Auto­zü­ge nach Sylt

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln hat eine Ver­fü­gung der Bun­des­netz­agen­tur für Elek­tri­zi­tät, Gas, Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on, Post und Eisen­bah­nen vor­läu­fig bestä­tigt, die die Nut­zung von Auto­ver­la­de­sta­tio­nen in Nie­büll und Wes­ter­land betrifft.

Auto­zü­ge nach Sylt

Der elf Kilo­me­ter lan­ge Hin­den­burg­damm ver­bin­det die nord­frie­si­sche Insel Sylt mit dem Fest­land von Schles­wig-Hol­stein. Er dient aus­schließ­lich dem Eisen­bahn­ver­kehr. In Nie­büll und in Wes­ter­land sind spe­zi­el­le Auto­ver­la­de­sta­tio­nen ein­ge­rich­tet, die einen Trans­port von Per­so­nen und Kraft­fahr­zeu­gen von und nach Sylt ermög­li­chen. Auf die­se Wei­se wer­den pro Jahr meh­re­re hun­dert­tau­send Fahr­zeu­ge mit dem Zug über den Hin­den­burg­damm trans­por­tiert. Die Ver­la­de­sta­tio­nen wer­den der­zeit allein von der DB-Auto­zug GmbH betrie­ben, die eine Toch­ter der Deut­schen Bahn AG ist.

Im Okto­ber 2010 hat­te die Bun­des­netz­agen­tur, die auch die Auf­sicht über den Wett­be­werb im Bereich der Eisen­bahn­in­fra­struk­tur hat, der DB-Auto­zug GmbH auf­ge­ge­ben, Nut­zungs­be­din­gun­gen für die von ihr betrie­be­nen Ver­la­de­sta­tio­nen auf­zu­stel­len. Die­se Nut­zungs­be­din­gun­gen ermög­li­chen den Wett­be­wer­bern der DB-Auto­zug GmbH, die Ver­la­de­sta­tio­nen eben­falls zu nut­zen und damit den Hin­den­burg­damm eben­falls mit Auto­zü­gen zu befah­ren.

Die DB Auto­zug GmbH hat­te gegen die­se Ent­schei­dung Wider­spruch bei der Bun­des­netz­agen­tur erho­ben und woll­te mit dem Eil­ver­fah­ren beim Ver­wal­tungs­ge­richt errei­chen, dass sie bis zur abschlie­ßen­den gericht­li­chen Klä­rung auf den Ver­la­de­sta­tio­nen kei­nen Wett­be­werb zulas­sen muss. Die­sen Eil­an­trag lehn­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln nun jedoch ab:

Die Auto­ver­la­de­sta­tio­nen in Nie­büll und Wes­ter­land, sei­en Ser­vice­ein­rich­tun­gen, die auch von Mit­be­wer­bern benutzt wer­den könn­ten. Daher hielt das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln hielt die Ver­fü­gung für recht­mä­ßig und sah kei­ne beson­de­ren Inter­es­sen der DB Auto­zug GmbH, die aus­nahms­wei­se dazu hät­ten füh­ren kön­nen, der Ver­fü­gung nicht sofort Fol­ge leis­ten zu müs­sen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Beschluss vom 9. Dezem­ber 2010 – 18 L 1710/​10