Regel­mä­ßi­ge Arbeits­stät­te bei Mon­ta­ge­ar­bei­ten

Bau­aus­füh­run­gen oder Mon­ta­gen sind kei­ne regel­mä­ßi­gen Arbeits­stät­ten.

Regel­mä­ßi­ge Arbeits­stät­te bei Mon­ta­ge­ar­bei­ten

Wer­bungs­kos­ten i.S. des § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG sind Auf­wen­dun­gen, die objek­tiv durch die beruf­li­che Tätig­keit ver­an­lasst sind und die sub­jek­tiv zur För­de­rung des Berufs getä­tigt wer­den. Hier­zu kön­nen auch Fahrt­kos­ten gehö­ren. Sie sind grund­sätz­lich in tat­säch­li­cher Höhe zu berück­sich­ti­gen. Kos­ten für Fahr­ten mit einem eige­nen oder zur Nut­zung über­las­se­nen Kraft­fahr­zeug sind jedoch nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG nur pau­schal mit 0,70 DM für jeden Kilo­me­ter zu berück­sich­ti­gen, soweit es sich um Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und regel­mä­ßi­ger Arbeits­stät­te han­delt.

Eine regel­mä­ßi­ge Arbeits­stät­te kann nur eine orts­fes­te, dau­er­haf­te betrieb­li­che Ein­rich­tung des Arbeit­ge­bers sein, der der Arbeit­neh­mer zuge­ord­net ist und die er nicht nur gele­gent­lich, son­dern mit einer gewis­sen Nach­hal­tig­keit, d.h. fort­dau­ernd und immer wie­der auf­sucht. Regel­mä­ßig han­delt es sich dabei um den Betrieb des Arbeit­ge­bers oder einen Zweig­be­trieb, nicht aber um die Tätig­keits­stät­te in einer betrieb­li­chen Ein­rich­tung des Kun­den des Arbeit­ge­bers 1.

Ist der Arbeit­neh­mer nicht an einer sol­chen dau­er­haf­ten betrieb­li­chen Ein­rich­tung des Arbeit­ge­bers tätig, liegt regel­mä­ßig eine Aus­wärts­tä­tig­keit vor mit der Fol­ge, dass die Kos­ten für beruf­lich ver­an­lass­te Fahr­ten gemäß § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG unein­ge­schränkt zum Abzug zuzu­las­sen sind.

Daher sind Bau­aus­füh­run­gen oder Mon­ta­gen (§ 12 Satz 2 AO) kei­ne regel­mä­ßi­gen Arbeits­stät­ten i.S. von § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG. Zwar kann auch eine Betriebs­stät­te des Arbeit­ge­bers die Vor­aus­set­zun­gen die­ser Vor­schrift erfül­len 2. Es muss sich dabei jedoch um eine dau­er­haf­te betrieb­li­che Ein­rich­tung han­deln, die die Vor­aus­set­zun­gen des § 12 Satz 1 AO erfüllt. Das setzt u.a. eine nicht nur vor­über­ge­hen­de Ver­fü­gungs­be­fug­nis des Arbeit­ge­bers über die Ein­rich­tung vor­aus 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 11. Juli 2013 – VI R 62/​12

  1. z.B. BFH, Ent­schei­dun­gen vom 10.07.2008 – VI R 21/​07, BFHE 222, 391, BSt­Bl II 2009, 818; vom 09.07.2009 – VI R 21/​08, BFHE 225, 449, BSt­Bl II 2009, 822; – VI R 42/​08, BFH/​NV 2009, 1806; vom 17.06.2010 – VI R 35/​08, BFHE 230, 147, BSt­Bl II 2010, 852; vom 19.01.2012 – VI R 23/​11, BFHE 236, 351, BSt­Bl II 2012, 472; vom 09.02.2012 – VI R 44/​10, BFHE 236, 431, BSt­Bl II 2013, 234; vom 18.09.2012 – VI R 65/​11, BFH/​NV 2013, 517; vom 17.06.2010 – VI R 20/​09, BFHE 230, 533, BSt­Bl II 2012, 32, zum weit­räu­mi­gen Arbeits­ge­biet[]
  2. s. BFH, Urteil vom 13.06.2012 – VI R 47/​11, BFHE 238, 53, BSt­Bl II 2013, 169[]
  3. BFH, Urteil vom 04.06.2008 – I R 30/​07, BFHE 222, 14, BSt­Bl II 2008, 922[]