Moni­to­ring­kon­zept im Emis­si­ons­han­del

Über die Ertei­lung einer Geneh­mi­gung für ein Über­wa­chungs- und Bericht­erstat­tungs­kon­zept (Moni­to­ring­kon­zept) im Rah­men der Teil­nah­me am Emis­si­ons­han­del hat nach einem aktu­el­len Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz die zustän­di­ge Stel­le zu ent­schei­den, auch wenn der Antrag eine Anla­ge betrifft, die vor dem Inkraft­tre­ten des Treib­haus­gas-Emis­si­ons­han­dels­ge­set­zes (TEHG) zuge­las­sen wur­de.

Moni­to­ring­kon­zept im Emis­si­ons­han­del

Die Klä­ge­rin des jetzt vom Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz ent­schie­de­nen Fal­les betreibt seit län­ge­rem eine immis­si­ons­schutz­recht­lich geneh­mig­te Anla­ge zum Bren­nen kera­mi­scher Erzeug­nis­se in Bann­ber­scheid. Im Rah­men ihrer Teil­nah­me am Emis­si­ons­han­del bean­trag­te sie eine umfas­sen­de Geneh­mi­gung ihres Moni­to­ring­kon­zep­tes für die Han­dels­pe­ri­ode 2008 – 2012. Das Land Rhein­land-Pfalz geneh­mig­te durch die SGD Nord nur eine Abwei­chung von der soge­nann­ten Moni­to­ring-Leit­li­nie, weil es im Übri­gen von der Geneh­mi­gungs­frei­heit des Kon­zepts für vor Inkraft­tre­ten des TEHG geneh­mig­te Anla­gen aus­ging. Hier­ge­gen erhob das Unter­neh­men Wider­spruch und mach­te gel­tend, der Beklag­te sei zur voll­um­fäng­li­chen Prü­fung und Zulas­sung ihres Kon­zepts ver­pflich­tet. Der Wider­spruch wur­de zurück­ge­wie­sen.

Auf die dar­auf­hin erho­be­ne Kla­ge ver­pflich­te­te das Gericht das Land, den Antrag des Unter­neh­mens auf Geneh­mi­gung des Moni­to­ring­kon­zepts neu zu beschei­den. Die Ver­pflich­tung hier­zu, so das Gericht, erge­be sich aus den Rege­lun­gen der Moni­to­ring-Leit­li­ni­en, die ihre Rechts­grund­la­ge in der euro­päi­schen Emis­si­ons­han­dels­richt­li­nie fän­den und auf die der Gesetz­ge­ber im Treib­haus­gas-Emis­si­ons­han­dels­ge­setz Bezug genom­men habe. Die Ver­pflich­tung des Anla­gen­be­trei­bers, den Aus­stoß von Treib­haus­gas-Emis­sio­nen zu ermit­teln und dar­über zu berich­ten, stel­le eine wesent­li­che Anfor­de­rung im Rah­men des Emis­si­ons­han­dels dar. Die Men­ge der abzu­ge­ben­den Emis­si­ons­be­rech­ti­gun­gen rich­te sich näm­lich nach der Höhe der ermit­tel­ten Emis­sio­nen. Von daher set­ze die Funk­ti­ons­fä­hig­keit des Sys­tems gera­de vor­aus, dass Emis­sio­nen ver­läss­lich über­wacht und zutref­fend ermit­telt wür­den. Eine sol­che Über­prü­fung sei gera­de für Alt­an­la­gen von beson­de­rer Bedeu­tung. Von daher sei der Beklag­te zur Geneh­mi­gung des Kon­zep­tes ver­pflich­tet, wenn die Anfor­de­run­gen der Moni­to­ring-Leit­li­ni­en beach­tet wür­den. Ob dies der Fall sei, habe der Beklag­te bis­lang nicht abschlie­ßend geprüft, da er von der Geneh­mi­gungs­frei­heit des Moni­to­ring­kon­zep­tes aus­ge­gan­gen sei. Mit­hin müs­se der Beklag­te den Antrag der Klä­ge­rin neu beschei­den.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig, das Ver­wal­tungs­ge­richt hat wegen der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung des Fal­les die Beru­fung zum Ober­ver­wal­tungs­ge­richt zuge­las­sen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urteil vom 6. April 2009 – 1 K 1305/​08.KO