­li­chen Inter­es­sen, die nicht ein die öffent­li­chen Inter­es­sen über­wie­gen­des Gewicht hät­ten, zurück­zu­tre­ten. Das Ver­wal­tungs­ge­richt hielt die Argu­men­ta­ti­on des Schü­lers nicht für aus­rei­chend, um eine Gestat­tung zu recht­fer­ti­gen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Gie­ßen, Beschluss vom 30. Juli 2014 – 7 L 1800/​14.GI