Der Eigen­tum­sprä­ten­dent im Zwangs­ver­wal­tungs­ver­fah­ren

Betei­lig­ter wird auch der Eigen­tum­sprä­ten­dent schon durch form­lo­se Anmel­dung sei-ner Rech­te. Sein Eigen­tum kann er aber nicht schon durch die Anmel­dung, son­dern nur wah­ren, indem er es in der in § 37 Nr. 5 ZVG beschrie­be­nen Form gel­tend macht.

Der Eigen­tum­sprä­ten­dent im Zwangs­ver­wal­tungs­ver­fah­ren

Er ist mit­hin im Zwangs­ver­wal­tungs­ver­fah­ren erin­ne­rungs- und beschwer­de­be­fugt, weil er im Sin­ne von § 146 i.V.m. § 9 Nr. 2 ZVG an dem Zwangs­ver­wal­tungs­ver­fah­ren betei­ligt ist.

Er ist nach § 9 Nr. 2 ZVG kraft Anmel­dung an dem Ver­fah­ren betei­ligt, wenn er Eigen­tum an dem Grund­stücks­zu­be­hör und damit ein Recht ange­mel­det hat, das der Zwangs­ver­wal­tung teil­wei­se, näm­lich hin­sicht­lich der Nut­zung auch des Zube­hörs, ent­ge­gen­steht.

Die Anmel­dung bedarf kei­ner beson­de­ren Form [1]. Es genügt, wenn der Betei­lig­te Rechts­grund und Rang sei­nes Anspruchs angibt [2]. Bei einem Eigen­tum­sprä­ten­den­ten erfor­dert dies ein Beru­fen auf sein Eigen­tum und die Anga­be, wor­an das Eigen­tum bestehen soll. Dazu müs­sen die betrof­fe­nen Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de nicht im Ein­zel­nen ange­ge­ben wer­den. Es genügt, wenn sie so beschrie­ben wer­den, dass dem Voll­stre­ckungs­ge­richt eine Prü­fung mög­lich ist. Eine sol­che Anmel­dung von Rech­ten kann ent­spre­chend § 97 Abs. 2 ZVG auch in der Erin­ne­rungs­schrift erfol­gen. Die Erin­ne­rungs­schrift des Betei­lig­ten zu 3 genügt die­sen Anfor­de­run­gen. Aus ihr ergibt sich, dass er den größ­ten Teil des Grund­stücks­zu­be­hörs für sich bean­sprucht. Wei­te­re Ein­zel­hei­ten müs­sen erst dar­ge­legt wer­den, wenn Glaub­haft­ma­chung nach § 9 Nr. 2 ZVG aE ver­langt wird [3], was hier nicht gesche­hen ist.

Der Eigen­tum­sprä­ten­dent muss für die Anmel­dung sei­ner Rech­te kei­ne Wider­spruchs­kla­ge nach § 771 ZPO erhe­ben und auch weder ein Urteil in der Haupt­sa­che noch eine einst­wei­li­ge Anord­nung nach § 771 Abs. 3, § 769 ZPO erwir­ken. Zu sol­chen Maß­nah­men sind Eigen­tum­sprä­ten­den­ten zwar nach § 37 Nr. 5 ZVG in der Bestim­mung des Ver­stei­ge­rungs­ter­mins auf­zu­for­dern. Sie sind aber nicht schon für die Anmel­dung, son­dern erst für die Gel­tend­ma­chung der Rech­te erfor­der­lich. Nach § 55 Abs. 2 ZVG erstreckt sich die Ver­stei­ge­rung des Grund­stücks näm­lich auch auf Zube­hör­stü­cke, für das Drit­te wie der Eigen­tum­sprä­ten­dent Eigen­tums­rech­te ange­mel­det haben, es sei denn, dass sie ihre Rech­te nach Maß­ga­be des § 37 Nr. 5 ZVG gel­tend gemacht haben. Nur so kann auch ein Nut­zungs­ver­lust in der Zwangs­ver­wal­tung, um die es hier geht, ver­mie­den wer­den. Von die­ser Gel­tend­ma­chung ist die Anmel­dung der Rech­te zu unter­schei­den. Sie genügt zwar nicht, um einen Rechts­ver­lust oder eine Rechts­be­ein­träch­ti­gung zu ver­hin­dern, ver­schafft dem Inha­ber sol­cher Rech­te aber die Stel­lung als Ver­fah­rens­be­tei­lig­ter [4].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. Juli 2013 – V ZB 29/​12

  1. BGH, Urteil vom 30.05.1956 – V ZR 200/​54, BGHZ 21, 30, 32 sowie Beschlüs­se vom 05.10.2006 – V ZB 2/​06, NJW-RR 2007, 165, 166 Rn. 15 und vom 07.10.2010 – V ZB 37/​10, NJW-RR 2011, 233, 234 Rn. 24; Stö­ber, ZVG, 20. Aufl., § 9 Rn.04.1; Rel­ler­mey­er in Dassler/​Schiffhauer/​Hintzen/​Engels/​Rellermeyer, ZVG, 14. Aufl., § 9 Rn. 21[]
  2. BGH, Urteil vom 30.05.1956 – V ZR 200/​54, BGHZ 21, 30, 33[]
  3. dazu: BGH, Beschluss vom 06.06.2013 – V ZB 7/​12, WM 2013, 1359, 1361 Rn. 18[]
  4. Steiner/​Teufel, ZVG, 9. Aufl., § 37 Rn. 81[]