Schutz der ein­zel­nen Bil­der eines Films – der Fall Peter Fech­ter

Die ein­zel­nen Bil­der eines Films sind unab­hän­gig vom Schutz des Films als Film­werk oder Lauf­bild­fol­ge, wenn nicht als Licht­bild­wer­ke nach § 2 Abs. 1 Nr. 5 UrhG, so doch jeden­falls als Licht­bil­der nach § 72 UrhG geschützt. Der Licht­bild­schutz ein­zel­ner Film­bil­der aus § 72 UrhG erstreckt sich nicht nur auf die Ver­wer­tung der Bil­der in Form von Fotos, son­dern auch auf die Ver­wer­tung der Bil­der in Form des Films.

Schutz der ein­zel­nen Bil­der eines Films – der Fall Peter Fech­ter

Rechts­fol­ge der Ver­wir­kung nach § 242 BGB ist im Urhe­ber­recht wie auch sonst im Imma­te­ri­al­gü­ter­recht und im Wett­be­werbs­recht allein, dass der Rechts­in­ha­ber sei­ne Rech­te im Hin­blick auf bestimm­te kon­kre­te bereits began­ge­ne oder noch andau­ern­de Rechts­ver­let­zun­gen nicht mehr durch­zu­set­zen ver­mag; ein Frei­brief für künf­ti­ge Rechts­ver­let­zun­gen ist damit nicht ver­bun­den 1.

Ver­hält sich ein Rechts­in­ha­ber gegen­über Zuwi­der­hand­lun­gen gegen sei­ne Rech­te län­ge­re Zeit untä­tig, obwohl er den Ver­let­zungs­tat­be­stand kann­te oder doch ken­nen muss­te, kön­nen dadurch allen­falls die­je­ni­gen Ansprü­che auf Scha­dens­er­satz und Berei­che­rungs­aus­gleich ver­wirkt wer­den, die bis zu einer Abmah­nung des Ver­let­zers durch den Rechts­in­ha­ber ent­stan­den waren; nach einer Abmah­nung durch den Ver­letz­ten muss der Ver­let­zer wie­der damit rech­nen, wegen künf­ti­ger Ver­let­zungs­hand­lun­gen auf Scha­dens­er­satz oder Berei­che­rungs­aus­gleich in Anspruch genom­men zu wer­den 2.

Eine Abkür­zung der für Ansprü­che wegen Ver­let­zung eines nach dem Urhe­ber­rechts­ge­setz geschütz­ten Rechts oder wegen Ein­griffs in den Zuwei­sungs­ge­halt eines sol­chen Rechts gemäß § 102 Satz 1 UrhG, §§ 195, 199 Abs. 1 BGB gel­ten­den drei­jäh­ri­gen Ver­jäh­rungs­frist durch Ver­wir­kung kann nur unter ganz beson­de­ren Umstän­den ange­nom­men wer­den 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 6. Febru­ar 2014 – I ZR 86/​12

  1. Anschluss an BGH, Urteil vom 18.01.2012 – I ZR 17/​11, GRUR 2012, 928 = WRP 2012, 1104 – Hon­da-Grau­im­port; Urteil vom 15.08.2013 – I ZR 188/​11, GRUR 2013, 1161 = WRP 2013, 1465 – Hard Rock Café [zur Ver­öf­fentl. in BGHZ bestimmt]; Fort­füh­rung von BGH, Urteil vom 30.06.1976 – I ZR 63/​75, BGHZ 67, 56 – Schmal­film­rech­te[]
  2. Bestä­ti­gung von BGH, Urteil vom 15.11.1957 – I ZR 83/​56, BGHZ 26, 52 Sher­lock Hol­mes; BGHZ 67, 56 – Schmal­film­rech­te[]
  3. Anschluss an BGH, Urteil vom 20.07.2010 EnZR 23/​09, NJW 2011, 212 – Strom­netz­nut­zungs­ent­gelt IV; Urteil vom 11.10.2012 – VII ZR 10/​11, NJW 2012, 3569; Urteil vom 29.01.2013 – EnZR 16/​12 13[]