Steuerfreiheit von Prämien eines Fußballspielers

Prämien, die ein Berufsfußballspielers aufgrund von Spielen an Sonn- und Feiertagen erhielt, fallen nach einem Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf unter das Steuerprivileg des § 3b EStG (Steuerfreiheit von Zuschlägen für Nacht- und Feiertagsarbeit). Dies gilt freilich nur dann, wenn die Prämie gerade wegen des Sonntagseinsatzes gezahlt wird.

Steuerfreiheit von Prämien eines Fußballspielers

In dem vom Finanzgericht Düsseldorf entschiedenen Streitfall erzielte der Kläger Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit als Lizenzfußfallspieler. Er erhielt ein monatliches Grundgehalt und verschiedene Prämien, unter anderem eine Jahresleistungsprämie, die als Abschlag pro Einsatz in Meisterschaftsspielen gezahlt wurde (Einsatzprämie) und ihrer Höhe nach abhängig von der Ligazugehörigkeit und dem Einsatz in der ersten oder zweiten Halbzeit war. Darüber hinaus eine Punkteprämie, die jeweils zu Beginn der Saison mit dem Vertreter der Mannschaft vereinbart wurde. Die Punkteprämie war abhängig vom Spielergebnis. Sie wurde an die Lizenzspieler gezahlt, die zum Mannschaftskader am Spieltag gehörten.

Eine vertragliche Regelung der Arbeitszeit bestand nicht. Die Spiele fanden unter anderem dienstags und freitags um 19 Uhr, sonntags und samstags um 15 Uhr und montags um 20:15 Uhr statt. Der Fußballverein behandelte Gehalt und Prämien als lohnsteuerpflichtigen Arbeitslohn. Der Kläger vertrat die Auffassung, dass die Einsatz- und Punkteprämien, sofern die Arbeitszeit auf Sonn- oder Feiertage bzw. Nachtarbeitszeiten entfalle, nach § 3b EStG steuerfrei seien.

Das Finanzgericht Düsseldorf wies die Klage als unbegründet zurück. Die an den Kläger gezahlten Prämien seien keine Lohnzuschläge für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit im Sinne des § 3b EStG. Maßgeblich sei, ob aus der vertraglichen Grundlage ein Zuschlag für den steuerfreien Erschwernisgrund dem Grunde und der Höhe nach abgeleitet werden könne. Daran fehle es aber im Streitfall. Ein Zusammenhang zwischen der Prämienzahlung und der tatsächlichen Arbeit zu den nach § 3b EStG begünstigten Zeiten habe nicht festgestellt werden können. Die Einsatzprämie werde unabhängig davon gezahlt, ob bzw. in welchem Umfang ein Spiel zu den nach § 3b EStG begünstigten Zeiten stattgefunden habe. Vielmehr habe die Einsatzprämie erkennbar als Leistungs-Anreiz für die Spieler gedient und nichts mit den ungünstigen Arbeitszeiten zu tun. Für die Begünstigung der Einsatz- und Punkteprämien nach § 3b EStG genüge es nicht, dass die Spiele überwiegend in den nach § 3b EStG begünstigen Zeiten stattgefunden hätten.

Die Entscheidung im Volltext: 18 K 2736/04 E

Bildnachweis: