Exma­tri­ku­la­ti­on oder ewi­ger Stu­dent

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Schles­wig bestä­tig­te ein von der beklag­ten Uni­ver­si­tät zu Lübeck aus­ge­spro­che­ne Exma­tri­ku­la­ti­on eines seit dem Win­ter­se­mes­ter 1985/​86 für Human­me­di­zin ein­ge­schrie­be­nen Klä­gers als recht­mä­ßig und wies sei­ne dage­gen gerich­te­te Kla­ge ab.

Exma­tri­ku­la­ti­on oder ewi­ger Stu­dent

Ob Uni­ver­si­tä­ten nach dem in Schles­wig-Hol­stein gel­ten­den Hoch­schul­ge­setz die Mög­lich­keit haben, soge­nann­te Lang­zeit­stu­den­ten nach Ablauf einer bestimm­ten Stu­di­en­dau­er ohne wei­te­res zu exma­tri­ku­lie­ren, bleibt wei­ter­hin offen. Dies hat das Ver­wal­tungs­ge­richt im Rah­men der münd­li­chen Ver­hand­lung klar­ge­stellt.

Die Beklag­te hat­te die Ent­las­sung des Klä­gers aus dem Stu­di­um im Jah­re 2009 damit begrün­det, dass er die für den erfolg­rei­chen Abschluss erfor­der­li­che ärzt­li­che Vor­prü­fung (Phy­sikum) end­gül­tig nicht mehr bestehen kön­ne. Nach zwei ver­geb­li­chen Ver­su­chen, die­se Vor­prü­fung abzu­le­gen, wäre eine noch­ma­li­ge Wie­der­ho­lungs­prü­fung auf­grund der zwi­schen­zeit­lich geän­der­ten Appro­ba­ti­ons­ord­nung nur bis Ablauf einer Über­gangs­zeit bis zum 30.04.2006 mög­lich gewe­sen. In die­ser Zeit habe der Klä­ger kei­ne ent­spre­chen­den Prü­fungs­be­mü­hun­gen mehr gezeigt. Die Zulas­sungs­vor­aus­set­zun­gen nach der neu­en Appro­ba­ti­ons­ord­nung lägen nicht vor.
Die­se Argu­men­ta­ti­on hat das Gericht nach Anhö­rung der Betei­lig­ten und Durch­füh­rung einer Beweis­auf­nah­me bestä­tigt. Dass für den Klä­ger eine abwei­chen­de Ein­zel­fall­re­ge­lung getrof­fen wor­den wäre und des­halb für ihn aus­nahms­wei­se etwas ande­res gel­ten könn­te, hat es nicht fest­zu­stel­len ver­mocht.

Ver­wal­tungs­ge­richt Schles­wig, Urteil vom 20. Sep­tem­ber 2011 – 7 A 57/​09