Anspruch auf Lärm­schutz

Ein Lärm­be­trof­fe­ner kann grund­sätz­lich die Ein­hal­tung von Lärm­schutz­re­ge­lun­gen bean­spru­chen, die zu sei­nen Guns­ten erlas­sen wur­den. Mit die­sem Anspruch kor­re­spon­diert die Ver­pflich­tung der zustän­di­gen Behör­de, die­se Rege­lun­gen auch umzu­set­zen.

Anspruch auf Lärm­schutz

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver ging jetzt bei zwei Ent­schei­dun­gen über Lärm­schutz­maß­nah­men bei einer viel­be­fah­re­nen Stra­ße (im ers­ten Kla­ge­ver­fah­ren) bzw. (im zwei­ten Kla­ge­ver­fah­ren) bei einer Hafen­bahn eben­so wie der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in sei­ner den Flug­ha­fen Mün­chen betref­fen­den Nacht­flu­g­ent­schei­dung 1 grund­sätz­lich davon aus, dass ein Lärm­be­trof­fe­ner die Ein­hal­tung von Rege­lun­gen bean­spru­chen kann, die zu sei­nen Guns­ten erlas­sen wur­den, und dass mit die­sem Anspruch die Ver­pflich­tung der zustän­di­gen Behör­de kor­re­spon­diert, die­se Rege­lun­gen auch umzu­set­zen.

Als Rechts­grund­la­ge für das vom Klä­ger begehr­te behörd­li­che Ein­schrei­ten kom­men dabei nach Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts Han­no­ver § 52 Abs. 1 BIm­SchG 2, § 17 Abs. 1 BIm­SchG oder die poli­zei­recht­li­che Gene­ral­klau­sel 3 in Betracht; sämt­lich aller­dings Vor­schrif­ten, die der Behör­de einen Ermes­sens­spiel­raum ein­räu­men.

Eine Lärm­schutz­an­ord­nung in Form einer Ziel­vor­ga­be genügt den Bestimmt­heits­an­for­de­ru­nen jedoch regel­mä­ßig dann nicht, wenn die Richt­wert­über­schrei­tung auf Lärm­emis­sio­nen beruht, die meh­re­ren Anla­gen zuzu­rech­nen sind.

Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver, Urtei­le vom 26. Janu­ar 2010 – 4 A 2798/​08 und 4 A 888/​09

  1. BayVGH, Urteil vom 18.04.2000 – 20 A 99.40019, 20 A 99.40020 und 20 A 99.40021[]
  2. so Hans­mann in Landmann/​Rohmer, BIm­SchG, § 52 Rn 20[]
  3. so Jarass, BIm­SchG, 7. Auf­la­ge 2007, § 52 Rn 6[]