Poli­zei­li­che Kri­mi­nal­sta­tis­tik 2010

Am Frei­tag wur­de in Ber­lin die Poli­zei­li­che Kri­mi­nal­sta­tis­tik (PKS) für das Jahr 2010 vor­ge­stellt. Dem­nach wur­de im ver­gan­ge­nen Jahr mit 5.933.278 regis­trier­ten Straf­ta­ten erst­mals seit der Deut­schen Ein­heit die Sechs-Mil­lio­nen-Gren­ze unter­schrit­ten (2009: 6.054.330 Fäl­le). Auch bei der Auf­klä­rungs­quo­te wur­de nach der amt­li­chen Sta­tis­tik mit 56% ein Höchst­stand seit Ein­füh­rung der gesamt­deut­schen PKS im Jahr 1993 erreicht.

Poli­zei­li­che Kri­mi­nal­sta­tis­tik 2010

Gewalt­de­lik­te

Ins­be­son­de­re die Gewalt­de­lik­te sind nach der PKS 2010 um 3,5% auf 201.243 Fäl­le zurück­ge­gan­gen. Zurück­zu­füh­ren ist die­se Ent­wick­lung in ers­ter Linie auf Rück­gän­ge bei der gefähr­li­chen und schwe­ren Kör­per­ver­let­zung um 4,3% auf 142.903 Fäl­le und im Bereich Raub, räu­be­ri­scher Erpres­sung und räu­be­ri­scher Angriff auf Kraft­fah­rer um 2,3% auf 48.166 Fäl­le. Die posi­ti­ve Ent­wick­lung spie­gelt sich auch in einem Rück­gang bei den Tötungs­de­lik­ten wider. So gab es einen Rück­gang bei Mord von 1,6% auf 692 Fäl­le und von 2,8% bei Tot­schlag auf 1505 Fäl­le.

Jugend­straf­ta­ten

Über­pro­por­tio­nal zurück­ge­gan­gen ist der poli­zei­li­chen Sta­tis­tik zufol­ge erneut die Zahl tat­ver­däch­ti­ger Jugend­li­cher – also der 14- bis Unter-18-Jäh­ri­gen – um 6,9% auf 231.543 Fäl­le. Noch stär­ker zurück­ge­gan­gen ist um 9,9% Pro­zent auf 35.541 der Anteil jugend­li­cher Tat­ver­däch­ti­ger bei der Gewalt­kri­mi­na­li­tät.

Inter­net­kri­mi­na­li­tät

Im Gegen­satz zu die­sem all­ge­mein rück­läu­fi­gen Trend wei­sen aller­dings die Straf­ta­ten, die über das Inter­net began­gen wur­den, einen Anstieg um 8,1% gegen­über dem Vor­jahr auf nun­mehr 223.642 Fäl­le auf. 182.562 die­ser Inter­net-Straf­ta­ten (81,6%) ent­fal­len auf Betrugs­de­lik­te.

Stra­ßen­kri­mi­na­li­tät

Eben­so fort­ge­setzt hat sich der posi­ti­ve Trend beim Delikts­feld der Stra­ßen­kri­mi­na­li­tät. Hier sank die Zahl der Fäl­le auf 1.352.897. Damit ging die regis­trier­te Stra­ßen­kri­mi­na­li­tät seit 1993 um 43,2% oder 1.031.047 Fäl­le zurück. Die Zahl der Woh­nungs­ein­brü­che stieg hin­ge­gen um 6,6% auf. 121 347 Fäl­le. Die Auf­klä­rungs­quo­te lag hier im Jahr 2010 bei knapp 16%.