Vogel­schutz­richt­li­nie

Das Euro­päi­sche Par­la­ment hat einer neu­en Vogel­schutz­richt­li­nie zuge­stimmt. Die ursprüng­li­che EU-Vogel­schutz-Richt­li­nie wur­de 1979 zum Schutz von bedroh­ten, wild leben­den Vogel­ar­ten erlas­sen. Sie sitist der ältes­te Rechts­akt der Euro­päi­schen Uni­on im Bereich des Natur- und Umwelt­rechts, der noch in Kraft ist.

Vogel­schutz­richt­li­nie

Bei der jetzt beschlos­se­nen Neu­fas­sung han­delt es sich um eine „kodi­fi­zier­te“ Ver­si­on der Richt­li­nie. Als Kodi­fi­zie­rung bezeich­net man im Euro­pa­recht die Zusam­men­fas­sung eines ursprüng­li­chen Rechts­ak­tes (oder meh­re­rer Rechts­ak­te) und aller nach­fol­gen­den Ände­run­gen des ursprüng­li­chen Rechts­ak­tes in einem ein­zi­gen neu­en – ver­meint­lich über­sicht­li­che­ren – Rechts­akt.

Die Vogel­schutz-Richt­li­nie lis­tet Dut­zen­de von Wild­vö­geln auf, die in der gesam­ten EU unter beson­de­ren Schutz gestellt wer­den, dar­un­ter etwa der eura­si­sche Kra­nich, der Eis­tau­cher, die Wald­schnep­fe oder auch der Renn­vo­gel. Die Richt­li­nie ver­pflich­tet die EU-Mit­glieds­staa­ten dazu, die auf­ge­lis­te­ten Vogel­ar­ten beson­ders zu schüt­zen und u.a. ihre Jagd zu ver­bie­ten. Auch sons­ti­ge Tötun­gen der Tie­re und das Ent­neh­men oder Zer­stö­ren ihrer Eier und Nes­ter wird durch die Richt­li­nie genau­so ver­bo­ten wie Stö­run­gen, wenn die Tie­re brü­ten.

Des wei­te­ren sieht die Richt­li­nie vor, dass beson­de­re Vogel­schutz-Gebie­te ein­ge­rich­tet wer­den und Lebens­räu­me rena­tu­ra­li­siert wer­den, denn die Wild­vö­gel wer­den nicht nur durch Jagd bedroht, son­dern auch durch Zer­sie­de­lung, Urba­ni­sie­rung und Indus­tria­li­sie­rung ihrer Lebens­räu­me.