Unbe­stimm­te Rechts­be­grif­fe und die gericht­li­che Kon­trol­le von Ver­wal­tungs­ent­schei­dun­gen

Nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts beein­träch­tigt es weder die Geset­zes­bin­dung der Gerich­te noch den Anspruch des Ein­zel­nen auf wirk­sa­me gericht­li­che Kon­trol­le nach Art. 19 Abs. 4 GG, wenn die Kon­kre­ti­sie­rung unbe­stimm­ter Rechts­be­grif­fe durch gesetz­li­che Ver­wei­sung auf bestimm­te Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten oder sons­ti­ge unter­ge­setz­li­che Regel­wer­ke erfolgt oder wenn die kon­kre­ti­sie­ren­de Her­an­zie­hung sol­cher Vor­schrif­ten oder Regel­wer­ke in ver­gleich­ba­rer Wei­se auf einer aus­rei­chen­den gesetz­li­chen Grund­la­ge beruht.

Unbe­stimm­te Rechts­be­grif­fe und die gericht­li­che Kon­trol­le von Ver­wal­tungs­ent­schei­dun­gen

Von Gerich­ten nicht oder nur ein­ge­schränkt über­prüf­ba­re Letzt­ent­schei­dungs­be­fug­nis­se über Rech­te des Ein­zel­nen dür­fen der voll­zie­hen­den Gewalt nur auf­grund eines Geset­zes ein­ge­räumt wer­den. Dabei hat es der Gesetz­ge­ber in der Hand, den Umfang und Gehalt der sub­jek­ti­ven Rech­te der Bür­ger zu defi­nie­ren und damit mit ent­spre­chen­den Fol­gen für den Umfang der gericht­li­chen Kon­trol­le auch deren Rechts­stel­lung gegen­über der Ver­wal­tung dif­fe­ren­ziert aus­zu­ge­stal­ten.

Will der Gesetz­ge­ber gegen­über von ihm aner­kann­ten sub­jek­ti­ven Rech­ten die gericht­li­che Kon­trol­le zurück­neh­men, hat er zu berück­sich­ti­gen, dass die letzt­ver­bind­li­che Normaus­le­gung und die Kon­trol­le der Rechts­an­wen­dung im Ein­zel­fall grund­sätz­lich den Gerich­ten vor­be­hal­ten ist. Die in Art. 19 Abs. 4 GG garan­tier­te Wirk­sam­keit gericht­li­chen Rechts­schut­zes darf der Gesetz­ge­ber nicht durch die Gewäh­rung behörd­li­cher Letzt­ent­schei­dungs­be­fug­nis­se für gan­ze Rechts­ge­bie­te oder Sach­be­rei­che auf­ge­ben. Die Frei­stel­lung der Rechts­an­wen­dung von gericht­li­cher Kon­trol­le bedarf stets eines hin­rei­chend gewich­ti­gen, am Grund­satz eines wirk­sa­men Rechts­schut­zes aus­ge­rich­te­ten Sach­grun­des.

Neh­men Gerich­te eine gesetz­lich nicht vor­ge­se­he­ne Bin­dung an behörd­li­che Ent­schei­dun­gen an, ver­stößt dies gegen Art. 19 Abs. 4 GG.

Mit Art. 19 Abs. 4 GG ver­ein­bar sind Ver­fah­rens­stu­fun­gen in Form bin­den­der Vor­ent­schei­dun­gen, die durch den Angriff gegen die End­ent­schei­dung nicht mehr oder nur ein­ge­schränkt einer gericht­li­chen Über­prü­fung zuge­führt wer­den kön­nen, nur, sofern

  1. die Bin­dung einer Behör­de an vor­an­ge­hen­de Fest­stel­lun­gen oder Ent­schei­dun­gen einer ande­ren Behör­de sich hin­rei­chend klar aus dem Gesetz ergibt,
  2. gegen die mit Bin­dungs­wir­kung aus­ge­stat­te­te Teil- oder Vor­ent­schei­dung ihrer­seits effek­ti­ver Rechts­schutz zur Ver­fü­gung steht und
  3. die Auf­spal­tung des Rechts­schut­zes mit einer etwai­gen Anfech­tungs­last gegen­über der Vor­ent­schei­dung für den Bür­ger deut­lich erkenn­bar und nicht mit unzu­mut­ba­ren Risi­ken und Las­ten ver­bun­den ist.

Der Aus­gangs­fall[↑]

Die Beschwer­de­füh­re­rin der jetzt vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­schie­de­nen Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist ein Unter­neh­men mit Sitz in Sach­sen. Sie bear­bei­tet Alt­asphalte und Alt­be­ton, wobei sie mit ihren Maschi­nen das von ihren Auf­trag­ge­bern bereit geleg­te Mate­ri­al zer­klei­nert. Für die Anschaf­fung diver­ser Fahr­zeu­ge und Maschi­nen bean­trag­te sie 2005 beim Finanz­amt die Gewäh­rung einer Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge. Auf ihre Anfra­ge teil­te das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt mit nähe­rer Begrün­dung mit, dass ihr Betrieb nicht dem ver­ar­bei­ten­den Gewer­be zuzu­ord­nen sei, wor­auf­hin das Finanz­amt die Gewäh­rung einer Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge ablehn­te.

Das Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­setz[↑]

Anlass für die­se Ent­schei­dung bot dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt das Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­setz. Das Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­setz regelt die Gewäh­rung staat­li­cher Zuschüs­se für för­de­rungs­wür­dig erach­te­te betrieb­li­che Anschaf­fun­gen. Ins­be­son­de­re das ver­ar­bei­ten­de Gewer­be wird bzw. wur­de bereits in den Vor­gän­ger­re­ge­lun­gen des Ber­lin­hil­fe­ge­set­zes von 1968 und in den nach­fol­gen­den Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­set­zen bei der Gewäh­rung von Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen berück­sich­tigt. Auch die hier maß­geb­li­chen Vor­schrif­ten des Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­set­zes 1999 sehen unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen eine Begüns­ti­gung betrieb­li­cher Inves­ti­tio­nen des ver­ar­bei­ten­den Gewer­bes vor. Weder das Ber­lin­hil­fe­ge­setz noch die nach­fol­gen­den Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­set­ze bis zum Jahr 2008 defi­nie­ren den Begriff des ver­ar­bei­ten­den Gewer­bes oder bestim­men ihn in sons­ti­ger Wei­se näher. Es ent­spricht jedoch der gefes­tig­ten Recht­spre­chung der Finanz­ge­rich­te, dass die Zuord­nung der Tätig­keit eines Betriebs zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be in aller Regel nach der von den Sta­tis­tik­be­hör­den erstell­ten Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge in der jewei­li­gen gül­ti­gen Fas­sung zu bestim­men ist. Erst mit dem Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­setz 2010 vom 7. Dezem­ber 2008 wur­de erst­mals aus­drück­lich gesetz­lich fest­ge­schrie­ben, dass die Zuord­nung eines Betriebs zu dem ver­ar­bei­ten­den Gewer­be nach der von dem Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt her­aus­ge­ge­be­nen Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge vor­zu­neh­men ist.

Weder das Ber­lin­hil­fe­ge­setz noch die nach­fol­gen­den Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­set­ze bis zum Jahr 2008 defi­nie­ren den Begriff des ver­ar­bei­ten­den Gewer­bes oder bestim­men ihn in sons­ti­ger Wei­se näher.

Schon die Geset­zes­ma­te­ria­li­en zum Ber­lin­hil­fe­ge­setz des Jah­res 1968 bele­gen jedoch den Wil­len des Gesetz­ge­bers, das neu ein­ge­führ­te Tat­be­stands­merk­mal des ver­ar­bei­ten­den Gewer­bes anhand des durch das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt erstell­ten Sys­te­ma­ti­schen Ver­zeich­nis­ses der Wirt­schafts­zwei­ge zu bestim­men 1. Bei Erlass des Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­set­zes 1991 (InvZulG 1991) ging der Gesetz­ge­ber nach der Her­stel­lung der Deut­schen Ein­heit im Hin­blick auf die Gewäh­rung von Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen für das ver­ar­bei­ten­de Gewer­be eben­falls davon aus, dass die bei der Bestim­mung der Zuge­hö­rig­keit eines Betriebs zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be unter Gel­tung des Ber­lin­för­de­rungs­ge­set­zes ent­stan­de­ne Ver­wal­tungs­pra­xis der Finanz­be­hör­den zu Grun­de zu legen sei 2. Danach sei ent­spre­chend einem Schrei­ben des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Finan­zen 3 für die Zuge­hö­rig­keit eines Betriebs zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be grund­sätz­lich des­sen Ein­grup­pie­rung in Abtei­lung 2 des Sys­te­ma­ti­schen Ver­zeich­nis­ses der Wirt­schafts­zwei­ge durch das Sta­tis­ti­sche Lan­des­amt maß­ge­bend. Die­se Ein­grup­pie­rung begrün­de aller­dings kei­nen Rechts­an­spruch auf eine Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge. Die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung über die Zuord­nung eines Betriebs zu dem ver­ar­bei­ten­den Gewer­be wer­de durch das Finanz­amt getrof­fen.

Auch in dem Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren zum Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­setz 1999 wur­de die beson­de­re För­de­rung des ver­ar­bei­ten­den Gewer­bes in den neu­en Bun­des­län­dern mit der Bedeu­tung die­ses Bereichs der Wirt­schaft für den Auf­bau einer inter­na­tio­nal wett­be­werbs­fä­hi­gen Wirt­schaft begrün­det. Bei der Abgren­zung bestimm­ter Wirt­schafts­zwei­ge, die durch das Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­setz 1999 geför­dert wer­den soll­ten, sei – wie schon bis­her – auf die durch das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt her­aus­ge­ge­be­ne „Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge“, dem Nach­fol­ge­ver­zeich­nis zum Sys­te­ma­ti­schen Ver­zeich­nis der Wirt­schafts­zwei­ge, abzu­stel­len 4.

Mit dem Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­setz 2010 (InvZulG 2010) 5 wur­de erst­mals aus­drück­lich gesetz­lich fest­ge­schrie­ben, dass die Zuord­nung eines Betriebs zu dem ver­ar­bei­ten­den Gewer­be nach der von dem Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt her­aus­ge­ge­be­nen Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge, Aus­ga­be 2008, vor­zu­neh­men ist (vgl. § 3 Abs. 1 Satz 2 InvZulG 2010). In dem Gesetz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung vom 22.09. 2008 6 wird dies damit begrün­det, dass die bis­he­ri­ge lang­jäh­ri­ge Ver­wal­tungs­pra­xis, die Abgren­zung des ver­ar­bei­ten­den Gewer­bes aus­schließ­lich nach der jeweils gül­ti­gen Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge vor­zu­neh­men, nun­mehr gesetz­lich nor­miert wer­de. Die Her­stel­lung des Bezugs zur Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge 2008 die­ne der Rechts­klar­heit und der Rechts­si­cher­heit. Die Ein­grup­pie­rung eines Betriebs erfol­ge aus­schließ­lich nach den Grund­sät­zen der Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge 2008, ande­re Kri­te­ri­en oder Auf­fas­sun­gen sei­en für die Abgren­zung nicht rele­vant. Im Fall einer Ände­rung der Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge durch das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt wer­de für die inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­recht­li­che Beur­tei­lung wei­ter­hin die Aus­ga­be des Jah­res 2008 zugrun­de gelegt.

Die in den Geset­zes­ma­te­ria­li­en des Ber­lin­hil­fe­ge­set­zes und der Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­set­ze zum Aus­druck kom­men­de Anknüp­fung an das von den Sta­tis­tik­be­hör­den erstell­te Sys­te­ma­ti­sche Ver­zeich­nis der Wirt­schafts­zwei­ge und – spä­ter – die Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge für die Bestim­mung und Zuord­nung der Tätig­keit eines Betriebs zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be ent­spricht der gefes­tig­ten Recht­spre­chung der Finanz­ge­rich­te.

Anfang der 1970er Jah­re ging der Bun­des­fi­nanz­hof noch davon aus, dass das Sys­te­ma­ti­sche Ver­zeich­nis ledig­lich einen Anhalt für die Aus­le­gung des Begriffs des ver­ar­bei­ten­den Gewer­bes dar­stel­le. Finanz­ver­wal­tung und Finanz­ge­rich­te sei­en des­halb nicht in jedem Fall gezwun­gen, die­ser sta­tis­ti­schen Ein­tei­lung zu fol­gen 7; denn der Hin­weis auf die Klas­si­fi­ka­ti­on sei zwar in den Geset­zes­mo­ti­ven ent­hal­ten, nicht jedoch in den Geset­zes­text über­nom­men wor­den.

In der Fol­ge­zeit hielt der Bun­des­fi­nanz­hof zwar dar­an fest, dass kei­ne fes­te Bin­dung an die Klas­si­fi­ka­ti­on bestehe, sah die gericht­li­che Prü­fungs­be­fug­nis inso­weit jedoch letzt­lich auf eine Offen­sicht­lich­keits­kon­trol­le beschränkt. Die Zuord­nung müs­se aus Grün­den der Rechts­si­cher­heit, wegen des in den Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren zum Aus­druck kom­men­den Wil­lens des Gesetz­ge­bers und mit Rück­sicht auf die bei Erstel­lung des Sys­te­ma­ti­schen Ver­zeich­nis­ses der Wirt­schafts­zwei­ge durch das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt ein­ge­hol­te Ansicht der betei­lig­ten Wirt­schafts­krei­se in engs­ter Anleh­nung an das Sys­te­ma­ti­sche Ver­zeich­nis durch­ge­führt wer­den 8. Des­halb sei die durch die sta­tis­ti­schen Ver­zeich­nis­se vor­ge­ge­be­ne Zuord­nung bei der Ent­schei­dung über die Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge durch das Finanz­amt in aller Regel zu über­neh­men. Eine von den sta­tis­ti­schen Ver­zeich­nis­sen abwei­chen­de Zuord­nung sei nur dann gerecht­fer­tigt, wenn die Zuord­nung aus­nahms­wei­se zu einem „offen­sicht­lich fal­schen Ergeb­nis“ füh­re 9 und damit „offen­sicht­lich und unzwei­fel­haft falsch“ sei 10. Die Eigen­art der Klas­si­fi­ka­ti­on als einer sach­ver­stän­di­gen, fein­glied­ri­gen Doku­men­ta­ti­on, die auf eine welt­wei­te Ver­gleich­bar­keit von Unter­neh­mens­da­ten hin ange­legt sei, recht­fer­ti­ge es, die dort vor­han­de­nen, hier­ar­chisch auf­ge­bau­ten Defi­ni­tio­nen nicht nur für sta­tis­ti­sche Zwe­cke zu ver­wer­ten 11. Die­ser Stand­punkt ent­spricht, über die ange­grif­fe­ne Ent­schei­dung hin­aus, nach wie vor der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs 12.

Wur­de im Rah­men der Ent­schei­dung eines Finanz­amts über die Gewäh­rung der Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt oder ein Sta­tis­ti­sches Lan­des­amt zu der Fra­ge her­an­ge­zo­gen, ob der betref­fen­de Betrieb nach Maß­ga­be der sta­tis­ti­schen Klas­si­fi­ka­ti­on zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be zählt, misst der Bun­des­fi­nanz­hof einer sol­chen Ent­schei­dung der Sta­tis­tik­be­hör­de eben­falls in stän­di­ger Recht­spre­chung eine weit­ge­hen­de Bin­dungs­wir­kung für Finanz­be­hör­den und Finanz­ge­rich­te zu.

Zwar kom­me der Zuord­nungs­ent­schei­dung eines Sta­tis­tik­amts nicht die Qua­li­tät eines bin­den­den Grund­la­gen­be­schei­des im Sin­ne von § 171 Abs. 10 der Abga­ben­ord­nung zu 13. Steu­er­ver­wal­tung sowie Finanz­ge­rich­te könn­ten daher prü­fen, ob das Sta­tis­tik­amt bei der Ein­grup­pie­rung von einem zutref­fen­den Sach­ver­halt aus­ge­gan­gen und ob der betref­fen­de Betrieb rich­tig abge­grenzt wor­den sei 14.

Die Zuord­nungs­ent­schei­dung durch das Sta­tis­tik­amt habe jedoch eine star­ke Indi­zwir­kung. In aller Regel habe das über die Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge ent­schei­den­de Finanz­amt die­se Ein­ord­nung zu über­neh­men. Nur so kön­ne die Rechts­si­cher­heit gewähr­leis­tet wer­den, wonach die Ent­schei­dung in engs­ter Anleh­nung an das Sys­te­ma­ti­sche Ver­zeich­nis zu tref­fen sei. Die­se Rechts­si­cher­heit wer­de durch die kon­kre­te Ein­ord­nung eines Unter­neh­mens durch das Sta­tis­tik­amt in noch stär­ke­rem Maße gewähr­leis­tet als durch das Ver­zeich­nis selbst. Eine Aus­nah­me von die­sen Grund­sät­zen sei aller­dings dann zu machen, wenn die vor­ge­nom­me­ne kon­kre­te Zuord­nung offen­sicht­lich falsch sei. Zu prü­fen sei aber nicht, ob die vor­ge­nom­me­ne Ein­ord­nung sach­ge­recht sei 15.

Die durch das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt geführ­ten Wirt­schafts­zweig- und Güter­klas­si­fi­ka­tio­nen, zu denen auch die im Aus­gangs­ver­fah­ren erheb­li­che Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge (bzw. zuvor die Sys­te­ma­tik der Wirt­schafts­zwei­ge) zählt, sind in ein kom­ple­xes und ver­netz­tes Geflecht ent­spre­chen­der Ord­nungs­sys­te­me ein­ge­bun­den, das zum Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jah­re haupt­säch­lich unter der Schirm­herr­schaft der Ver­ein­ten Natio­nen ent­stan­den ist und auf der Ebe­ne der Euro­päi­schen Uni­on auf­ge­nom­men und aus­dif­fe­ren­ziert wird. Die Wirt­schafts­zweig­klas­si­fi­ka­tio­nen sind für Zwe­cke der Sta­tis­tik erstellt und die­nen der Ein­ord­nung von Daten, die sich auf sta­tis­ti­sche Ein­hei­ten bezie­hen. Sie sind die Grund­la­ge für die Erstel­lung von Sta­tis­ti­ken über Pro­duk­ti­ons­wer­te, in den Pro­duk­ti­ons­pro­zess ein­ge­flos­se­ne Pro­duk­ti­ons­fak­to­ren, Kapi­tal­bil­dung und Finanz­trans­ak­tio­nen die­ser Ein­hei­ten 16.

Die Sta­tis­ti­sche Kom­mis­si­on der Ver­ein­ten Natio­nen ent­wi­ckel­te eine Rei­he von Klas­si­fi­ka­tio­nen, die zusam­men ein inte­grier­tes Sys­tem zur Klas­si­fi­zie­rung von Tätig­kei­ten, Gütern und Dienst­leis­tun­gen bil­den und die für unter­schied­li­che Arten von Wirt­schafts­sta­tis­ti­ken auf glo­ba­ler Ebe­ne ver­wen­det wer­den kön­nen. Einer der Haupt­be­stand­tei­le die­ses Sys­tems ist die auf Wirt­schafts­zweig­klas­si­fi­ka­tio­nen abstel­len­de Inter­na­tio­nal Stan­dard Indus­tri­al Clas­si­fi­ca­ti­on of All Eco­no­mic Activi­ties (ISIC). Im Streit­zeit­raum galt die­se Klas­si­fi­ka­ti­on in einer im Jahr 2002 revi­dier­ten Fas­sung als ISIC Rev.03.01. Der Klas­si­fi­zie­rung von Waren und Gütern dient die Cen­tral Pro­duct Clas­si­fi­ca­ti­on (CPC), die auf das von der Welt­zoll­orga­ni­sa­ti­on ent­wi­ckel­te Har­mo­ni­sier­te Sys­tem zur Bezeich­nung und Codie­rung von Waren (HS) zurück­greift 17.

Auf der Ebe­ne der Euro­päi­schen Uni­on wird eine Sys­te­ma­tik für alle Wirt­schafts­tä­tig­kei­ten ver­wen­det, die im Jahr 1970 als All­ge­mei­ne Sys­te­ma­tik der Wirt­schafts­zwei­ge in den Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten (Nome­n­cla­tu­re géné­ra­le des activités éco­no­mi­ques dans les Com­mu­n­au­tés Euro­péen­nes – NACE -) ent­wi­ckelt wur­de. Sie wur­de in der Fol­ge­zeit mehr­fach an die ISIC und deren Ände­run­gen ange­passt. Die NACE ent­hält eine zum Teil tie­fe­re Glie­de­rung der Klas­si­fi­ka­ti­on, als dies bei der ISIC der Fall ist, um für die Euro­päi­sche Uni­on wich­ti­ge Wirt­schafts­be­rei­che wider­zu­spie­geln, die in der ISIC nicht ent­hal­ten sind 18. Die Gel­tung der NACE für Zwe­cke der sta­tis­ti­schen Erfas­sung ist auf der Ebe­ne der Euro­päi­schen Uni­on durch die Ver­ord­nung Nr. 3037/​90/​EWG vom 09.10.1990 fest­ge­schrie­ben 19. Die für den Streit­zeit­raum des Aus­gangs­ver­fah­rens gül­ti­ge Fas­sung ent­stand nach einer Revi­si­on durch die Ver­ord­nung Nr. 29/​2002/​EG vom 19.12. 2001 20. Sie wird als NACE Rev.01.1 bezeich­net.

In der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land wur­de das in den 1950er Jah­ren ursprüng­lich für Zwe­cke der gewerb­li­chen Betriebs­zäh­lung ent­wi­ckel­te „Sys­te­ma­ti­sche Ver­zeich­nis der Arbeits­stät­ten“ 1970 in „Sys­te­ma­tik der Wirt­schafts­zwei­ge“ umbe­nannt. Die im Jahr 1993 vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt her­aus­ge­ge­be­ne Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge trug der inter­na­tio­na­len Fort­ent­wick­lung der Sta­tis­ti­ken für Wirt­schafts­zwei­ge Rech­nung. Die­se Klas­si­fi­ka­ti­on war nicht mehr pri­mär an natio­na­len Erfor­der­nis­sen ori­en­tiert, son­dern bau­te auf der Ver­ord­nung Nr. 3037/​90/​EWG auf. Durch das Hin­zu­fü­gen einer wei­te­ren Glie­de­rungs­ebe­ne im Bereich der Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge 1993 konn­te das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt natio­na­le Bedürf­nis­se berück­sich­ti­gen. Die auch für das Streit­jahr 2004 ein­schlä­gi­ge Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge, Aus­ga­be 2003, wur­de auf Grund­la­ge der auf Gemein­schafts­ebe­ne maß­geb­li­chen NACE Rev.01.1 erstellt. Ihr lie­gen die­sel­ben Erwä­gun­gen zu Grun­de, die auch die Revi­si­on auf der Gemein­schafts­ebe­ne ange­lei­tet hat­ten 21.

Die Ent­schei­dun­gen der Finanz­ge­rich­te[↑]

Das Säch­si­sche Finanz­ge­richt stell­te dage­gen auf die Kla­ge der Beschwer­de­füh­re­rin unter Auf­he­bung des ableh­nen Beschei­des des Finanz­am­tes fest, dass die Tätig­keit der Beschwer­de­füh­re­rin in Abwei­chung von der Ein­ord­nung des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts dem ver­ar­bei­ten­den Gewer­be unter­fal­le; des­sen Ein­stu­fung sei offen­kun­dig unzu­tref­fend 22.

Der Bun­des­fi­nanz­hof hob das Urteil auf 23. Der Betrieb der Beschwer­de­füh­re­rin sei nicht dem ver­ar­bei­ten­den Gewer­be zuzu­ord­nen. Zur Aus­le­gung des unbe­stimm­ten Rechts­be­griffs des ver­ar­bei­ten­den Gewer­bes sei­en man­gels gesetz­li­cher Begriffs­be­stim­mung die vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt her­aus­ge­ge­be­nen Ver­zeich­nis­se der Wirt­schafts­zwei­ge her­an­zu­zie­hen. Hal­te das Sta­tis­ti­sche Lan­des- oder Bun­des­amt danach die Ein­ord­nung eines Betriebs in einen bestimm­ten Wirt­schafts­zweig für zutref­fend, so sei die­se Zuord­nung nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs von den Finanz­äm­tern in aller Regel bei der Ent­schei­dung über die Gewäh­rung der Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge zu über­neh­men, soweit sie nicht zu einem offen­sicht­lich fal­schen Ergeb­nis füh­re. Letz­te­res sei hier nicht der Fall.

Die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts[↑]

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts hat das Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs auf­ge­ho­ben und die Sache zur erneu­ten Ent­schei­dung an ihn zurück­ver­wie­sen. Das Urteil ver­letzt die Beschwer­de­füh­re­rin dadurch in ihrem Grund­recht auf effek­ti­ven Rechts­schutz aus Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG, dass es die Ver­sa­gung der begehr­ten Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge durch das Finanz­amt nur ein­ge­schränkt auf ihre Recht­mä­ßig­keit über­prüft.

Der Bun­des­fi­nanz­hof schränkt in dem ange­grif­fe­nen Urteil die Kon­trol­le der Ent­schei­dung, mit der das Finanz­amt den Antrag der Beschwer­de­füh­re­rin auf Gewäh­rung einer Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge abge­lehnt hat, in zwei­fa­cher Hin­sicht ein. Mit dem aus der Rechts­schutz­ga­ran­tie des Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG fol­gen­den Anspruch der Beschwer­de­füh­re­rin auf eine wirk­sa­me gericht­li­che Kon­trol­le des ange­grif­fe­nen Hoheits­akts ist dies ledig­lich ver­ein­bar, soweit der Bun­des­fi­nanz­hof die Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge zur Bestim­mung des Begriffs des ver­ar­bei­ten­den Gewer­bes her­an­zieht. Unver­ein­bar mit Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG ist jedoch, dass er die ein­be­zo­ge­ne Stel­lung­nah­me des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts nur auf offen­sicht­li­che Feh­ler über­prüft. Die unge­nü­gen­de Kon­trol­le der Behör­den­ent­schei­dung durch den Bun­des­fi­nanz­hof ver­letzt Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG, unter ande­rem weil die Beschwer­de­füh­re­rin inso­weit auch nicht auf ander­wei­ti­ge Rechts­schutz­mög­lich­kei­ten ver­wie­sen wer­den kann.

Der Bun­des­fi­nanz­hof greift für die gericht­li­che Über­prü­fung der Ent­schei­dung des Finanz­amts, ob der Betrieb der Beschwer­de­füh­re­rin zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be gehört und damit nach § 1 in Ver­bin­dung mit § 2 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 InvZulG 1999 Anspruch auf eine Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge hat, sei­ner gefes­tig­ten Recht­spre­chung fol­gend in zwei­fa­cher Hin­sicht auf Ent­schei­dun­gen der Ver­wal­tung zurück, die er nur begrenzt über­prüft: Zum einen sieht er sich grund­sätz­lich an ein vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt her­aus­ge­ge­be­nes Ver­zeich­nis der Wirt­schafts­zwei­ge gebun­den, zum ande­ren hält er gege­be­nen­falls ein­ge­hol­te Stel­lung­nah­men der Sta­tis­tik­be­hör­den zur Klas­si­fi­zie­rung des Betriebs für grund­sätz­lich ver­bind­lich und prüft sie nur auf offen­sicht­li­che Feh­ler.

Der Bun­des­fi­nanz­hof ver­weist in dem ange­grif­fe­nen Urteil zunächst dar­auf, dass nach sei­ner stän­di­gen Recht­spre­chung zur Aus­le­gung des unbe­stimm­ten Rechts­be­griffs des ver­ar­bei­ten­den Gewer­bes die vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt her­aus­ge­ge­be­nen Ver­zeich­nis­se der Wirt­schafts­zwei­ge – für den hier maß­geb­li­chen Zeit­punkt damit die Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge, Aus­ga­be 2003 – her­an­zu­zie­hen sind.

In sei­nem hier­bei aus­drück­lich in Bezug genom­me­nen Urteil vom 23. März 2005 24 erläu­tert der Bun­des­fi­nanz­hof die­ses „Her­an­zie­hen“ damit, dass er seit sei­ner Ent­schei­dung vom 14. Janu­ar 1975 25 die Zuord­nung eines Betriebs zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be im Inter­es­se der Rechts­si­cher­heit „in engs­ter Anleh­nung“ an die Sys­te­ma­tik der Wirt­schafts­zwei­ge bezie­hungs­wei­se die Fol­ge­ver­zeich­nis­se vor­neh­me, weil sie eine Grund­sys­te­ma­tik aller Wirt­schafts­zwei­ge dar­stell­ten, bei der die Erkennt­nis­se fach­lich kom­pe­ten­ter Gre­mi­en über die Grup­pie­run­gen wirt­schaft­li­cher Insti­tu­tio­nen ver­wer­tet wor­den sei­en. Die Aus­le­gung des Begriffs ver­ar­bei­ten­des Gewer­be „in engs­ter Anleh­nung an die Sys­te­ma­tik der Wirt­schafts­zwei­ge“ bedeu­tet nach Auf­fas­sung des Bun­des­fi­nanz­hofs, dass die Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge grund­sätz­lich ver­bind­lich in dem Sin­ne ist, dass nur dann von ihr abge­se­hen wer­den kann, wenn „die Ein­grup­pie­rung durch die Klas­si­fi­ka­ti­on selbst offen­sicht­lich und unzwei­fel­haft falsch wäre“ 26. In sei­ner im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren abge­ge­be­nen Stel­lung­nah­me cha­rak­te­ri­siert der III. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs die­se Ver­fah­rens­wei­se selbst dahin­ge­hend, dass die Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge mit ihren Erläu­te­run­gen „prak­tisch wie eine Rechts­norm“ ver­wen­det wer­de.

Bei einer sol­chen Hand­ha­bung der Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge ent­schei­den Finanz­be­hör­den und Finanz­ge­rich­te über die Ver­ga­be einer Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge, soweit es um die Zuord­nung zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be geht, nicht allein nach Maß­ga­be des Geset­zes, son­dern sub­su­mie­ren unter das Sta­tis­tik­ver­zeich­nis. Maß­geb­lich für die Gewäh­rung von Rechts­schutz ist damit nicht unmit­tel­bar die Aus­le­gung des Geset­zes durch die Gerich­te, son­dern die Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge, die weder Gesetz noch Ver­ord­nung ist und auch nicht zur Aus­le­gung des Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­set­zes, son­dern für sta­tis­ti­sche Zwe­cke durch eine Ver­wal­tungs­be­hör­de geschaf­fen wur­de.

Wur­de wie im Aus­gangs­ver­fah­ren eine Stel­lung­nah­me des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts oder eines Sta­tis­ti­schen Lan­des­amts über die Ein­ord­nung des Betriebs in die Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge ein­ge­holt, ist, wie der Bun­des­fi­nanz­hof auch in dem ange­grif­fe­nen Urteil betont, die­se Ein­ord­nung nach sei­ner stän­di­gen Recht­spre­chung 27 bei der Ent­schei­dung über die Gewäh­rung der Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge „in aller Regel … zu über­neh­men, soweit sie nicht zu einem offen­sicht­lich fal­schen Ergeb­nis führt“. Steu­er­ver­wal­tung und Finanz­ge­rich­te kön­nen nach Auf­fas­sung des Bun­des­fi­nanz­hofs danach zwar über­prü­fen, ob die sta­tis­ti­sche Ein­grup­pie­rung auf­grund eines zutref­fen­den Sach­ver­halts ergan­gen ist, ob der Betrieb rich­tig abge­grenzt und ob bei Misch­be­trie­ben rich­tig zuge­ord­net wur­de; im Hin­blick auf die „Aus­le­gung“ der Klas­si­fi­ka­ti­on, das heißt auf die Zuord­nung bestimm­ter betrieb­li­cher Tätig­kei­ten zu einem Abschnitt, einer Abtei­lung, einer Grup­pe, einer Klas­se und einer Unter­klas­se sowie hin­sicht­lich des kon­kre­ten Ergeb­nis­ses bin­det die Stel­lung­nah­me jedoch, soweit sie nicht offen­kun­dig falsch ist 28. Auf eine sol­che Offen­sicht­lich­keits­kon­trol­le hat der Bun­des­fi­nanz­hof in dem ange­grif­fe­nen Urteil die Über­prü­fung der vom Finanz­amt über­nom­me­nen Ein­ord­nungs­ent­schei­dung des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts aus­drück­lich beschränkt.

Grund­recht auf effek­ti­ven Rechts­schutz[↑]

Aus dem Grund­recht auf effek­ti­ven Rechts­schutz folgt ein Anspruch des Bür­gers auf eine mög­lichst wirk­sa­me gericht­li­che Kon­trol­le des ange­grif­fe­nen Hoheits­ak­tes. Die Gerich­te sind ver­pflich­tet, die ange­foch­te­nen Ver­wal­tungs­ak­te in recht­li­cher und tat­säch­li­cher Hin­sicht voll­stän­dig nach­zu­prü­fen. Dies gilt auch, wenn die ange­foch­te­ne Ver­wal­tungs­ent­schei­dung auf der Anwen­dung unbe­stimm­ter Rechts­be­grif­fe beruht. Deren Kon­kre­ti­sie­rung ist grund­sätz­lich Sache der Gerich­te.

Das Grund­recht des Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG garan­tiert jedem den Rechts­weg, der gel­tend macht, durch die öffent­li­che Gewalt in eige­nen Rech­ten ver­letzt zu sein. Damit wird sowohl der Zugang zu den Gerich­ten als auch die Wirk­sam­keit des Rechts­schut­zes gewähr­leis­tet. Der Bür­ger hat einen Anspruch auf eine mög­lichst wirk­sa­me gericht­li­che Kon­trol­le in allen ihm von der Pro­zess­ord­nung zur Ver­fü­gung gestell­ten Instan­zen 29, wobei es kei­nen Unter­schied macht, ob es sich um Ein­grif­fe in geschütz­te Rechts­po­si­tio­nen oder die Ver­sa­gung gesetz­lich ein­ge­räum­ter Leis­tungs­an­sprü­che han­delt 30. Aus der Garan­tie effek­ti­ven Rechts­schut­zes folgt grund­sätz­lich die Pflicht der Gerich­te, die ange­foch­te­nen Ver­wal­tungs­ak­te in recht­li­cher und tat­säch­li­cher Hin­sicht voll­stän­dig nach­zu­prü­fen. Das schließt eine Bin­dung der recht­spre­chen­den Gewalt an tat­säch­li­che oder recht­li­che Fest­stel­lun­gen und Wer­tun­gen sei­tens ande­rer Gewal­ten hin­sicht­lich des­sen, was im Ein­zel­fall rech­tens ist, im Grund­satz aus 31.

Die mate­ri­ell geschütz­te Rechts­po­si­ti­on ergibt sich aller­dings nicht aus Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG selbst, son­dern wird dar­in vor­aus­ge­setzt 32. Neben den ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Rech­ten bestimmt das ein­fa­che Recht, wel­che Rech­te der Ein­zel­ne gel­tend machen kann. Der Gesetz­ge­ber befin­det unter Beach­tung der Grund­rech­te dar­über, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen dem Bür­ger ein Recht zuste­hen und wel­chen Inhalt es haben soll 33.

Beruht die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung auf der Anwen­dung unbe­stimm­ter Rechts­be­grif­fe, so ist deren Kon­kre­ti­sie­rung grund­sätz­lich Sache der Gerich­te, die die Rechts­an­wen­dung der Ver­wal­tungs­be­hör­den unein­ge­schränkt nach­zu­prü­fen haben. Die Regeln über die ein­ge­schränk­te Kon­trol­le des Ver­wal­tungs­er­mes­sens gel­ten nicht ohne wei­te­res auch für die Aus­le­gung und Anwen­dung unbe­stimm­ter Rechts­be­grif­fe 34. Dies schließt nicht aus, dass bei der Kon­trol­le der Ver­wal­tung deren Eigen­ver­ant­wor­tung Rech­nung getra­gen und die gericht­li­che Kon­trol­le – wie etwa im Pla­nungs­recht – als eine nach­voll­zie­hen­de Kon­trol­le aus­ge­stal­tet wird.

Soweit all­ge­mei­ne Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten die ein­heit­li­che Rechts­an­wen­dung durch die Behör­den für die­se ver­bind­lich regeln, ändert auch dies nichts an Umfang und Inten­si­tät der durch Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG gebo­te­nen gericht­li­chen Kon­trol­le. Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten, mit denen die Ver­wal­tung einen ein­heit­li­chen Ver­wal­tungs­voll­zug bei der Aus­le­gung und Anwen­dung unbe­stimm­ter Rechts­be­grif­fe oder bei der Aus­übung des Ver­wal­tungs­er­mes­sens sicher­stel­len will, sind grund­sätz­lich Gegen­stand, nicht jedoch Maß­stab rich­ter­li­cher Kon­trol­le des Ver­wal­tungs­han­delns 35. Denn die Gerich­te sind bei der Über­prü­fung des Ver­wal­tungs­han­delns an das Gesetz gebun­den (Art. 20 Abs. 3, Art. 97 Abs. 1 GG).

Es beein­träch­tigt indes weder die Geset­zes­bin­dung der Gerich­te noch den Anspruch des Ein­zel­nen auf wirk­sa­me gericht­li­che Kon­trol­le nach Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG, wenn die Kon­kre­ti­sie­rung unbe­stimm­ter Rechts­be­grif­fe durch gesetz­li­che Ver­wei­sung auf bestimm­te Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten oder sons­ti­ge unter­ge­setz­li­che Regel­wer­ke erfolgt oder wenn die kon­kre­ti­sie­ren­de Her­an­zie­hung sol­cher Vor­schrif­ten oder Regel­wer­ke in ver­gleich­ba­rer Wei­se auf einer aus­rei­chen­den gesetz­li­chen Grund­la­ge beruht.

Das Gebot effek­ti­ven Rechts­schut­zes schließt nicht aus, dass durch den Gesetz­ge­ber eröff­ne­te Gestaltungs‑, Ermes­sens- und Beur­tei­lungs­spiel­räu­me sowie die Tat­be­stands­wir­kung von Exe­ku­tiv­ak­ten die Durch­füh­rung der Rechts­kon­trol­le durch die Gerich­te ein­schrän­ken 36. Gericht­li­che Kon­trol­le kann nicht wei­ter rei­chen als die mate­ri­ell­recht­li­che Bin­dung der Instanz, deren Ent­schei­dung über­prüft wer­den soll. Sie endet des­halb dort, wo das mate­ri­el­le Recht in ver­fas­sungs­recht­lich unbe­denk­li­cher Wei­se das Ent­schei­dungs­ver­hal­ten nicht voll­stän­dig deter­mi­niert und der Ver­wal­tung einen Ein­schät­zungs- und Aus­wahl­spiel­raum belässt 37.

Ob dies der Fall ist, muss sich aus­drück­lich aus dem Gesetz erge­ben oder durch Aus­le­gung hin­rei­chend deut­lich zu ermit­teln sein. Dem­ge­gen­über kann es weder der Ver­wal­tung noch den Gerich­ten über­las­sen wer­den, ohne gesetz­li­che Grund­la­ge durch die Annah­me behörd­li­cher Letzt­ent­schei­dungs­rech­te die Gren­zen zwi­schen Geset­zes­bin­dung und grund­sätz­lich umfas­sen­der Rechts­kon­trol­le der Ver­wal­tung zu ver­schie­ben. Andern­falls könn­ten die­se „in eige­ner Sache“ die grund­ge­setz­li­che Rol­len­ver­tei­lung zwi­schen Exe­ku­ti­ve und Judi­ka­ti­ve ver­än­dern. Nimmt ein Gericht ein behörd­li­ches Letzt­ent­schei­dungs­recht an, das man­gels gesetz­li­cher Grund­la­ge nicht besteht, und unter­lässt es des­halb die voll­stän­di­ge Prü­fung der Behör­den­ent­schei­dung auf ihre Gesetz­mä­ßig­keit, steht dies nicht nur in Wider­spruch zur Geset­zes­bin­dung der Gerich­te (Art. 20 Abs. 3, Art. 97 Abs. 1 GG), son­dern ver­letzt vor allem auch das Ver­spre­chen wirk­sa­men Rechts­schut­zes aus Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG.

Auch der Gesetz­ge­ber ist im Übri­gen nicht frei in der Ein­räu­mung behörd­li­cher Letzt­ent­schei­dungs­be­fug­nis­se. Zwar liegt es grund­sätz­lich in sei­ner Hand, den Umfang und Gehalt der sub­jek­ti­ven Rech­te der Bür­ger zu defi­nie­ren und so mit ent­spre­chen­den Fol­gen für den Umfang der gericht­li­chen Kon­trol­le auch deren Rechts­stel­lung gegen­über der Ver­wal­tung dif­fe­ren­ziert aus­zu­ge­stal­ten. Aller­dings ist er hier­bei durch die Grund­rech­te sowie durch das Rechts­staats- und das Demo­kra­tie­prin­zip und die hier­aus fol­gen­den Grund­sät­ze der Bestimmt­heit und Nor­men­klar­heit gebun­den. Will er im Übri­gen gegen­über von ihm aner­kann­ten sub­jek­ti­ven Rech­ten die gericht­li­che Kon­trol­le zurück­neh­men, hat er zu berück­sich­ti­gen, dass im gewal­ten­tei­len­den Staat grund­ge­setz­li­cher Prä­gung die letzt­ver­bind­li­che Normaus­le­gung und auch die Kon­trol­le der Rechts­an­wen­dung im Ein­zel­fall grund­sätz­lich den Gerich­ten vor­be­hal­ten ist. Deren durch Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG garan­tier­te Effek­ti­vi­tät darf auch der Gesetz­ge­ber nicht durch zu zahl­rei­che oder weit­grei­fen­de Beur­tei­lungs­spiel­räu­me für gan­ze Sach­be­rei­che oder gar Rechts­ge­bie­te aus­he­beln. Die Frei­stel­lung der Rechts­an­wen­dung von gericht­li­cher Kon­trol­le bedarf stets eines hin­rei­chend gewich­ti­gen, am Grund­satz eines wirk­sa­men Rechts­schut­zes aus­ge­rich­te­ten Sach­grunds.

Offen blei­ben kann, ob gericht­lich nur ein­ge­schränkt nach­prüf­ba­re Ent­schei­dungs­spiel­räu­me der Ver­wal­tung aus­nahms­wei­se auch ohne gesetz­li­che Grund­la­ge von Ver­fas­sungs wegen dann zuläs­sig sind, wenn eine wei­ter­ge­hen­de gericht­li­che Kon­trol­le zwei­fels­frei an die Funk­ti­ons­gren­zen der Recht­spre­chung stie­ße 38. Eine sol­che Kon­stel­la­ti­on liegt hier offen­sicht­lich nicht vor.

Bin­dungs­wir­kung der Klas­si­fi­ka­ti­on[↑]

Der Bun­des­fi­nanz­hof sieht sich bei der Zuord­nung des Unter­neh­mens der Beschwer­de­füh­re­rin zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be grund­sätz­lich an die Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge gebun­den, die weder Gesetz noch Ver­ord­nung ist, son­dern allein für sta­tis­ti­sche Zwe­cke durch eine Ver­wal­tungs­be­hör­de geschaf­fen wur­de. Dies führt jedoch nicht zu einer Ver­let­zung der Rechts­schutz­ga­ran­tie. Es beein­träch­tigt weder die Geset­zes­bin­dung der Gerich­te noch den Anspruch des Ein­zel­nen auf wirk­sa­me gericht­li­che Kon­trol­le, wenn die Kon­kre­ti­sie­rung unbe­stimm­ter Rechts­be­grif­fe durch gesetz­li­che Ver­wei­sung auf bestimm­te Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten oder sons­ti­ge unter­ge­setz­li­che Regel­wer­ke erfolgt oder wenn die kon­kre­ti­sie­ren­de Her­an­zie­hung sol­cher Vor­schrif­ten oder Regel­wer­ke in ver­gleich­ba­rer Wei­se auf einer aus­rei­chen­den gesetz­li­chen Grund­la­ge beruht.

So ver­hält es sich hier. Die Aner­ken­nung der prin­zi­pi­el­len Ver­bind­lich­keit der Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge für die Zuord­nung eines Betriebs zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be kann sich bezo­gen auf die Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­wäh­rung auf eine trag­fä­hi­ge gesetz­li­che Grund­la­ge stüt­zen. Denn in den Geset­zes­ma­te­ria­li­en zum Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­setz 1999 wie auch zu den Vor­gän­ger­re­ge­lun­gen fin­den sich ein­deu­ti­ge Bele­ge dafür, dass der Gesetz­ge­ber bei Erlass des jewei­li­gen Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­set­zes von der ver­bind­li­chen Anwen­dung der Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge bei der Ent­schei­dung über die Gewäh­rung einer Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge im Rah­men der Zuord­nung eines Betriebs zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be aus­ging. Die Anknüp­fung an das Sta­tis­tik­recht ist auch nicht grund­sätz­lich sach­wid­rig. Die Klas­si­fi­ka­tio­nen des Sta­tis­tik­rechts gewähr­leis­ten allen am Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge­ver­fah­ren Betei­lig­ten ein weit­aus höhe­res Maß an Rechts­si­cher­heit und Rechts­klar­heit als es ein vom Sta­tis­tik­recht abge­lös­tes, eige­nes Ver­ständ­nis des Geset­zes­be­griffs „ver­ar­bei­ten­des Gewer­be“ ver­möch­te. Zudem bleibt nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs die Ein­tei­lung der betrieb­li­chen Tätig­kei­ten nach der Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge einer Evi­denz­prü­fung dar­auf­hin unter­wor­fen, ob sie in Blick auf das Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­recht zu einem offen­sicht­lich fal­schen Ergeb­nis führt.

Das Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs ver­letzt daher nicht Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG, soweit es die Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge als grund­sätz­lich maß­geb­lich dafür ansieht, ob das Unter­neh­men der Beschwer­de­füh­re­rin dem ver­ar­bei­ten­den Gewer­be zuzu­ord­nen ist. Die Aner­ken­nung der prin­zi­pi­el­len Ver­bind­lich­keit der Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge für die Zuord­nung eines Betriebs zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be kann sich bezo­gen auf die Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­wäh­rung auf eine trag­fä­hi­ge gesetz­li­che Grund­la­ge stüt­zen.

Der Bun­des­fi­nanz­hof ent­schei­det die Fra­ge, ob die Inves­ti­tio­nen der Beschwer­de­füh­re­rin in einem Betrieb des ver­ar­bei­ten­den Gewer­bes getä­tigt wor­den sind, nicht unmit­tel­bar durch eine eige­ne Bestim­mung des Begriffs „ver­ar­bei­ten­des Gewer­be“ in § 2 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 InvZulG 1999. Viel­mehr zieht er für die­se Aus­le­gung die vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt her­aus­ge­ge­be­ne Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge in der für den Aus­gangs­fall maß­geb­li­chen Fas­sung her­an. Dabei sieht er in dem Regel­werk der Klas­si­fi­ka­ti­on kei­ne gut­ach­ter­li­che Äuße­rung über­le­ge­nen Sach­ver­stands oder das Ergeb­nis zwin­gen­der Geset­zes­aus­le­gung, der er sich aus eige­ner Über­zeu­gung mit Rück­sicht auf die dar­in zum Aus­druck kom­men­de sach­li­che und fach­li­che Exper­ti­se anschließt. Die Über­nah­me auch all­ge­mei­ner, also nicht zu einem kon­kre­ten Ver­fah­ren ein­ge­hol­ter sach­ver­stän­di­ger Stel­lung­nah­men und sach­kun­di­ger Äuße­run­gen steht einem Gericht im Rah­men sei­ner Über­zeu­gungs­bil­dung stets offen, ohne dass dies in Kon­flikt zu den Ver­fas­sungs­prin­zi­pi­en der Geset­zes­bin­dung der Gerich­te und der Rechts­schutz­ga­ran­tie gerie­te 39. Der Bun­des­fi­nanz­hof hält sich – so auch hier – bei der Zuord­nung eines Betriebs zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be im Rah­men der Anwen­dung des Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­set­zes jedoch im Grund­satz für gebun­den an die Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge mit der Fol­ge, dass er sie weit­ge­hend gleich einem Gesetz aus­legt und auf den kon­kre­ten Fall anwen­det.

Die Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge ist weder Gesetz noch Ver­ord­nung, die als sol­che Gel­tung für den Bereich der Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge bean­spru­chen könn­ten.

Es han­delt sich um eine sta­tis­ti­sche Klas­si­fi­ka­ti­on. Sie knüpft an die von der Sta­tis­ti­schen Kom­mis­si­on der Ver­ein­ten Natio­nen vor­ge­schla­ge­ne, auf Wirt­schafts­zweig­klas­si­fi­ka­tio­nen abstel­len­de ISIC an, die im Jah­re 2002 in Abstim­mung mit der Euro­päi­schen Uni­on einer Revi­si­on zur „ISIC Rev.03.1“ unter­zo­gen wur­de. Mit einer tie­fe­ren Glie­de­rung wur­de die­se Klas­si­fi­ka­ti­on mit Wir­kung zum 01.01.2003 auf euro­päi­scher Ebe­ne unter der Bezeich­nung Nome­n­cla­tu­re géné­ra­le des activités éco­no­mi­ques dans les Com­mu­n­au­tés Euro­péen­nes „NACE Rev.01.1“ in der Rechts­form einer Ver­ord­nung 40 ein­ge­führt 18. Die der­zeit letz­te Ände­rung der NACE 41 wur­de – erneut im Gleich­klang mit einer Über­ar­bei­tung der durch die Ver­ein­ten Natio­nen auf­ge­stell­ten ISIC – durch Ver­ord­nung vom 20.12. 2006 in Kraft gesetzt und ist seit 01.01.2008 anzu­wen­den 42.

Die vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt her­aus­ge­ge­be­ne deut­sche Fas­sung der Klas­si­fi­ka­ti­on ist dem­ge­gen­über weder dem Ver­fah­ren noch der Form nach als Gesetz oder als Rechts­ver­ord­nung ergan­gen. Sie erschöpft sich in der für das Aus­gangs­ver­fah­ren maß­geb­li­chen Aus­ga­be 2003 auch nicht in einer blo­ßen Wie­der­ho­lung des Inhalts der Ver­ord­nung „NACE Rev.01.1“, berück­sich­tigt viel­mehr durch das Hin­zu­fü­gen einer wei­te­ren Glie­de­rungs­ebe­ne natio­na­le Bedürf­nis­se 43. Damit hat die Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge nicht Teil am nor­ma­ti­ven Cha­rak­ter der Ver­ord­nung. Sie erfüllt viel­mehr im Aus­gangs­punkt eine rein sta­tis­ti­sche Ord­nungs­funk­ti­on. Zudem weist sie weder nach ihrem Inhalt noch nach ihrer nor­ma­ti­ven Ein­bin­dung einen Bezug zur För­der­wür­dig­keit von Inves­ti­tio­nen auf.

Anders als nun­mehr § 3 Abs. 1 Satz 2 InvZulG 2010, der vor­sieht, dass die Zuord­nung eines Betriebs zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be nach der vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt her­aus­ge­ge­be­nen Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge, Aus­ga­be 2008, vor­zu­neh­men ist, ver­weist § 2 InvZulG 1999 nicht aus­drück­lich auf die Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge. Ein begrenz­ter Bin­dungs­wil­le des Gesetz­ge­bers lässt sich jedoch durch Aus­le­gung ermit­teln.

In den Geset­zes­ma­te­ria­li­en zum Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­setz 1999 wie auch zu den Vor­gän­ger­re­ge­lun­gen fin­den sich ein­deu­ti­ge Bele­ge dafür, dass der Gesetz­ge­ber bei Erlass des jewei­li­gen Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­set­zes von der ver­bind­li­chen Anwen­dung der Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge oder – zuvor – des Sys­te­ma­ti­schen Ver­zeich­nis­ses der Wirt­schafts­zwei­ge bei der Ent­schei­dung über die Gewäh­rung einer Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge im Rah­men der Zuord­nung eines Betriebs zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be aus­ging, wie sie durch die Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs geprägt war.

So hebt die Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs zum Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­setz 1999 her­vor, dass die Abgren­zung der – neu ein­ge­führ­ten – pro­duk­ti­ons­na­hen Dienst­leis­tun­gen wie die bis­her vor­ge­nom­me­ne Abgren­zung des ver­ar­bei­ten­den Gewer­bes ent­spre­chend der Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge vor­ge­nom­men wer­den soll 44.

Bereits die Geset­zes­ma­te­ria­li­en zu den Vor­gän­ger­re­ge­lun­gen ent­hiel­ten ent­spre­chen­de Hin­wei­se auf die Maß­geb­lich­keit der sta­tis­ti­schen Klas­si­fi­ka­ti­on. So ging der Ände­rung des Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­set­zes 1991 durch das Ver­brauch­steu­er-Bin­nen­markt­ge­setz vom 21. Dezem­ber 1992 45 eine Beschluss­emp­feh­lung mit Bericht des Finanz­aus­schus­ses des Deut­schen Bun­des­tags vom 30. Novem­ber 1992 vor­aus, in der eine Erhö­hung des Zula­gen­sat­zes für Inves­ti­tio­nen in Betrie­be des ver­ar­bei­ten­den Gewer­bes vor­ge­schla­gen wur­de. Der Aus­schuss stell­te fest, dass die Zuord­nung eines Betriebs zum Hand­werk grund­sätz­lich ein­fach gehand­habt wer­den kön­ne. Abgren­zungs­schwie­rig­kei­ten könn­ten jedoch bei der Fra­ge nach der Zuge­hö­rig­keit eines Betriebs zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be auf­tre­ten. Hier sei die Ver­wal­tungs­pra­xis zu Grun­de zu legen, die bei dem Ber­lin­för­de­rungs­ge­setz ent­stan­den sei 46. In die­sem Zusam­men­hang ver­wies der Aus­schuss auf eine Ver­wal­tungs­vor­schrift des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Finan­zen zur „Gewäh­rung von Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen nach dem Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­setz und nach § 19 des Ber­lin­för­de­rungs­ge­set­zes“ vom 31. Dezem­ber 1986 47.

Die in Bezug genom­me­ne Ver­wal­tungs­vor­schrift des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Finan­zen wies die Finanz­ver­wal­tung an, die Abgren­zung des ver­ar­bei­ten­den Gewer­bes „in engs­ter Anleh­nung an das vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt her­aus­ge­ge­be­ne Sys­te­ma­ti­sche Ver­zeich­nis der Wirt­schafts­zwei­ge durch­zu­füh­ren“. Sie ver­wies hier­zu auf Ent­schei­dun­gen des Bun­des­fi­nanz­hofs aus den Jah­ren 1975, 1976 und 1980 48.

Schließ­lich fin­det sich bereits in der Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs zur Ände­rung des Ber­lin­hil­fe­ge­set­zes vom 18.06.1968, die zu einer erhöh­ten Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge für Inves­ti­tio­nen in Ber­li­ner Betrie­ben des ver­ar­bei­ten­den Gewer­bes nach § 19 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 Ber­lin­hil­fe­ge­setz 49 führ­te, der Hin­weis, dass die Abgren­zung des ver­ar­bei­ten­den Gewer­bes sich aus dem Sys­te­ma­ti­schen Ver­zeich­nis der Wirt­schafts­zwei­ge des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts erge­be 50.

Nach allem steht außer Fra­ge, dass der Gesetz­ge­ber, auch wenn dies in dem für das Aus­gangs­ver­fah­ren maß­geb­li­chen Geset­zes­text selbst kei­nen aus­drück­li­chen Nie­der­schlag gefun­den hat, seit Jahr­zehn­ten davon aus­ging, dass die Zuord­nung eines Betriebs zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be im Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­recht nach Maß­ga­be der sta­tis­ti­schen Nomen­kla­tur zunächst im Sys­te­ma­ti­schen Ver­zeich­nis, spä­ter in der Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge erfol­gen sol­le.

Die Aus­le­gung des Bun­des­fi­nanz­hofs, nach der die Zuord­nung eines Betriebs zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be im Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­recht nach Maß­ga­be der sta­tis­ti­schen Nomen­kla­tur zunächst im Sys­te­ma­ti­schen Ver­zeich­nis, spä­ter in der Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge erfol­gen sol­le, ist ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den. Dass die Anknüp­fung an das Sta­tis­tik­recht grund­sätz­lich sach­wid­rig und damit mit Art. 3 Abs. 1 GG unver­ein­bar ist, ist nicht ersicht­lich. Die Klas­si­fi­ka­tio­nen des Sta­tis­tik­rechts gewähr­leis­ten allen am Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge­ver­fah­ren Betei­lig­ten, Behör­den wie Antrag­stel­lern, ein weit­aus höhe­res Maß an Rechts­si­cher­heit und Rechts­klar­heit 51 als es ein vom Sta­tis­tik­recht abge­lös­tes, eige­nes Ver­ständ­nis des Geset­zes­be­griffs „ver­ar­bei­ten­des Gewer­be“ in § 2 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 InvZulG 1999 ver­möch­te. Zwar wohnt der vom Gesetz­ge­ber inten­dier­ten Bin­dung eine gewis­se Dyna­mik inne, weil die sta­tis­ti­schen Klas­si­fi­ka­tio­nen vor und nach Erlass des Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­set­zes 1999 wie­der­holt über­ar­bei­tet wur­den. Der Gesetz­ge­ber hat, dies sehend, offen­bar eine Bin­dung an den jeweils aktu­el­len Stand ange­strebt. Die­ser Rück­griff auf die Klas­si­fi­ka­tio­nen ist jedoch ver­fas­sungs­recht­lich aus­rei­chend, weil es sich um Sub­ven­tio­nen han­delt. Hin­zu kommt, dass die Zuord­nung eines Betriebs zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be auch bei der nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs hier­bei gebo­te­nen Bin­dung an die Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge kei­nes­wegs völ­lig der gericht­li­chen Kon­trol­le ent­zo­gen wird. Die Ein­tei­lung der betrieb­li­chen Tätig­kei­ten nach der Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge selbst bleibt einer Evi­denz­prü­fung dar­auf­hin unter­wor­fen, ob sie in Blick auf das Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­recht zu einem offen­sicht­lich fal­schen Ergeb­nis führt 52. Die Kon­trol­le, ob die Behör­de bei ihrer Zuord­nungs­ent­schei­dung von einem zutref­fen­den Sach­ver­halt aus­ge­gan­gen ist, bleibt den Gerich­ten im Übri­gen ohne­hin unbe­nom­men.

Vor die­sem Hin­ter­grund begrün­det die erkenn­ba­re Anknüp­fung des Gesetz­ge­bers im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren zum Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­setz 1999 an die schon bis­her prak­ti­zier­te Bin­dungs­wir­kung der Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge nach Maß­ga­be der finanz­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung eine aus­rei­chend gesetz­lich fun­dier­te Ver­bind­lich­keit des unter­ge­setz­li­chen Regel­werks, von der im Grund­satz auch die Gerich­te aus­zu­ge­hen haben, ohne dass damit eine nach Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG unzu­läs­si­ge Ein­schrän­kung des gericht­li­chen Prü­fungs­um­fangs ver­bun­den wäre.

Kei­ne blo­ße Offen­sicht­lich­keits­kon­trol­le[↑]

Das Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs ver­letzt jedoch die Beschwer­de­füh­re­rin in ihrem Grund­recht auf effek­ti­ven Rechts­schutz, soweit es zum ande­ren die Stel­lung­nah­me des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts, wonach die Tätig­keit der Beschwer­de­füh­re­rin nicht zu dem ver­ar­bei­ten­den Gewer­be zählt, als grund­sätz­lich ver­bind­lich erach­tet und nur auf offen­sicht­li­che Feh­ler prüft. Dies schmä­lert den indi­vi­du­el­len Rechts­schutz, weil die gebo­te­ne voll­stän­di­ge Prü­fung der Ver­wal­tungs­ent­schei­dung, hier der Ent­schei­dung des Finanz­amts, unter­bleibt und statt­des­sen nur noch eine blo­ße Offen­sicht­lich­keits­kon­trol­le erfolgt. Damit wird dem Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt ein par­ti­el­les behörd­li­ches Letzt­ent­schei­dungs­recht ein­ge­räumt.

Von Gerich­ten nicht oder nur ein­ge­schränkt über­prüf­ba­re Letzt­ent­schei­dungs­be­fug­nis­se über Rech­te des Ein­zel­nen dür­fen der voll­zie­hen­den Gewalt nur auf­grund eines Geset­zes ein­ge­räumt wer­den. Dabei hat auch der Gesetz­ge­ber, wenn er die gericht­li­che Kon­trol­le zurück­neh­men will, zu berück­sich­ti­gen, dass die letzt­ver­bind­li­che Normaus­le­gung und die Kon­trol­le der Rechts­an­wen­dung im Ein­zel­fall grund­sätz­lich den Gerich­ten vor­be­hal­ten ist. Deren durch Art. 19 Abs. 4 garan­tier­te Effek­ti­vi­tät darf auch der Gesetz­ge­ber nicht durch zu zahl­rei­che oder weit­grei­fen­de Beur­tei­lungs­spiel­räu­me für gan­ze Sach­be­rei­che oder gar Rechts­ge­bie­te aus­he­beln. Die Frei­stel­lung der Rechts­an­wen­dung von gericht­li­cher Kon­trol­le bedarf stets eines hin­rei­chend gewich­ti­gen, am Grund­satz eines wirk­sa­men Rechts­schut­zes aus­ge­rich­te­ten Sach­grunds.

Die auf eine Offen­sicht­lich­keits­kon­trol­le beschränk­te Prü­fung des Bun­des­fi­nanz­hofs ist mit der Rechts­schutz­ga­ran­tie des Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG nicht ver­ein­bar, weil es bereits an der erfor­der­li­chen gesetz­li­chen Grund­la­ge für die­se Beschrän­kung fehlt. Weder im Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­setz 1999 noch in den Geset­zes­ma­te­ria­li­en fin­den sich trag­fä­hi­ge Hin­wei­se auf eine Finanz­be­hör­den und Finanz­ge­rich­te bin­den­de Ein­be­zie­hung der Sta­tis­tik­be­hör­den in die Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ent­schei­dung oder auch nur auf ein inso­weit dem Finanz­amt selbst ein­zu­räu­men­des Letzt­ent­schei­dungs­recht. Die unzu­rei­chen­de gericht­li­che Prü­fung der Zuord­nungs­ent­schei­dung des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts und nach­fol­gend des Finanz­amts durch den Bun­des­fi­nanz­hof wird auch nicht durch Rechts­schutz­mög­lich­kei­ten gegen die Stel­lung­nah­me des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts selbst kom­pen­siert. Durch die Garan­tie effek­ti­ven Rechts­schut­zes wer­den zwar Ver­fah­rens­stu­fun­gen mit gespal­te­ner Rechts­schutz­ge­wäh­rung nicht aus­ge­schlos­sen. Die Stel­lung­nah­me des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts ist jedoch weder ein selb­stän­dig angreif­ba­rer Grund­la­gen­be­scheid in einem gestuf­ten Ver­fah­ren noch muss­te sich die Beschwer­de­füh­re­rin auf einen mög­li­cher­wei­se dage­gen eröff­ne­ten ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Rechts­schutz ver­wei­sen las­sen, weil die fach­li­che Stel­lung­nah­me der Sta­tis­tik­be­hör­de nicht gesetz­lich in das Ver­fah­ren über die Gewäh­rung einer Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge ein­be­zo­gen ist.

Das Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs ver­letzt daher Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG, soweit es die Zuord­nungs­ent­schei­dung des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts einer nur ein­ge­schränk­ten gericht­li­chen Kon­trol­le unter­zieht. Die unzu­rei­chen­de gericht­li­che Über­prü­fung die­ser Ent­schei­dung wird nicht durch ander­wei­ti­ge Rechts­schutz­mög­lich­kei­ten kom­pen­siert.

Indem der Bun­des­fi­nanz­hof im Aus­gangs­ver­fah­ren die Stel­lung­nah­me des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts, der­zu­fol­ge die vom Betrieb der Beschwer­de­füh­re­rin aus­ge­üb­te Tätig­keit nicht zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be zählt, für die Ent­schei­dun­gen des Finanz­amts und nach­fol­gend des Finanz­ge­richts über die Gewäh­rung der Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge als grund­sätz­lich ver­bind­lich erklärt und nur dar­auf über­prüft, ob sie zu einem offen­sicht­lich fal­schen Ergeb­nis führt 53, bleibt er hin­ter der nach Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG im Regel­fall gebo­te­nen voll­stän­di­gen Prü­fung des ange­grif­fe­nen Hoheits­akts zurück und beschränkt sich statt­des­sen auf eine blo­ße Offen­sicht­lich­keits­kon­trol­le. Anders als bei der Ein­bin­dung der Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge in die Aus­le­gung des unbe­stimm­ten Rechts­be­griffs „ver­ar­bei­ten­des Gewer­be“ als ers­ten kon­kre­ti­sie­ren­den Schritt der Rechts­an­wen­dung auf den Ein­zel­fall geht es hier um den zwei­ten Schritt, die kon­kre­te Sub­sum­ti­on unter den so prä­zi­sier­ten Geset­zes­be­griff.

Mit die­ser Recht­spre­chung räumt der Bun­des­fi­nanz­hof dem Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt und den Sta­tis­ti­schen Lan­des­äm­tern im Ergeb­nis ein par­ti­el­les behörd­li­ches Letzt­ent­schei­dungs­recht ein. Die­ses schmä­lert den indi­vi­du­el­len Rechts­schutz, weil es die bei Ableh­nung der begehr­ten Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge zu ver­kla­gen­den Finanz­be­hör­den nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs in glei­cher Wei­se wie die Finanz­ge­rich­te gegen­über den Sta­tis­tik­be­hör­den auf die Prü­fung beschränkt, ob deren Ein­stu­fungs­ent­schei­dung zu einem offen­sicht­lich fal­schen Ergeb­nis führt oder von einem fal­schen Sach­ver­halt aus­geht 54.

Die mit dem Rück­zug auf eine Offen­sicht­lich­keits­kon­trol­le ver­bun­de­ne Ein­schrän­kung des Rechts­schut­zes ist nicht mit Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG ver­ein­bar.

Für eine sol­che Beschrän­kung der rich­ter­li­chen Kon­trol­le fehlt es bereits an der erfor­der­li­chen gesetz­li­chen Grund­la­ge.

Weder § 2 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 InvZulG 1999 noch sonst eine Bestim­mung des Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­set­zes ent­hal­ten aus­drück­lich oder sinn­ge­mäß einen Anhalts­punkt dafür, dass die Zuord­nungs­ent­schei­dung der Finanz­be­hör­de – von der Sta­tis­tik­be­hör­de ist im Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­setz ohne­hin nicht die Rede – über den eine Zula­ge begeh­ren­den Betrieb zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be einer nur ein­ge­schränk­ten gericht­li­chen Prü­fung zugäng­lich sein soll. Auch der Bun­des­fi­nanz­hof begrün­det sei­ne dies­be­züg­li­che Recht­spre­chung nicht unter Rück­griff auf das Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­setz.

Anders als bei der Bezug­nah­me auf die Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge fin­den sich auch in den Geset­zes­ma­te­ria­li­en kei­ne trag­fä­hi­gen Hin­wei­se auf eine Finanz­be­hör­den und Finanz­ge­rich­te bin­den­de Ein­be­zie­hung der Sta­tis­tik­be­hör­den in die Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ent­schei­dung oder auch nur auf ein inso­weit dem Finanz­amt selbst ein­zu­räu­men­des Letzt­ent­schei­dungs­recht. Einen ent­fern­ten Anhalt für die Bedeu­tung einer Stel­lung­nah­me des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts oder eines Sta­tis­ti­schen Lan­des­amts im Rah­men des Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ver­fah­rens bie­tet ledig­lich die Ent­ste­hungs­ge­schich­te zur Ände­rung des Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­set­zes 1991 durch das Ver­brauch­steu­er-Bin­nen­markt­ge­setz vom 21.12. 1992 45. Dort hat der Finanz­aus­schuss des Deut­schen Bun­des­tags, wie bereits im Zusam­men­hang mit der Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge aus­ge­führt, im Hin­blick auf befürch­te­te Abgren­zungs­schwie­rig­kei­ten bei der Fra­ge nach der Zuge­hö­rig­keit eines Betriebs zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be vor­ge­schla­gen, die Ver­wal­tungs­pra­xis zu Grun­de zu legen, die sich zum Ber­lin­för­de­rungs­ge­setz ent­wi­ckelt hat­te 46. Nach der schon erwähn­ten Ver­wal­tungs­vor­schrift des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Finan­zen zur „Gewäh­rung von Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen nach dem Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­setz und nach § 19 des Ber­lin­för­de­rungs­ge­set­zes“ 47, auf die der Aus­schuss hier­zu ver­wies, soll­te für die Zuge­hö­rig­keit eines Betriebs zum ver­ar­bei­ten­den Gewer­be grund­sätz­lich des­sen Ein­grup­pie­rung in „Abtei­lung 2 des Sys­te­ma­ti­schen Ver­zeich­nis­ses der Wirt­schafts­zwei­ge durch das Sta­tis­ti­sche Lan­des­amt“ maß­ge­bend sein. Aus einer sol­chen Ein­grup­pie­rung kön­ne aller­dings kein Rechts­an­spruch auf Gewäh­rung einer erhöh­ten Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge abge­lei­tet wer­den. Die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung, ob ein Betrieb dem ver­ar­bei­ten­den Gewer­be zuge­rech­net wer­den kön­ne, wer­de vom Finanz­amt getrof­fen 46.

Mit die­ser Andeu­tung in einem frü­he­ren Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren lässt sich nicht begrün­den, dass der Gesetz­ge­ber des Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­set­zes 1999 der Sta­tis­tik­be­hör­de ein im Rah­men des Angriffs gegen die Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ent­schei­dung des Finanz­amts nicht oder nur begrenzt über­prüf­ba­res Letzt­ent­schei­dungs­recht ein­räu­men woll­te. Man­gels einer aus­rei­chen­den Geset­zes­grund­la­ge war der Bun­des­fi­nanz­hof mit­hin nicht befugt, sich im Hin­blick auf die Ein­grup­pie­rungs­ent­schei­dung des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts auf eine Offen­sicht­lich­keits­kon­trol­le zurück­zu­zie­hen. Er ver­letzt damit den Anspruch der Beschwer­de­füh­re­rin aus Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG auf eine voll­stän­di­ge Über­prü­fung der Zuord­nungs­ent­schei­dung durch das Finanz­ge­richt.

Es fehlt im Übri­gen auch, ohne dass es dar­auf man­gels der erfor­der­li­chen gesetz­li­chen Rege­lung noch ent­schei­dend ankä­me, an einem trag­fä­hi­gen Sach­grund für das hier bean­spruch­te behörd­li­che Letzt­ent­schei­dungs­recht. Jeden­falls gelangt die Recht­spre­chung bei der Über­prü­fung einer behörd­li­chen Zuord­nungs­ent­schei­dung zur Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge nicht an die Gren­zen ihrer Funk­ti­ons­fä­hig­keit 55. Dafür spricht im Übri­gen auch, dass der Bun­des­fi­nanz­hof unein­ge­schränk­ten Rechts­schutz bei der inso­weit gleich gela­ger­ten Fra­ge der Zuge­hö­rig­keit eines Betriebs zu dem pro­du­zie­ren­den Gewer­be nach Maß­ga­be der Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge bei Anwen­dung des § 2 Nr. 3 Strom­StG gewährt 56 eben­so wie neu­er­dings die Ver­wal­tungs­ge­rich­te unmit­tel­bar gegen die Zuord­nungs­ent­schei­dun­gen der Sta­tis­tik­be­hör­den 57.

Die unzu­rei­chen­de Prü­fung der Zuord­nungs­ent­schei­dung des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts und nach­fol­gend des Finanz­amts durch den Bun­des­fi­nanz­hof ist auch nicht mit Rück­sicht auf ander­wei­ti­ge aus­rei­chen­de Rechts­schutz­mög­lich­kei­ten gegen die Stel­lung­nah­me des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts mit Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG ver­ein­bar. Ver­fah­rens­stu­fun­gen mit gespal­te­ner Rechts­schutz­ge­wäh­rung wer­den durch Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG zwar nicht aus­ge­schlos­sen. Die Stel­lung­nah­me des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts ist jedoch weder ein selb­stän­dig angreif­ba­rer Grund­la­gen­be­scheid in einem gestuf­ten Ver­fah­ren, noch muss­te sich die Beschwer­de­füh­re­rin auf einen mög­li­cher­wei­se dage­gen eröff­ne­ten ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Rechts­schutz ver­wei­sen las­sen.

Die Garan­tie effek­ti­ven Rechts­schut­zes steht der Auf­spal­tung behörd­li­cher Ent­schei­dungs­fin­dung in meh­re­re Ver­fah­rens­stu­fen mit einer Abschich­tung des Ent­schei­dungs­stoffs in tat­säch­li­cher und recht­li­cher Hin­sicht und einer ent­spre­chen­den Bin­dung der nach­fol­gen­den Ent­schei­dungs­ebe­ne an die Ergeb­nis­se der vor­an­ge­gan­ge­nen nicht grund­sätz­lich ent­ge­gen 58. Eine sol­che Ver­fah­rens­stu­fung kann den indi­vi­du­el­len Rechts­schutz mit Rück­sicht auf sei­ne Früh­zei­tig­keit sowie die Reduk­ti­on kom­ple­xer Streit­stof­fe för­dern.

Mit Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG ver­ein­bar sind Ver­fah­rens­stu­fun­gen in Form bin­den­der Vor­ent­schei­dun­gen, die durch den Angriff gegen die End­ent­schei­dung nicht mehr oder nur ein­ge­schränkt einer gericht­li­chen Über­prü­fung zuge­führt wer­den kön­nen, aller­dings nur, sofern

  1. die Bin­dung einer Behör­de an vor­an­ge­hen­de Fest­stel­lun­gen oder Ent­schei­dun­gen einer ande­ren Behör­de sich hin­rei­chend klar aus einer gesetz­li­chen Bestim­mung ergibt,
  2. gegen die mit Bin­dungs­wir­kung aus­ge­stat­te­te Teil- oder Vor­ent­schei­dung ihrer­seits effek­ti­ver Rechts­schutz zur Ver­fü­gung steht 59 und
  3. die Auf­spal­tung des Rechts­schut­zes mit einer etwai­gen Anfech­tungs­last gegen­über der Vor­ent­schei­dung für den Bür­ger klar erkenn­bar 60 und nicht mit unzu­mut­ba­ren Risi­ken und Las­ten ver­bun­den ist 61.

Eine die­sen Anfor­de­run­gen genü­gen­de Ver­fah­rens­stu­fung zwi­schen der Ein­ord­nungs­ent­schei­dung des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts und der Ent­schei­dung des Finanz­amts über die Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­wäh­rung besteht nicht. Weder das Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­setz 1999 noch sons­ti­ge gesetz­li­che Rege­lun­gen sehen eine förm­li­che Betei­li­gung der Sta­tis­tik­be­hör­den im Ver­fah­ren über die Gewäh­rung einer Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge vor; dass der gleich­wohl bei einem Sta­tis­tik­amt ein­ge­hol­ten Stel­lung­nah­me in kei­nem Gesetz Bin­dungs­wir­kung gegen­über dem Finanz­amt zuge­spro­chen wird, wur­de bereits fest­ge­stellt. Der Bun­des­fi­nanz­hof selbst betont im Übri­gen, dass die Ein­grup­pie­rungs­ent­schei­dung des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts oder eines Sta­tis­ti­schen Lan­des­amts nicht die Funk­ti­on eines Grund­la­gen­be­scheids hat 62. So bleibt es der frei­en Ver­fah­rens­ge­stal­tung des Finanz­amts oder – wie hier – der Anfra­ge des Unter­neh­mers in Eigen­in­itia­ti­ve über­las­sen, ob wegen der Ein­ord­nung eines Betriebs in die Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge die Aus­kunft eines Sta­tis­ti­schen Lan­des­amts oder des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts ein­ge­holt wird. Damit exis­tiert kei­ne rechts­staat­li­chen Anfor­de­run­gen ent­spre­chen­de Ver­fah­rens­stu­fung zwi­schen Sta­tis­tik- und Finanz­be­hör­de, die eine Vor­ver­la­ge­rung des Rechts­schut­zes auf die Ent­schei­dung der Sta­tis­tik­be­hör­de tra­gen könn­te.

Nach neue­rer ver­wal­tungs­ge­richt­li­cher Recht­spre­chung ist die Ent­schei­dung der Sta­tis­tik­be­hör­den über die Ein­grup­pie­rung eines Betriebs in die Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge aller­dings einer umfas­sen­den Über­prü­fung durch die Ver­wal­tungs­ge­rich­te zugäng­lich 63. Die ein­ge­schränk­te gericht­li­che Über­prü­fung der Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ent­schei­dung durch die Finanz­be­hör­de kann gleich­wohl nicht mit die­ser Rechts­schutz­mög­lich­keit gegen die Sta­tis­tik­be­hör­de gerecht­fer­tigt wer­den. Da die fach­li­che Stel­lung­nah­me der Sta­tis­tik­be­hör­de nicht gesetz­lich in das Ver­fah­ren über die Gewäh­rung einer Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge ein­be­zo­gen und damit auch kei­ne Bin­dung für die Finanz­be­hör­de nach Inhalt und Umfang fest­ge­legt ist, muss sich der betrof­fe­ne Unter­neh­mer nicht auf eine iso­lier­te Kla­ge gegen die Stel­lung­nah­me der Sta­tis­tik­be­hör­de ver­wei­sen las­sen. Er kann dar­auf ver­trau­en, unein­ge­schränk­ten Rechts­schutz gegen die Ver­sa­gung der Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge durch das Finanz­amt zu erhal­ten. Für die Beschwer­de­füh­re­rin gilt dies umso mehr, da zur Zeit der Stel­lung­nah­me des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts in ihrem Ver­fah­ren noch kei­ne ver­wal­tungs­ge­richt­li­che Recht­spre­chung zu den iso­lier­ten Rechts­schutz­mög­lich­kei­ten hier­ge­gen vor­lag.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom vom 31. Mai 2011 – 1 BvR 857/​07

  1. vgl. den Antrag der Frak­tio­nen der CDU/​CSU, SPD und FDP zur Ände­rung des Ber­lin­hil­fe­ge­set­zes vom 18.06.1968, BT-Drucks. V/​3019, S. 7, 9[]
  2. vgl. Beschluss­emp­feh­lung und Bericht des Finanz­aus­schus­ses des Deut­schen Bun­des­tags vom 30.11.1992 zu dem Ent­wurf des InvZulG 1991, BT-Drucks. 12/​3893, S. 154[]
  3. vgl. BMF, Schrei­ben vom 31.12.1986, BSt­Bl I 1987, S. 51, 75, Rn. 191 bis 194[]
  4. vgl. Gesetz­ent­wurf der Frak­tio­nen der CDU/​CSU und der FDP für das InvZulG 1999 vom 03.06.1997, BT-Drucks. 13/​7792, S. 1 f., 12[]
  5. vom 07.12.2008, BGBl I S. 2350[]
  6. vgl. BT-Drucks. 16/​10291, S. 16[]
  7. vgl. BFHE 100, 573, 574 ff.; 111, 392, 394 f.[]
  8. vgl. BFHE 118, 516, 520; 119, 334, 336; 121, 120, 121; 188, 169, 172[]
  9. vgl. BFHE 187, 124, 134; 201, 571, 573 f.[]
  10. vgl. BFHE 229, 562, 565[]
  11. vgl. BFHE 209, 186, 190 ff.[]
  12. vgl. BFHE 229, 562, 565, bestä­tigt durch BFH, Beschluss vom 30.08.2010 – III B 2/​09, BFH/​NV 2010, S. 2306[]
  13. vgl. BFHE 209, 186, 189; BFH, Beschluss vom 30.08.2010 – III B 2/​09, BFH/​NV 2010, S. 2306[]
  14. vgl. BFHE 229, 562, 566; BFH, Beschluss vom 30.08.2010 – III B 2/​09, BFH/​NV 2010, S. 2306[]
  15. vgl. BFHE 187, 124, 134; 198, 169, 172; BFH, Urtei­le vom 29.01.1991 – III R 55/​89, BFH/​NV 1991, S. 559, 560; vom 11.04.1995 – III R 77/​91, BFH/​NV 1995, S. 1090, 1091; Beschlüs­se vom 26.02.1998 – III B 5/​97, BFH/​NV 1998, S. 1260, 1261; vom 24.02.1999 – III B 194/​96, BFH/​NV 1999, S. 1123, 1124; Urteil vom 10.05.2007 – III R 54/​04, BFH/​NV 2007, S. 2146, 2147 f.[]
  16. vgl. Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt, Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge mit Erläu­te­run­gen, Aus­ga­be 2008, Vor­be­mer­kun­gen S. 7[]
  17. vgl. Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt, Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge mit Erläu­te­run­gen, Aus­ga­be 2008, Vor­be­mer­kun­gen S. 8, 45 f.[]
  18. vgl. Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt, Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge mit Erläu­te­run­gen, Aus­ga­be 2008, Vor­be­mer­kun­gen S. 12[][]
  19. ABl EG Nr. L 293 vom 24.10.1990, S. 1[]
  20. ABl EG Nr. L 6 vom 10.01.2002, S. 3[]
  21. vgl. Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt, Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge mit Erläu­te­run­gen, Aus­ga­be 2008, Vor­be­mer­kun­gen S. 15[]
  22. Zwi­schen­ur­teil vom 06.07.2006 – 3 K 797/​05[]
  23. BFH, Urteil vom 25.01.2007 – III R 69/​06[]
  24. BFHE 209, 186[]
  25. BFHE 115, 86[]
  26. so die Bestä­ti­gung der stän­di­gen Recht­spre­chung in BFHE 229, 562, 565[]
  27. auch inso­weit unter Ver­wei­sung auf BFH, Urteil vom 23.03.2005, BFHE 209, 186, 189 m.w.N.[]
  28. vgl. auch inso­weit die Bestä­ti­gung der stän­di­gen Recht­spre­chung des BFH in BFHE 229, 562, 566[]
  29. vgl. BVerfGE 40, 272, 275; 113, 273, 310[]
  30. vgl. BVerfGE 31, 33, 39 f.; 46, 166, 177 ff.; 60, 253, 297 f.; 79, 69, 74; 116, 1, 11 f.[]
  31. vgl. BVerfGE 15, 275, 282; 61, 82, 110 f.; 84, 34, 49; 84, 59, 77; 101, 106, 123; 103, 142, 156[]
  32. vgl. BVerfGE 61, 82, 110; 78, 214, 226; 83, 182, 194 f.; 84, 34, 49; stRspr[]
  33. vgl. BVerfGE 78, 214, 226; 83, 182, 195; 113, 273, 310; 116, 1, 11 f.[]
  34. vgl. BVerfGE 7, 129, 154; 64, 261, 279; 84, 34, 49 f.[]
  35. vgl. BVerfGE 78, 214, 227[]
  36. vgl. BVerfGE 15, 275, 282; 61, 82, 111; 84, 34, 50 ff.; 88, 40, 56; 103, 142, 157; 113, 273, 310[]
  37. vgl. BVerfGE 88, 40, 61; 103, 142, 156 f.; 116, 1, 18[]
  38. so offen­bar in den Prü­fungs­fäl­len vgl. BVerfGE 84, 34, 50; 84, 59, 77 f.[]
  39. vgl. BVerfGE 78, 214, 229 f.[]
  40. Ver­ord­nung [EG] Nr. 29/​2002 der Kom­mis­si­on vom 19.12.2001 zur Ände­rung der Ver­ord­nung [EWG] Nr. 3037/​90 des Rates betref­fend die sta­tis­ti­sche Sys­te­ma­tik der Wirt­schafts­zwei­ge in der Euro­päi­schen Gemein­schaft, ABl EG Nr. L 6 vom 10.01.2002, S. 3[]
  41. NACE Rev. 2“[]
  42. Ver­ord­nung [EG] Nr. 1893/​2006 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 20.12. 2006 zur Auf­stel­lung der sta­tis­ti­schen Sys­te­ma­tik der Wirt­schafts­zwei­ge NACE Revi­si­on 2 und zur Ände­rung der Ver­ord­nung [EWG] Nr. 3037/​90 des Rates sowie eini­ger Ver­ord­nun­gen der EG über bestimm­te Berei­che der Sta­tis­tik, ABl EU Nr. L 393 vom 30.12.2006, S. 1[]
  43. vgl. Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt, Klas­si­fi­ka­ti­on der Wirt­schafts­zwei­ge mit Erläu­te­run­gen, Aus­ga­be 2003, Vor­be­mer­kun­gen S. 12[]
  44. vgl. BT-Drucks. 13/​7792, S. 12[]
  45. BGBl I S. 2150[][]
  46. vgl. BT-Drucks. 12/​3893, S. 154[][][]
  47. vgl. BSt­Bl I 1987, S. 51, 75[][]
  48. vgl. BMF, Schrei­ben vom 31.12.1986, a.a.O., Rn. 191 unter Bezug­nah­me auf BFHE 115, 86; 118, 516; 119, 334; 121, 120; 131, 261[]
  49. BGBl I S. 1049, 1058[]
  50. vgl. BT-Drucks. V/​3019, S. 9[]
  51. hier­auf wei­sen aus­drück­lich hin BFHE 118, 516, 519 f.; 209, 186, 189[]
  52. vgl. BFHE 201, 571, 573 f.; 229, 562, 565; BFH, Beschluss vom 30.08.2010 – III B 2/​09, BFH/​NV 2010, S. 2306; stRspr[]
  53. vgl. auch BFHE 209, 186, 189[]
  54. neben dem ange­grif­fe­nen Urteil vgl. nur BFHE 209, 186, 189; 229, 562, 565 m.w.N.[]
  55. zu die­sem Kri­te­ri­um vgl. BVerfGE 54, 173, 197; 83, 130, 148; 84, 34, 50; 88, 40, 56; 103, 142, 156 f. sowie BVerfG, Beschluss vom 10.12.2009 – 1 BvR 3151/​07, Rn. 52 ff. m.w.N.[]
  56. vgl. BFHE 223, 287, 291; und BFH, Urteil vom 27.05.2009 – VII R 5/​09[]
  57. vgl. OVG Sach­sen-Anhalt, Urteil vom 17.09.2009 – 2 L 228/​08; nach­ge­hend BVerwG, Beschluss vom 08.06.2010 – 8 B 114.09[]
  58. vgl. BVerfGE 61, 82, 111; 83, 182, 198[]
  59. vgl. BVerfGE 73, 339, 373[]
  60. vgl. BVerfGE 49, 148, 164; 87, 48, 65; 107, 395, 416[]
  61. vgl. BVerfGE 93, 99, 108; 107, 395, 416 f.[]
  62. vgl. BFHE 209, 186, 189[]
  63. vgl. OVG Sach­sen-Anhalt, Urteil vom 17.09. 2009 – 2 L 228/​08; nach­ge­hend BVerwG, Beschluss vom 08.06.2010 – 8 B 114.09[]