Wenn der fal­sche Rich­ter das Urteil unter­schreibt…

Gem. § 72b Abs. 1 Satz 1 ArbGG kann das Urteil eines Lan­des­ar­beits­ge­richts durch sofor­ti­ge Beschwer­de ange­foch­ten wer­den, wenn es nicht bin­nen fünf Mona­ten nach der Ver­kün­dung voll­stän­dig abge­fasst und mit den Unter­schrif­ten sämt­li­cher Mit­glie­der der Kam­mer ver­se­hen der Geschäfts­stel­le über­ge­ben wor­den ist. Erfor­der­lich sind die Unter­schrif­ten der­je­ni­gen Mit­glie­der der Kam­mer, die an der Ent­schei­dung mit­ge­wirkt haben 1.

Wenn der fal­sche Rich­ter das Urteil unter­schreibt…

Ist das voll­stän­dig abge­fass­te Urteil ganz oder teil­wei­se von ande­ren Mit­glie­dern der Kam­mer unter­schrie­ben, ohne dass ein Ver­hin­de­rungs­grund vor­ge­le­gen hät­te, ist es nicht im Sin­ne von § 72b Abs. 1 Satz 1 ArbGG mit den Unter­schrif­ten sämt­li­cher Mit­glie­der der Kam­mer ver­se­hen. Feh­len­de rich­ter­li­che Unter­schrif­ten kön­nen zwar mit Wir­kung für die Zukunft nach­ge­holt wer­den 2. Dies gilt jedoch nicht, wenn die für die Ein­le­gung eines Rechts­mit­tels längs­te Frist von fünf Mona­ten nach der Ver­kün­dung der Ent­schei­dung abge­lau­fen ist 3.

Die sofor­ti­ge Beschwer­de ist inner­halb einer Not­frist von einem Monat ein­zu­le­gen und zu begrün­den. Die Frist beginnt mit dem Ablauf von fünf Mona­ten nach der Ver­kün­dung des Urteils.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 19. Dezem­ber 2012 – 2 AZB 45/​12

  1. BAG 20.12.2006 – 5 AZB 35/​06, Rn. 4, BAGE 120, 358[]
  2. BGH 24.06.2003 – VI ZR 309/​02, NJW 2003, 3057[]
  3. BGH 27.01.2006 – V ZR 243/​04NJW 2006, 1881[]

Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.