Über­flüs­si­ger Kran­ken­haus­tag

Beginnt eine sta­tio­nä­re Behand­lung mit einem Tag für ope­ra­ti­ons­vor­be­rei­ten­de Maßnah­men, die auch ambu­lant oder prä­ope­ra­tiv erbracht wer­den kön­nen, kann die Krankenkas­se bei Nicht­er­rei­chung der unte­ren Grenz­ver­weil­dau­er einen Abschlag von der Fallpau­schale vor­neh­men.

Über­flüs­si­ger Kran­ken­haus­tag

Dies ent­schied das Sozi­al­ge­richt Dort­mund auf die Kla­ge eines Kran­ken­hau­ses aus Arns­berg gegen die Kauf­män­ni­sche Kran­ken­kas­se. Das Kran­ken­haus hat­te eine drei­tä­gi­ge uro­lo­gi­sche Behand­lung eines Ver­si­cher­ten der Kran­ken­kas­se vor­ge­nom­men, wobei am ers­ten Tag prä­ope­ra­ti­ve Dia­gnos­tik und die Auf­klä­rung des Pati­en­ten erfolg­ten.

Die Kran­ken­kas­se kürz­te die Rech­nung des Kran­ken­hau­ses von 1300,- Euro um 506,- Eu­ro. Der ers­te Tag der sta­tio­nä­ren Behand­lung sei nicht not­wen­dig gewe­sen.

Die hier­ge­gen von dem Kran­ken­haus erho­be­ne Kla­ge wies das Sozi­al­ge­richt Dort­mund ab. Wegen des Nicht­er­rei­chens der zwei­tä­gi­gen unte­ren Grenz­ver­weil­dau­er für die vorge­nommene Ope­ra­ti­on sei der Abschlag gerecht­fer­tigt. Die Dia­gnos­tik wie EKG, Sonogra­phie, Rönt­gen­auf­nah­men und Labor­un­ter­su­chun­gen sowie die Auf­klä­rung hät­ten vorstatio­när statt­fin­den kön­nen. Am ers­ten Tag habe somit eine Fehl­be­le­gung vor­ge­le­gen. Medizi­nisch not­wen­dig sei nur der zwei­t­e­Tag gewe­sen, der Ent­las­sungs­tag zäh­le nicht mit.

Trotz des pau­scha­lie­ren­den Cha­rak­ters der Ver­gü­tung fin­de wei­ter­hin eine Über­prü­fung der medi­zi­ni­schen Not­wen­dig­keit ein­zel­ner Bele­gungs­ta­ge statt. Feh­le es für ein­zel­ne Tage an einem Anspruch des Ver­si­cher­ten auf Kran­ken­haus­be­hand­lung, sei die­se auch nicht ver­gü­tungs­fä­hig. Soweit für den ers­ten Tag des sta­tio­nä­ren Auf­ent­halts kei­ne medizi­nische Not­wen­dig­keit vor­lie­ge, bestehe die Gefahr, dass die­ser bereits abge­lau­fe­ne Tag nach der Ope­ra­ti­on im Sin­ne einer sog. blu­ti­gen Ent­las­sung ein­ge­spart wer­de, um den Auf­ent­halt im Rah­men der pau­scha­len Ver­gü­tung noch wirt­schaft­lich abzu­wi­ckeln.

Sozi­al­ge­richt Dort­mund, Urteil vom 12. August 2008 – S 48 (44) KR 307/​05