Fest­le­gung der Gebüh­ren für öffent­li­che Ein­rich­tun­gen

Wer­den Gebüh­ren für die lau­fen­de Inan­spruch­nah­me einer öffent­li­chen Ein­rich­tung erho­ben, muss die Gebüh­ren­sat­zung fest­le­gen, zu wel­chem Zeit­punkt und für wel­chen Zeit­raum die Gebühr als ent­stan­den gel­ten soll. Die Gebüh­ren­kal­ku­la­ti­on muss für den kun­di­gen, mit dem Sach­ver­halt ver­trau­ten kom­mu­na­len Man­dats­trä­ger trans­pa­rent, ver­ständ­lich, nach­voll­zieh­bar und in sich schlüs­sig sein. Auf eine Auf­schlüs­se­lung der in die Kal­ku­la­ti­on ein­ge­stell­ten Kos­ten nach den ein­zel­nen Kos­ten­ar­ten kann danach nicht ver­zich­tet wer­den. Das hat jeden­falls für die kal­ku­la­to­ri­schen Kos­ten in Form einer ange­mes­se­nen Ver­zin­sung des Anla­ge­ka­pi­tals sowie ange­mes­se­ner Abschrei­bun­gen zu gel­ten, über deren Höhe der Gemein­de­rat in den mit dem Begriff der Ange­mes­sen­heit gezo­ge­nen recht­li­chen Gren­zen nach sei­nem Ermes­sen zu ent­schei­den hat.

Fest­le­gung der Gebüh­ren für öffent­li­che Ein­rich­tun­gen

§ 14 Abs. 2 S. 2 KAG B‑W erlaubt nur den Aus­gleich von Kos­ten­un­ter­de­ckun­gen, die sich erst am Ende des Bemes­sungs­zeit­raums erge­ben, nicht aber von Kos­ten­un­ter­de­ckun­gen, die der Gebüh­ren­gläu­bi­ger bewusst in Kauf genom­men hat 1.

Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg Urteil vom 20. Janu­ar 2010 – 2 S 1171/​09

  1. im Anschluss an VGH B‑W, Urteil vom 22.10.1998 – 2 S 399/​97, VBlBW 1999, 219[]