Schmer­zens­geld im Adhä­si­ons­ver­fah­ren

Ein Adhä­si­ons­an­trag genügt nicht den Zuläs­sig­keits­an­for­de­run­gen gemäß § 404 Abs. 1 Satz 2 StPO, wenn die Adhä­si­ons­klä­ge­rin nur bean­tragt, den Ange­klag­ten zu ver­ur­tei­len, an sie ein in das Ermes­sen des Gerichts gestell­tes Schmer­zens­geld zu zah­len.

Schmer­zens­geld im Adhä­si­ons­ver­fah­ren

§ 404 Abs. 1 Satz 2 StPO ver­langt die bestimm­te Anga­be des Gegen­stan­des und des Grun­des des erho­be­nen Anspruchs sowie einen bestimm­ten Antrag. Bei einem unbe­zif­fer­ten Antrag müs­sen die tat­säch­li­chen Grund­la­gen für die Ermes­sens­aus­übung des Gerichts mit­ge­teilt wer­den. Wenn der Umfang der Leis­tung im rich­ter­li­chen Ermes­sen steht, muss zwar kein kon­kre­ter Betrag gel­tend gemacht wer­den.

Das Bestimmt­heits­ge­bot ver­langt aber zumin­dest die Anga­be der Grö­ßen­ord­nung des begehr­ten Betra­ges, um das Gericht und den Geg­ner dar­über zu unter­rich­ten, wel­chen Umfang der Streit­ge­gen­stand haben soll 1.

Des­halb fehlt es an der von § 404 Abs. 1 Satz 2 StPO gefor­der­ten Bestimmt­heit des unbe­zif­fer­ten Adhä­si­ons­an­trags, wenn – wie hier – der Klä­ger kei­ne Anga­ben zur Grö­ßen­ord­nung des begehr­ten Schmer­zens­gel­des macht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 14. März 2018 – 4 StR 516/​17

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 13.10.1981 – – VI ZR 162/​80, NJW 1982, 340; vom 30.04.1996 – – VI ZR 55/​95, BGHZ 132, 341, 350, 351; Beschluss vom 25.08.2016 – 2 StR 585/​15, BGHR StPO § 404 Abs. 1 Antrag­stel­lung 9[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 28.02.1984 – – VI ZR 70/​82, NJW 1984, 1807, 1809[]