Der sofort voll­zieh­ba­re, aber nicht umge­setz­te Plan­fest­stel­lungs­be­schluss

Be­ab­sich­tigt der Vor­ha­ben­trä­ger bei einem ge­setz­lich so­fort voll­zieh­ba­ren fern­stra­ßen­recht­li­chen Plan­fest­stel­lungs­be­schluss nach dem Bau­ab­lauf­plan wäh­rend eines län­ge­ren Zeit­raums (hier: rund 17 Mo­na­te seit Be­schluss­da­tum) kei­ne bau­li­chen Voll­zugs­maß­nah­men, son­dern le­dig­lich die Um­set­zung punk­tu­el­ler na­tur­schutz­fach­li­cher Vor­ab­maß­nah­men, be­steht kein öffent­i­ches In­ter­es­se an einer so­for­ti­gen Voll­zie­hung des Be­schlus­ses in sei­nem vol­len Um­fang. In einem sol­chen Fall liegt es nahe, die so­for­ti­ge Voll­zie­hung be­reits sei­tens der Planfeststellungs­be­hör­de von Amts wegen gemäß § 80 Abs. 4 Satz 1 VwGO auf die­se Vor­ab­maß­nah­men zu be­schrän­ken und sie im Üb­ri­gen aus­zu­set­zen.

Der sofort voll­zieh­ba­re, aber nicht umge­setz­te Plan­fest­stel­lungs­be­schluss

Vor­ar­bei­ten i.S.v. § 16a Abs. 1 FStrG wie Er­kun­dungs­boh­run­gen, Grund­was­ser­be­pro­bun­gen und Ver­mes­sun­gen mit der in­so­weit be­ste­hen­den ge­setz­li­chen Dul­dungs­pflicht sind zu un­ter­schei­den von den ei­gent­li­chen Bau­ar­bei­ten, die der Aus­füh­rung des Vor­ha­bens die­nen. Letz­te­re haben ihre Rechts­grund­la­ge in dem Plan­fest­stel­lungs­be­schluss und er­fol­gen in des­sen Voll­zie­hung.

Von § 16a Abs. 1 FStrG er­fasst sind seit der Neu­fas­sung durch das Ge­setz zur Be­schleu­ni­gung von Pla­nungs­ver­fah­ren für In­fra­struk­tur­vor­ha­ben (In­frPBG) vom 9. De­zem­ber 2006 [1] auch Vor­ar­bei­ten, die nach Er­lass des Plan­fest­stel­lungs­be­schlus­ses durch­ge­führt wer­den sol­len.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 1. März 2012 – 9 VR 7.11

  1. BGBl I S. 2833[]