For­de­rungs­ver­zicht oder Nicht­bei­trei­bung aus pri­va­tem Anlass – und die Umsatz­steu­er

Der Ver­zicht eines Unter­neh­mers auf eine Lie­fer­for­de­rung stellt auch dann kei­ne Ver­ein­nah­mung, son­dern eine Kür­zung des Ent­gelts dar, wenn der Unter­neh­mer nicht in sei­ner Eigen­schaft als Lie­fe­rant, son­dern als Gesell­schaf­ter sei­nes Schuld­ners zu des­sen Guns­ten ver­zich­tet hat 1.

For­de­rungs­ver­zicht oder Nicht­bei­trei­bung aus pri­va­tem Anlass – und die Umsatz­steu­er

Für den Bun­des­fi­nanz­hof ist nicht ersicht­lich, inwie­fern ein gesell­schafts­recht­lich begrün­de­ter For­de­rungs­ver­zicht umsatz­steu­er­recht­lich anders zu beur­tei­len sein soll­te als die bewuss­te Nicht­e­in­for­de­rung von Ent­gel­ten aus pri­va­tem Anlass.

Soweit das Finanz­amt die ange­grif­fe­nen Umsatz­steu­er­fest­set­zun­gen alter­na­tiv mit einer "Ent­nah­me­hand­lung – hier in Form der Ent­nah­me einer For­de­rung" bzw. einer unent­gelt­li­chen Wert­ab­ga­be begrün­det, trägt dies bereits des­halb nicht, weil die Über­tra­gung einer auf Geld gerich­te­ten For­de­rung nach § 4 Nr. 8 Buchst. c UStG steu­er­frei ist 2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 24. Juni 2015 – XI B 63/​14

  1. BFH, Urteil vom 28.09.2000 – V R 37/​98, BFH/​NV 2001, 491[]
  2. vgl. z.B. auch BFH, Beschluss vom 15.07.1997 – V B 122/​96, BFH/​NV 1998, 499, unter II. 2.[]