Fest­le­gun­gen zum Ein­zel­han­del im Regio­nal­plan

Die Fest­le­gun­gen zum Ein­zel­han­del im Regio­nal­plan des Ver­ban­des Regi­on Stutt­gart sind teil­wei­se unwirk­sam. Das hat der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg in Mann­heim jetzt in einem Nor­men­kon­troll­ver­fah­ren der Stadt Wend­lin­gen (Antrag­stel­le­rin) gegen den Ver­band Regi­on Stutt­gart (Antrags­geg­ner) ent­schie­den.

Fest­le­gun­gen zum Ein­zel­han­del im Regio­nal­plan

Die Fest­le­gung im Regio­nal­plan des Ver­bands Regi­on Stutt­gart vom 22. Juli 2009, dass Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­te bis auf eine Aus­nah­me (Grund­ver­sor­gung) nur in Ober‑, Mit­tel- und Unter­zen­tren zuläs­sig sind, ist wegen Ver­sto­ßes gegen den Lan­des­ent­wick­lungs­plan der Lan­des­re­gie­rung vom 23. Juli 2002 (LEP 2002) unwirk­sam. Die wei­te­re Fest­le­gung über die Ansied­lung räum­lich nahe bei­ein­an­der lie­gen­de Ein­zel­han­dels­be­trie­be ("Agglo­me­ra­ti­on") ist jedoch wirk­sam.

Die Fest­le­gung im Plan­satz 2.4.3.2.2 (Z) Absatz 1 des Regio­nal­plans, dass Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­te bis auf eine Aus­nah­me (Grund­ver­sor­gung) "nur" in Ober‑, Mit­tel- und Unter­zen­tren zuläs­sig sind, ver­stößt nach Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs gegen das im Plan­satz 3.3.7 Z Absatz 1 LEP 2002 fest­ge­leg­te Ziel der Raum­ord­nung. Denn danach sei­en Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­te ledig­lich "in der Regel" in Ober‑, Mit­tel- und Unter­zen­tren anzu­sie­deln, was auch Abwei­chun­gen in aty­pi­schen Fäl­len zulas­se. Zudem sei im Lan­des­ent­wick­lungs­plan eine wei­te­re Aus­nah­me aus­drück­lich fest­ge­legt. Der Lan­des­ent­wick­lungs­plan eröff­ne der Regio­nal­pla­nung inso­weit kei­nen Spiel­raum für eine abwei­chen­de "stren­ge­re" Aus­for­mung die­ses von allen öffent­li­chen Pla­nungs­trä­gern zu beach­ten­den rechts­ver­bind­li­chen Zie­les der Raum­ord­nung. Die Ein­wen­dun­gen der Antrag­stel­le­rin gegen den wei­te­ren Plan­satz 2.4.3.2.8 (Z) des Regio­nal­plans über die Ansied­lung räum­lich nahe bei­ein­an­der lie­gen­der Ein­zel­han­dels­be­trie­be ("Agglo­me­ra­ti­on") sei­en jedoch unbe­grün­det. Die­ser Plan­satz und ande­re Plan­sät­ze über Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­te im Regio­nal­plan, die vom Urteil des Senats unbe­rührt blie­ben, sei­en in Ver­bin­dung mit dem Plan­satz 3.3.7 Z Absatz 1 LEP 2002 anzu­wen­den.

Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 15. Novem­ber 2012 – 8 S 2525/​09